UniversitÀres Comprehensive Cancer Center

UniversitÀres CCC-Subzentrum Bauch

Zentrumsleiter

Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Armin Gerger, MBA

Das Subzentrum BAUCH ist eine Einrichtung des UniversitÀren Comprehensive Cancer Centers (UCCC) Graz.

Es werden Krebsarten behandelt, die im Bereich des Bauches auftreten wie z. B. gastrointestinale Tumore (Magen und Darm), BauchspeicheldrĂŒsen- und Lebertumore, Tumore der Gallenblase und der GallengĂ€nge.

Unsere ganzheitliche Versorgung von Krebspatient*innen ist leitlinienorientiert sowie qualitÀtsgesichert und individuell auf jede/jeden Patient*in angepasst. Die Behandlungen erfolgen unter Einsatz modernster Technik in Diagnostik und Therapie. Gezielte wissenschaftliche AktivitÀten ermöglichen die Teilnahme an zahlreichen klinischen Studien.

Tumorerkrankungen

Ein Tumor ist eine Ansammlung von entarteten Körperzellen, die sich deutlich schneller vermehren als gesunde Zellen. Dadurch werden gesunde Zellen verdrÀngt beziehungsweise getötet.

Bösartige Tumore können im Körper wandern, das heißt, dass sich dabei Tumorzellen aus dem Gewebe lösen. Diese gelangen ĂŒber den Blutkreislauf oder ĂŒber das Lymphsystem in entfernte Organe und siedeln sich dort an. Siedeln sich Tumorzellen in anderen Geweben und Organen an, so spricht man von einer Metastase.

Als gastrointestinaler Tumor wird ein bösartiger Tumor des Magen-Darm-Traktes (Gastrointestinaltrakt) bezeichnet. Krebserkrankungen des Magens, des Darms, der Leber, der Gallenwege und der BauchspeicheldrĂŒse zĂ€hlen zu den hĂ€ufigsten Tumorerkrankungen in diesem Bereich.

Der Magen ist an der Verdauung beteiligt. Er hat die Form eines Sackes und befindet sich zwischen Speiseröhre und dem DĂŒnndarm. Er kann bei erwachsenen Menschen etwa 1,5 Liter Nahrung aufnehmen. Wenn die Nahrung aus der Speiseröhre kommt, gelangt sie in den Magen. Dort kneten die Muskeln sie grĂŒndlich durch. Außerdem vermischt sich die Nahrung dort mit dem Magensaft.

Magenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut. Magenkrebs ist eine relativ hĂ€ufige Tumorart, die meist Menschen ĂŒber 50 Jahren trifft. Je frĂŒher Magenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Risikofaktoren

  • Chronische EntzĂŒndungen der Magenschleimhaut, die durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst werden: Eine Infektion mit diesem Erreger fĂŒhrt zu einem etwa dreimal höheren Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
  • Rauchen und Alkoholkonsum: Die zum Teil krebserregenden Stoffe des Zigaretten- und Tabakrauchs lösen sich im Speichel und gelangen so in den Magen. Es wird geschĂ€tzt, dass Raucher*innen ein etwa 3-fach erhöhtes Risiko haben, an Magenkrebs zu erkranken.
  • ErnĂ€hrung: Insbesondere der hĂ€ufige Verzehr stark gesalzener Speisen und ein geringer Konsum von frischem GemĂŒse und Obst sind als Risikofaktoren belegt.
  • Genetische Veranlagung: Das persönliche Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, ist etwa zwei- bis dreimal grĂ¶ĂŸer, wenn ein Familienmitglied ersten Grades – d. h. Eltern, Kinder, Geschwister – bereits erkrankt ist.

FrĂŒherkennung

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsoge sind Untersuchungen zur Magenkrebsvorsorge nicht vorgesehen. Das einzige Verfahren, mit dem sich ein Tumor des Magens sicher nachweisen lĂ€sst, ist die Magenspiegelung. Aufwand und Risiken einer solchen endoskopischen Untersuchung des Magens (Gastroskopie) sind fĂŒr den Einsatz ohne Krebsverdacht allerdings zu groß.

