Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde

Klinische Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie

Unser Team

Das Team der Klinischen Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie ist f√ľr die Diagnose und Behandlung von Patient*innen mit angeborenen Herzfehlern,  Herzrhythmusst√∂rungen und erworbenen Herzmuskelerkrankungen im Kindes- und Jugendalter zust√§ndig.

Des Weiteren geh√∂rt die Abteilung zu den wenigen Zentren in √Ėsterreich, in denen auch Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern ambulant und station√§r betreut werden.

Abteilungsleiter

Univ.-Prof. Dr. Andreas Gamillscheg

Liste alphabetisch sortiert.
Aus Datenschutzgr√ľnden werden nur jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelistet, die dazu ihr Einverst√§ndnis gegeben haben.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Baumgartner Daniela, ao.Univ.Prof.Dr, Stv.Lt.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Burmas Ante, Dr., OA

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Fandl Andrea, Dr., OA

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Faudon Patrick, Mag.Dr., AssArzt

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Gamillscheg Andreas, Univ.Prof.Dr., Klin.Abtlt.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt. f. pädiatrische Kardiologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Schweintzger Sabrina, Dr., FA
12
Betten
100
OPs bei angeb. Herzfehler/Jahr
150
Herzkathetereingriffe/ Jahr
600
Aufnahmen/Jahr

Als einziges terti√§res Zentrum im S√ľdosten √Ėsterreichs arbeiten wir in der Patient*innenbetreuung eng mit den regionalen zuweisenden Spit√§lern bzw. √Ąrzt*innen aus der Praxis zusammen. Als Teil des Kinderzentrums des LKH-Universit√§tsklinikum ist unsere Abteilung auch ein Teil des 2010 von der Medizinischen Universit√§t Graz gegr√ľndeten Universit√§ren Herzzentrums Graz.


In der t√§glichen Patient*innenversorgung und Forschung bestehen enge Kooperationen mit den Klinischen Abteilungen f√ľr Herzchirurgie, f√ľr Kardiologie, f√ľr Kinderradiologie, f√ľr Geburtshilfe sowie mit der Univ.-Klinik f√ľr Neurologie.


Nationale und internationale Kooperationen mit anderen in- und ausländischen Kinderherzzentren gewährleisten Behandlungskonzepte entsprechend internationalen Standards.

Unsere Einrichtungen

Ambulanzen

Ambulanzzeiten:
Mo: 09:00‚Äď14:00 Uhr
Di.‚ÄďDo.: 08:00‚Äď14:00 Uhr
Fr: 09:00‚Äď14:00 Uhr

Terminvereinbarung
Mo.‚ÄďFr.: 12:00‚Äď13:00 Uhr

Telefon
+43 316 385-12666

Ort
EG

Die kinderkardiologische Ambulanz betreut Kinder aller Altersgruppen zur Diagnose oder zum Ausschluss von angeborenen Herzfehlern oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Sie wird als Bestellambulanz nach Zuweisung durch eine/einen Fach√§rzt*in gef√ľhrt.

Unsere Herzambulanz liegt im Erdgescho√ü der Kinderklinik. Neben den routinem√§√üigen Kontrollen mit EKG und Echokardiographie (Herzultraschall) wird die komplette Palette der erweiterten ambulanten kardiologischen Diagnostik angeboten: trans√∂sophageale Echokardiographie (Herzultraschall von der Speiser√∂hre), 24-Stunden EKG, Schrittmacherkontrolle, Ergometrie und Spiroergometrie (Fahrradbelastungstest), 24 Stunden-Blutdruckmessung (gemeinsam mit der Nephrologischen Ambulanz der Univ.-Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde). Die ambulante Magnetresonanz- und Computertomographie des Herzens (Cardiac MRT und Cardiac CT) werden von der kardiologischen Ambulanz vereinbart und an der Klinischen Abteilung f√ľr Kinderradiologie, die in unmittelbarer N√§he innerhalb des Kinderzentrums liegt, durchgef√ľhrt.

Anmeldung:

Nach der zentralen Anmeldung bitten wir Sie kurz in der Wartezone vor der Ambulanz (Erdgescho√ü) Platz zu nehmen. Wir bem√ľhen uns den vereinbarten Untersuchungstermin einzuhalten, jedoch k√∂nnen Notf√§lle oder unvorhersehbare l√§ngere Untersuchungszeiten von vorangegangenen Patient*innen zu Wartezeiten f√ľhren. Bitte nehmen Sie daher bei Kleinkindern etwas zu Essen und Trinken mit, falls es etwas l√§nger dauern sollte.

Ablauf einer kardiologischen Routineuntersuchung:

Die Ambulanzschwester misst zuerst das Gewicht und die Gr√∂√üe des Kindes und f√ľhrt eine Blutdruckmessung und ein EKG durch. Es folgt die √§rztliche Untersuchung durch eine/einen Fach√§rzt*in f√ľr Kinderkardiologie mit einer detaillierten Echokardiographie (Ultraschall-Untersuchung des Herzens). Selten sind ein R√∂ntgenbild oder eine Blutabnahme notwendig, wobei dies meist erst im Rahmen der Untersuchung entschieden wird. Im Anschluss werden die Befunde ausf√ľhrlich mit den Eltern und deren Kind besprochen, wobei Zeichnungen oder Modelle zum besseren Verst√§ndnis zur Hilfe genommen werden.

Befundbericht:

Nach jeder Kontrolle werden die Untersuchungsergebnisse sowie das weitere geplante Vorgehen in einem ausf√ľhrlichen Arztbrief zusammengefasst und an den/die Zuweiser*in gesendet.

