UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Klinische Abteilung fĂŒr Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie

"Beziehungen sind essenziell. Sie prÀgen unser Leben."

Die Kernaufgabe unserer klinischen Abteilung ist die Umsetzung des biopsychosozialen und psychotherapeutischen Konzeptes. Das geschieht mittels Entwicklung und Verbreitung einer dem Menschen angemessenen Medizin sowie deren Umsetzung in Patient*innen-Versorgung, Lehre und Forschung. Betrachtet werden dabei biologische, psychische und soziale Dimensionen mittels integrierter und kooperativer Behandlung.

Unser Team

Interimistischer Abteilungsleiter

Univ.-Prof. Dr. Gerhard SchĂŒĂŸler

23.000
Patient*innenbesuche/Jahr
14.000
Behandlungen/Jahr

Unsere Leistungen

Der integrative C/L-Dienst (Konsiliar/Liaison-Dienst)

Eine integrative wie auch interdisziplinĂ€re Sichtweise berĂŒcksichtigt körperliche, psychische und soziale Faktoren. Eine solche ist bei allen Krankheiten und in allen Disziplinen in der Medizin erforderlich.

Biologische, lebensgeschichtliche und soziale Faktoren können Noxencharakter haben und auf diese Weise zur Entstehung von Krankheiten beitragen.

Insbesondere bei komplexen und chronischen Krankheiten, aber auch bei Patienten mit Mehrfachdiagnosen sind individuell unterschiedliche biologische, psychologische und soziale Faktoren zu berĂŒcksichtigen, die Krankheitsverlauf und Prognose beeinflussen.

Der psychiatrisch-psychosomatisch-psychotherapeutische Konsiliar-/Liaison–Dienst (C/L) ist ein Arbeitsbereich, der bio-psycho-soziale ZusammenhĂ€nge von Erkrankungen und deren Behandlung berĂŒcksichtigt. Diese grundlegende Betrachtungsweise sollte in allen Bereichen der medizinischen Versorgung etabliert sein.

Die Personalausstattung basiert auf einer multiprofessionellen Zusammensetzung der Teams und ist auch durch interdisziplinÀre Kooperationen geprÀgt.

Der C/L Dienst der Abteilung fĂŒr Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie am UniversitĂ€tsklinikum Graz verfolgt das Ziel einer integrativen multimodalen Versorgung der Patient*innen.

Das erfordert einen multiprofessionellen Zugang mit einer entsprechenden Personalzusammensetzung bestehend aus Fachärzti*nnen fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, psychologischen Psychotherapeut*innen, klinischen Psycholog*innen in enger Kooperation mit Fachärzt*innen anderer Disziplinen (z. B. Innere Medizin, Neurologie, Chirurgie, etc.).

Wir versorgen die Abteilungen des gesamten UniversitÀtsklinikums, insbesonders ...

InterdisziplinÀre Ambulanzen

Die InterdisziplinĂ€re Schmerzambulanz betreut Patient*innen mit chronischen Schmerzen. Chronische Schmerzen können Ausdruck einer dauerhaften biopsychosozialen SchĂ€digung sein, die mit schwerwiegenden Funktionsstörungen des Körpers einhergeht. Ziel ist es, bei chronischen Schmerzsymptomen interdisziplinĂ€r eine exakte Diagnose zu erstellen und danach eine multimodale Therapiestrategie festzulegen. DafĂŒr bieten wir fĂŒr chronisch schmerzkranke Patient*innen psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlungsverfahren in Einzel- und Gruppentherapien an.

Psychosomatische Behandlung und Forschung erfolgen typischerweise an der Schnittstelle zwischen Somatik und Psychosozialer Medizin. In dieser Spezialambulanz werden Menschen behandelt die sowohl Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes und Lebererkrankungen sowie psychische Erkrankungen (wie Depressionen, Ängste, EinschrĂ€nkungen in der KrankheitsbewĂ€ltigung, Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung und der Änderung von wichtigen prĂ€ventiven Liyestyle-Faktoren wie ErnĂ€hrung, Bewegung, Schlaf und Beziehung) haben. Insbesondere erhalten Patient*innen mit einer Lebererkranung und einer Suchterkrankung ein spezielles, störungsorientiertes Behandlungsprogramm mit Einzeltherapie, Gruppentherapie, Edukation, Motivational Interviewing in einem multiprofessionellen Setting.

Es gibt funktionelle Erkrankungen, bei denen psychosoziale Faktoren einen erheblichen Einfluss auf das Auftreten, die Aufrechterhaltung und den Verlauf der Symptomatik haben (z. B.: Neurodermitis, funktionelle Herzbeschwerden, Fibromyalgie u.a). Umgekehrt werden chronische Erkrankungen von den Betroffenen oft als hochgradig belastend erlebt. Wir unterstĂŒtzen Patient*innen der Ambulanzen fĂŒr funktionelle Störungen mit multimodaler Therapie, die sowohl psychotherapeutische und körperorientierte, aber auch medikamentöse AnsĂ€tze vereint.

Auf die BedĂŒrfnisse von Betroffenen und Angehörigen wird nach psychosozialen BewĂ€ltigungsstrategien eingegangen, die es ihnen gestatten, Ängsten und Nöten aktiv zu begegnen. Diese Einflussmöglichkeiten auf den Erkrankungsprozess fĂŒhren zu einer VerĂ€nderung der erlebten Situation und der persönlichen Einflussmöglichkeit.

In dieser Ambukanz erfolgt die diagnostische AbklĂ€rung psychischer Störungen und die nachfolgende Beratung sowie Therapieplanung mit Schwerpunkt auf psychoanalytische Therapiemodelle. Weiters unterstĂŒtzen wir bei der Überweisung in die empfohlene ambulante bzw. stationĂ€re Psychotherapie sowie bei der differentialdiagnostische Beurteilung und entsprechender Differentialindikation fĂŒr psychotherapeutische Interventionen bei Patient*innen, die sich selbst wiederholt oder chronisch körperlichen, psychischen oder sozialen Schaden zufĂŒgen.

Wissenschaftliche Arbeitsgruppe fĂŒr Personality Functioning in der Psychosomatik und fĂ€cherĂŒbergreifende OPD-Diagnostik

Die Arbeitsgruppe beschÀftigt sich mit Fragestellungen der Auswirkung von körperlicher Erkrankung auf die psychische Gesundheit und andererseits damit, welchen Einfluss psychosoziale Faktoren auf die Entstehung, den Verlauf und die Behandlung von somatischen Faktoren haben.

Im Speziellen untersuchen wir, wie sich Persönlichkeitsfunktionsunterschiede im Sinne interindividueller Unterschiede im Erleben und Verhalten und wie sich somatische Erkrankungen auswirken und welche Relevanz sie fĂŒr die psychische, soziale und körperliche Gesundheit haben.

Diese grundlagenbasierte somatisch-psychische Fragestellung ist ein großes Alleinstellungsmerkmal unserer Klinik.

Bei einigen unserer Arbeiten konnten wir nachweisen, dass Patient*innen mit BeeintrĂ€chtigungen des Persönlichkeitsfunktionsniveaus eine deutlich reduzierte psychosoziale FunktionsfĂ€higkeit aufweisen, wozu auch Schwierigkeiten bei der Selbstregulation und der Regulation zwischenmenschlicher Beziehungen gehören. Diese ZusammenhĂ€nge wollen wir weiter erforschen, insbesondere deren somatische Auswirkungen. Dieses VerstĂ€ndnis beeinflusst die therapeutische Haltung, die therapeutische Zielsetzung und die therapeutischen Interventionen in der psychosomatischen Arbeit gleichermaßen.