Der Darm ist ein gewundener Muskelschlauch, der vom Magen bis zum After reicht. Seine Hauptaufgabe ist es, die Nahrung zu verdauen. Der DĂŒnndarm ist bei Erwachsenen etwa fĂŒnf Meter lang. Den ersten Teil des DĂŒnndarms nennt man auch Zwölffingerdarm. Im DĂŒnndarm wird der Speisebrei erst richtig verdaut. Der Dickdarm ist doppelt so dick wie der DĂŒnndarm, aber nur etwa anderthalb Meter lang. Hier wird der Speisebrei eingedickt, das heißt, es wird ihm Wasser entzogen. An den Dickdarm schließt sich der Enddarm an. Der Kot wird aus dem Enddarm durch den Anus (auch After genannt) herausgedrĂŒckt.

Darmkrebs betrifft in den meisten FÀllen den Dickdarm, gefolgt vom Enddarm (Mastdarm). Beim Dickdarmkrebs handelt sich um eine bösartige Wucherung von Zellen der Dickdarmschleimhaut. Der Tumor geht in den meisten FÀllen aus sogenannten Darmpolypen (Adenomen) hervor. Analkarzinome (bösartige Tumoren des Analkanals) sind im Vergleich zum Dickdarmkrebs relativ selten.

Risikofaktoren

  • Darmpolypen (Adenome): Diese gutartigen halbkugeligen oder gestielten Wucherungen in der Darmschleimhaut wachsen langsam und können mit der Zeit bösartig werden.
  • Genetische Veranlagung: Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt, wenn nahe Verwandte (Vater, Mutter, Geschwister) entweder bereits an Dickdarmkrebs erkrankt sind oder Darmpolypen haben bzw. hatten.
  • Die HĂ€ufung bestimmter anderer Tumore bei engen Verwandten (GebĂ€rmutter, Darmkrebs, Nierenbecken, oder Harnleiter)
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • ErnĂ€hrung und Alkohol: Fett- und eiweißreiche Kost – insbesondere der Verzehr von Fleischwaren – sowie regelmĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum steigern die Bildung krebserzeugender Stoffe. Diese können aufgrund von ballaststoffarmer ErnĂ€hrung und der damit verbundenen DarmtrĂ€gheit lĂ€nger verweilen und die Darmschleimhaut schĂ€digen.
  • Chronisch-entzĂŒndliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
  • Alter: Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt ab einem Alter von 40 Jahren stetig an. Rund 90 Prozent der Betroffenen sind 55 Jahre oder Ă€lter.
  • HPV (Humane Papillomaviren – können zu abnormem Zellwachstum beim Menschen fĂŒhren).

FrĂŒherkennung

Bitte nehmen Sie die Möglichkeit einer Darmkrebsvorsorge mittels Stuhlbluttest oder Koloskopie wahr!

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Als gastrointestinaler Stromatumor wird ein bösartiger Tumor des Magen-Darm-Trakts bezeichnet, der aus dem Weich- und StĂŒtzgewebe entsteht. Solche Weichteiltumoren werden auch Sarkome genannt. Ein GIST unterscheidet sich deutlich von Magenkrebs oder Dick- und Enddarmkrebs und wird daher auch anders behandelt. Zielgerichtete Therapien haben die Heilungschancen fĂŒr Patient*innen wesentlich verbessert.

Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET)

Als Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET) wird eine heterogene Gruppe, in aller Regel hormonproduzierender Tumoren des Verdauungssystems (Magen-Darm-Trakt und Pankreas) bezeichnet. Sie stellen die grĂ¶ĂŸte Untergruppe der neuroendokrinen Tumoren (NET) dar. Sie können sowohl gut- als auch bösartig sein.

Die BauchspeicheldrĂŒse (Pankreas) ist eine der grĂ¶ĂŸten DrĂŒsen des menschlichen Körpers. Sie liegt unmittelbar unterhalb des Zwerchfells im hinteren Teil der Bauchhöhle, quer hinter dem Magen zwischen Milz und Zwölffingerdarm. Die BauchspeicheldrĂŒse produziert die VerdauungssĂ€fte und bildet die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (Pankreaskarzinom) macht nur drei bis vier Prozent aller Tumorerkrankungen aus. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Tumore in der BauchspeicheldrĂŒse. Die bösartigen Tumore zeichnen sich durch ein schnelleres und in die umliegenden Organe eindringendes Wachstum aus.

Risikofaktoren

  • Rauchen und Alkohol
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • chronische BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndung
  • genetische Veranlagung

FrĂŒherkennung

Patient*innen, die an BauchspeicheldrĂŒsenkrebs leiden, klagen ĂŒber Gewichtsverlust, Schmerzen im Bauchbereich oder RĂŒcken, Gelbsucht, Appetitverlust und Übelkeit. Je frĂŒher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser kann die Behandlung wirken. Vorsorgeuntersuchungen gibt es fĂŒr Risikopatient*innen, insbesondere fĂŒr Menschen, in deren Familie es bereits mehrere FĂ€lle von BauchspeicheldrĂŒsenkrebs gibt.

Die Leber ist eine DrĂŒse und erfĂŒllt wichtige Funktionen: Sie wandelt NĂ€hrstoffe aus der Nahrung in fĂŒr den Körper brauchbare Stoffe um und produziert die GallenflĂŒssigkeit. Außerdem nimmt sie Giftstoffe auf, wandelt sie in ungiftige Stoffe um oder sorgt dafĂŒr, dass sie ausgeschieden werden.

Leberkrebs (HepatozellulÀres Karzinom, HCC) ist eine bösartige Erkrankung der Zellen in der Leber. Er wird auch als "primÀrer" Leberkrebs bezeichnet, weil er seinen Ursprung in der Leber selbst hat. Meist entwickelt sich Leberkrebs in einer stark vorgeschÀdigten Leber, d.h. bei einer Leberzirrhose.

Risikofaktoren

  • chronische LeberentzĂŒndung durch Hepatitis-C- oder Hepatitis-B-Viren
  • chronischer Alkoholkonsum
  • nichtalkoholische Fettleber: entwickelt sich infolge von starkem Übergewicht und/oder Diabetes mellitus Typ 2

FrĂŒherkennung

Vorsorgeuntersuchungen von Leberkrebs fĂŒr die allgemeine Bevölkerung gibt es keine. Patient*innen mit Risikofaktoren wie Leberzirrhose oder Hepatitis B oder C fĂŒhren alle sechs Monate im niedergelassenen Bereich eine Ultraschalluntersuchung durch.

GallenflĂŒssigkeit (Galle) wird von der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Diese hat ein Fassungsvermögen von 40-50 ml. Die GallenflĂŒssigleit durchlĂ€uft von der Leber in den Zwölffingerdarm ein Gangsystem, das man als Gallenwege bezeichnet. Die Galle wird im Zwölffingerdarm ausgeschĂŒttet und unterstĂŒtzt die Verdauung von Fett.

Tumoren der Gallenwege oder -blase treten selten auf, meist ohne offensichtlichen Risikofaktor nach dem 50. Lebensjahr.

Risikofaktoren

  • chronische Infektionen
  • Gallen- und DarmentzĂŒndung (PrimĂ€r sklerosierende Cholangitis)
  • Steine in den GallengĂ€ngen (Choledocholithiasis)
  • Zysten im Hauptgallengang (Choledochuszysten)
  • Hepatitis B- und C-Infektionen
  • Leberzirrhose
  • Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Diabetes mellitus
  • Porzellangallenblase
  • Polypen der Gallenblase (ab ≄ 1 cm)
  • Übergewicht

FrĂŒherkennung

Patient*innen fĂŒhlen sich oft nur ĂŒber lĂ€ngere Zeit mĂŒde und abgeschlagen, spĂ€ter kommen dann Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Gewichtsverlust hinzu. Eine Gelbsucht tritt erst dann auf, wenn der Abfluss der GallenflĂŒssigkeit durch das Wachstum des Tumors behindert ist.

Diagnose

Bei der Diagnose einer Krebserkrankung mĂŒssen zur Festlegung des Krankheitsstadiums verschiedene Untersuchungen durchgefĂŒhrt werden wie z. B.:

Der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Radiologie obliegt die gesamte radiologische Diagnostik im Erwachsenenalter fĂŒr das Subzentrum BAUCH.
FĂŒr eine feingeweblichen Untersuchung und gezielte Therapieplanung ist eine Probenentnahme (Biopsie) aus dem Tumor wichtig. Diese kann mittels Ultraschall oder CT oder als laparoskopischer Eingriff erfolgen.

Die Diagnosestellung von Krankheiten am entnommenen Gewebe oder an Zellen ist die zentrale Aufgabe der Patholog*innen. Aus Gewebs- oder Zellproben von verdĂ€chtigen VerĂ€nderungen ist es den Patholog*innen möglich, im Labor die Gutartigkeit oder Bösartigkeit eines Gewebes zu bestimmen.Die Befundung des entnommenen Gewebes erfolgt durch das Institut fĂŒr Pathologie.

Eine Tumorkonferenz (auch Tumorboard genannt) ist eine Besprechung, an der Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachgebieten teilnehmen. Ziel dieser Besprechung ist es, gemeinsam die besten diagnostischen Schritte oder Behandlungsmöglichkeiten fĂŒr die Patient*innen festzulegen. Das Ergebnis des Tumorboards ist ein auf die Patientin/den Patienten abgestimmter Therapievorschlag.

Terminplan Tumorkonferenzen:

  • Tumorboard Viszeralchirurgie: jeden Freitag 13:00–14:00 Uhr
  • Tumorboard HCC (HepatocellulĂ€re Karzinome): jeden Mittwoch 13:00–14:00 Uhr
  • Tumorboard NET (Neuroendokrine und Endokrine Tumore): jeden 2. Mittwoch 14:00–15:00 Uhr

Therapie

Zu den gÀngigsten Therapiearten in der Krebsbehandlung zÀhlen der operative Eingriff, die Strahlentherapie, die Chemotherapie, die zielgerichtete Therapie und die Immuntherapie. Oftmals kommt auch eine Kombination verschiedener Therapien zum Einsatz.
Zusammen mit Tumorerkrankungen treten einige Begleiterscheinungen auf. Symptomatische Therapien unterstĂŒtzen die Krebstherapien, indem Begleiterscheinungen wie etwa Schmerzen gelindert werden oder indem sie den immungeschwĂ€chten Körper vor Infektionen schĂŒtzen.

Ziel von Operationen ist es, den Tumor vollstĂ€ndig zu entfernen. Dies gelingt oft, wenn sich der Tumor noch in einem frĂŒhen Stadium befindet. Immer hĂ€ufiger kommt die operative Metastasen-Entfernung abhĂ€ngig von der Art des Tumors vor. Nach einer Operation benötigen viele Patient*innen als weitere Therapie eine medikamentöse Tumortherapie oder Strahlentherapie.

Die Strahlentherapie ist ein wesentlicher Teil einer Behandlung von Tumoren und kann vor oder auch nach einer Operation zum Einsatz kommen. Sie wird an der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Strahlentherapie und Radioonkologie durchgefĂŒhrt und kann alleine oder zeitgleich mit einer Chemotherapie durchgefĂŒhrt werden. Bei einer Strahlentherapie treffen Strahlen auf den Tumor und schĂ€digen die Krebszellen so, dass sie sich nicht mehr teilen und absterben. Die Bestrahlung selbst ist schmerzfrei, nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und wird von Montag bis Freitag durchgefĂŒhrt. Die Strahlenbehandlung wird dabei fĂŒr alle Patient*innen individuell geplant.

Tumorzellen entstehen aus körpereigenen Zellen, die sich immer weiter vermehren. Im Rahmen einer Chemotherapie verabreicht man Medikamente, die dieses unkontrollierte Wachsen stören. Da sich Tumorzellen schneller vermehren als gesunde Zellen, sind diese besonders empfĂ€nglich fĂŒr die Wirkung der Medikamente der Chemotherapie. Mögliche Nebenwirkungen von Chemotherapien hĂ€ngen von den verwendeten Substanzen ab. Dies wird in einem ausfĂŒhrlichen GesprĂ€ch mit der Ärztin/dem Arzt erklĂ€rt.

Eine Immuntherapie hat das Ziel, die Krebszellen mit den eigenen Immunzellen zu bekĂ€mpfen. Durch die erhaltenen Medikamente werden nicht die Krebszellen direkt angegriffen. Stattdessen bewirken die Medikamente, dass unsere Immunzellen die Krebszellen erkennen, diese angreifen und zerstören. Alle medikamentösen Tumortherapien werden auf der Klinischen Abteilung fĂŒr Onkologie der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Innere Medizin und auf der Klinischen Abteilung fĂŒr Gastroenterologie und Hepatologie durchgefĂŒhrt.

Die zielgerichtete Krebstherapie hemmt das Tumorwachstum punktgenau. Die Therapie erfolgt in der Regel in Form von Tabletten. Die Medikamente wirken gezielt gegen das Wachstum der Tumorzellen. Sie sind auf biologische Merkmale des Tumors ausgerichtet. Nur wenn die Tumorzellen diese Eigenschaften besitzen, kann die Therapie auch wirken.

Achtung bei DPD-Mangel!

Patient*innen, die unter dem Fehlen oder einem Mangel des DPD-Enzyms (Dihydropyrimidin-Dehydrogenase) leiden, haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr schwere oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen unter einer Therapie mit Fluorouracil-haltigen Arzneimittel. Diese werden oft in der Krebstherapie bei gastrointestinalen Tumoren eingesetzt.

Bei drei bis fĂŒnf Prozent der Bevölkerung ist die Erbanlage (das Gen), welche die Produktion von DPD steuert, infolge einer GenverĂ€nderung (Mutation) defekt, so dass es zu einem DPD-Mangel kommt. Durch eine Blutabnahme kann festgestellt werden, ob dieser DPD-Mangel vorhanden ist. Dementsprechend werden die Medikamente der Krebstherapie angepasst.

Eine Schmerztherapie wird bestmöglich auf die BedĂŒrfnisse der Patient*innen abgestimmt. Bei fast allen Krebsarten kann durch eine entsprechende Therapie der Schmerz reduziert oder teilweise auch zur GĂ€nze beseitigt werden. Bei dieser Therapieform wird nicht nur der körperliche Schmerz betrachtet, sondern es werden auch seelische und soziale UmstĂ€nde sowie persönliche BedĂŒrfnisse miteinbezogen.
Bitte sprechen Sie ĂŒber Ihre Schmerzen mit Ihrem Behandlungsteam!
Die Palliativversorgung bzw. Palliativmedizin unterstĂŒtzt, wenn eine Krebserkrankung trotz Krebsbehandlung voranschreitet oder nicht mehr heilbar ist. Ihr umfangreiches UnterstĂŒtzungsangebot zielt darauf ab, die LebensqualitĂ€t von Patient*innen und deren Familien zu verbessern.

Bitte seien Sie Informationen gegenĂŒber kritisch, die Sie aus dem Internet erhalten! Bestimmte Inhaltsstoffe von Pflanzen beeinflussen die medikamentöse Tumortherapie. Vermeiden Sie jegliche Eigenbehandlung mit Arzneimitteln!
Bitte informieren Sie sich bei Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt auch ĂŒber die Anwendung alternativer Stoffe.

Nachsorge

Wenn die medizinische Behandlung der Tumorerkrankung abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Nachsorge.
Sie dient dazu, um ...

  • ein Wiederauftreten der Krebskrankheit rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln
  • Begleiterkrankungen festzustellen, zu behandeln und gegebenenfalls zu lindern
  • Langzeitfolgen zu behandeln. Langzeitfolgen sind Probleme, die auch 5 Jahre nach der aktiven Behandlung und Therapie noch bestehen.

Je nach Stadium der Erkrankung, nach Art der durchgefĂŒhrten Behandlung und aufgrund anderer Einflussfaktoren bedarf es individueller Nachsorgeuntersuchungen in unterschiedlichen ZeitabstĂ€nden. Daher erstellt Ihre Ärztin/Ihr Arzt einen individuellen Nachsorgeplan.

FAQ

Sie sind Expert*in fĂŒr Ihren Körper. Sprechen Sie ĂŒber die Nebenwirkungen und die Möglichkeiten der Behandlung mit Ihren behandelnden Ärzt*innen!

Bei Therapien können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Viele Krebspatient*innen fĂŒrchten sich vor den Nebenwirkungen ihrer Krebstherapie. Sorgen können auch mögliche Langzeitfolgen der Krebserkrankung oder der Therapie machen. Wichtig ist aber zu wissen, dass nicht alle Patient*innen gleich auf diese Therapien reagieren und dass unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten können. Die Nebenwirkungen werden von Patient*innen unterschiedlich stark empfunden.

Welche Nebenwirkungen tatsĂ€chlich auftreten, ist unter anderem abhĂ€ngig von der Therapie. Allgemeinzustand sowie eventuell vorhandene Vorerkrankungen – das alles kann Einfluss auf die Nebenwirkungen einer Patientin/eines Patienten haben. So können Nebenwirkungen der Strahlentherapie entweder akut nach wenigen Tagen oder als sogenannte SpĂ€tkomplikation auch erst nach Wochen beobachtet werden. Selten gibt es Nebenwirkungen, die dauerhaft sind.

Viele Nebenwirkungen lassen sich lindern oder ganz vermeiden. Scheuen Sie sich nicht davor, dieses Thema mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vor Ihrer Therapie zu besprechen!

So ĂŒberraschend es klingt: Auch bei anhaltender MĂŒdigkeit hilft vielen Betroffenen Bewegung mehr als Schonung. ABER: Überanstrengen Sie sich nicht, planen Sie auch regelmĂ€ĂŸige Pausen ein!

Das Team der Klinischen Abteilung fĂŒr Onkologie der Inneren Medizin ist fĂŒr Sie rund um die Uhr erreichbar, sollten Nebenwirkungen auftreten! In diesem Fall steht immer eine Ärztin/ein Arzt fĂŒr Sie als Ansprechperson bereit.

Chemotherapie und Bestrahlung zerstören die Tumorzellen. Dabei können auch gesunde Zellen geschÀdigt werden. Sind die Eierstöcke, Ei-oder Samenzellen betroffen, kann die Fruchtbarkeit beeintrÀchtigt sein.

Auch nach ĂŒberstandener Krebstherapie kann man auf natĂŒrlichem Wege wieder schwanger werden bzw. Kinder zeugen. Voraussetzung ist, dass Hormonzyklus und Fortpflanzungsorgane wieder vollstĂ€ndig funktionieren. AbhĂ€ngig von der erfolgten Therapie und dem Alter benötigt der Körper dafĂŒr unterschiedlich lange Erholungszeiten. Außerdem kann ein Kinderwunsch bei der Therapieauswahl berĂŒcksichtigt werden.

Achten Sie auf eine ausreichende und ausgewogene Nahrungs- und FlĂŒssigkeitsaufnahme.

Waschen Sie hĂ€ufig Ihre HĂ€nde: vor dem Zubereiten von Mahlzeiten, vor dem Essen sowie vor und nach dem Besuch der Toilette. Achten Sie auf eine sorgfĂ€ltige und regelmĂ€ĂŸige Körper- und Genitalpflege. DrĂŒcken oder kratzen Sie Ihre Haut nicht.

Vermeiden Sie die direkte Sonne und sorgen Sie fĂŒr den entsprechenden Sonnenschutz, z. B. durch Bekleidung, Kopfbedeckung und Sonnencreme.

Geben Sie das Rauchen auf!

Die psychologische Betreuung unterstĂŒtzt Betroffenen und deren Angehörige und steht Ihnen in verschiedenen Situationen zur Seite.

Die Sozialarbeiter*innen bieten Patient*innen des LKH-Univ. Klinikum Graz Hilfestellung bei der BewÀltigung von krankheitsbedingten Problemen im Alltag an.

Die DiÀtolog*innen des LKH-Univ. Klinikum Graz erstellen in interdisziplinÀrer Zusammenarbeit ein ernÀhrungstherapeutisches Konzept. Eine bedarfsgerechte ErnÀhrung kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen sowie die LebensqualitÀt verbessern.

Die Physiotherapie unterstĂŒtzt bei der Mobilisation. Ziel ist die Erhaltung und Wiederherstellung der körperlichen Funktionen und die Vermeidung von Funktionsstörungen, um nach dem Krankenhausaufenthalt den Alltag bestmöglich bewĂ€ltigen zu können.

Ergotherapeut*innen unterstĂŒtzen dabei, um den Menschen die HandlungsfĂ€higkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung ihrer LebensqualitĂ€t zu ermöglichen.

Sollte eine zusĂ€tzliche Betreuung von Ihnen oder Ihren Angehörigen gewĂŒnscht werden, teilen Sie das bitte Ihren behandelnden Ärzt*innen mit. So wird ein Kontakt fĂŒr Sie hergestellt werden!

Durch die intensive Zusammenarbeit von Spezialist*innen aus Medizin und Naturwissenschaften an der Medizinischen UniversitÀt Graz werden Tumorerkrankungen erforscht. Viele Menschen, die an Krebs erkranken, können heutzutage geheilt werden. Das ist ein Verdienst erfolgreicher Krebsforschung. Sie macht rechtzeitige Diagnosen und wirkungsvolle Therapien möglich.

Teilnahme an klinischen Studien

FĂŒr Krebspatient*innen ist die Teilnahme an einer Studie mit der Chance verbunden, frĂŒhzeitig Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden zu bekommen, die im klinischen Alltag noch nicht erhĂ€ltlich sind. Ohne klinische Studien könnte keine Verbesserung der medizinischen Versorgung erreicht werden. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie ĂŒber den Nutzen und alle Risiken aufklĂ€ren. Alle Studien werden zusĂ€tzlich vor Beginn durch eine unabhĂ€ngige Ethikkommission bezĂŒglich der Sicherheit ĂŒberprĂŒft und ĂŒber den Studienzeitraum ĂŒberwacht.

Forschungsinfrastruktur

Neben modernst ausgestatteten LaborflĂ€chen und weiteren Einrichtungen, verfĂŒgt die Med Uni Graz beispielsweise ĂŒber eine der grĂ¶ĂŸten Biobanken Europas, einem wahren Datenschatz fĂŒr die medizinische Forschung. Durch die Sammlung und Bereitstellung von biologischen Proben – derzeit mehr als 20 Millionen aus den unterschiedlichsten Bereichen – steht der Wissenschaft eine vielfĂ€ltige Datenquelle zur VerfĂŒgung, um Forschungsprojekte voranzutreiben. Biobanken fĂŒr die medizinische Forschung enthalten Gewebeproben, Blut und andere KörperflĂŒssigkeiten sowie Zellen und DNA-Proben menschlichen Ursprungs. Mit diesen biologischen Proben wird die Forschung unterstĂŒtzt. Diese Forschung ermöglicht eine schnellere und zielgerichtete Entwicklung von neuen und besseren Therapien - vor allem fĂŒr Tumorpatient*innen.