Kontrolltermine:

Nach der Untersuchung wird je nach dem Befundergebnis ein Termin f√ľr die n√§chste ambulante Kontrolle vereinbart oder weitere ambulante Spezialuntersuchungen veranlasst (z. B. 24-h-EKG, MRT-Untersuchung des Herzens, Ergometrie usw.). Wenn ein station√§rer Aufenthalt geplant ist (z. B. f√ľr eine Herzkatheteruntersuchung oder Herzoperation) wird der Aufnahmetermin gemeinsam mit den Eltern festgelegt.

Ambulanzzeit / Terminvereinbarung
Mo.: 09:00‚Äď14:00 Uhr
Di. und Mi.: 08:00‚Äď14:00 Uhr und nach Vereinbarung

Telefon
+43 316 385-83669

Ort
EG

W√§hrend die √úberlebensrate von Kindern mit angeborenen Herzfehlern vor 50-60 Jahren noch bei 20-30% lag, erreicht heutzutage der Gro√üteil dieser Kinder das Erwachsenenalter. Daher nimmt die Zahl der Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) laufend zu und wird noch in diesem Jahrzehnt die Zahl der Kinder mit angeborenen Herzfehlern √ľbersteigen. Angeborene Herzfehler werden im Kindesalter meist durch Herzoperationen oder Herzkathetereingriffe behandelt. Trotz der enormen Fortschritte ist eine vollst√§ndige Heilung von angeborenen Herzfehlern nicht immer zu erreichen. Ein Teil dieser nun erwachsenen Patient*innen ben√∂tigt aufgrund von Restbefunden eine lebenslange, spezialisierte √§rztliche Betreuung.

Entsprechend der internationalen Entwicklung wurde daher an der Klinischen Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie Graz eine eigene Spezialambulanz f√ľr Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (sog. EMAH-Ambulanz) aufgebaut, die in enger Kooperation mit der Klinischen Abteilung f√ľr Kardiologie der Univ.-Klinik f√ľr Innere Medizin betrieben wird. Speziell f√ľr diese Patient*innengruppe ausgebildete Kinder- und Erwachsenenkardiolog*innen betreuen gemeinsam diese Patient*innen.

In der Nachsorge von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern sind vielf√§ltige m√∂gliche Probleme zu ber√ľcksichtigen: Herzrhythmusst√∂rungen, Herzinsuffizienz (chronische Herzschw√§che), Lungenhochdruck, infekti√∂se Endokarditis (Entz√ľndung der Herzklappen), zus√§tzliche erworbene Herzerkrankungen, neurologische Komplikationen, St√∂rungen im Bereich des Gerinnungssystems und der Flie√üeigenschaften des Blutes oder psychische und intellektuelle Einschr√§nkungen. Erwachsene Patient*innen bed√ľrfen daher oft einer spezialisierten individuellen Beratung, z. B. bez√ľglich Schwangerschaft, Verh√ľtung, Risiko der Vererbung von Herzfehlern, sportlichen Aktivit√§ten bis hin zum Leistungssport, Lebensversicherung, Ausbildung, Studium, Berufswahl, Berufsf√§higkeit, F√ľhrerscheinerwerb und Flugtauglichkeit.

F√ľr eine optimale Behandlung dieser Patient*innen erachten wir daher die enge Zusammenarbeit zwischen der Kinder- und Erwachsenenkardiologie, Herzchirurgie und weiteren anderen Fachrichtungen, wie Radiologie, Frauenheilkunde, Neurologie, Psychologie, Sozialarbeit, Berufsberatung f√ľr wesentlich.

Zur Betreuung und Behandlung unserer erwachsenen Patient*innen steht die gesamte apparative Diagnostik einschlie√ülich Herzkatheter- und Magnetresonanzuntersuchung des Herzens an der Klinischen Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie zur Verf√ľgung.

Bei einer station√§ren Behandlung werden erwachsene Patient*innen bis zum 35. Lebensjahr an der Station der Klinischen Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie aufgenommen, bei √§lteren Patienten erfolgt die station√§re Betreuung an der Klinischen Abteilung f√ľr Kardiologie der Univ.-Klinik f√ľr Innere Medizin.

Notfälle:

Bei akut auftretenden Problemen bitten wir um die unverz√ľgliche Vorstellung an einer Akutaufnahme. In Graz ist dies die Erstaufnahme des LKH- Universit√§tsklinikums (EBA), die bei Notwendigkeit den/die diensthabende/n Kinder- oder Erwachsenenkardiologen*in verst√§ndigt.

Ambulanzzeit
24-h-EKG
Mo.‚ÄďFr.: 08:00‚Äď12:00 Uhr

Schrittmachernachsorge
Di. und Do.: 11:00‚Äď13:00 Uhr

Terminvereinbarung
im Rahmen einer kardiologischen Kontrolle

Telefon
+43 316 385-12666

Ort
EG

24-Stunden-(Holter)-EKG

Eine 24-Stunden EKG-Untersuchung wird zur Diagnose oder zum Ausschluss von Herzrhythmusst√∂rungen oder zur Kontrolle einer laufenden Behandlung mit Rhythmus-Medikamenten durchgef√ľhrt. Hierbei handelt es sich um eine ambulante Untersuchung, wobei √ľber 24 Stunden (oder auch l√§nger) ein EKG auf einem kleinen Rekorder aufgezeichnet wird. Ziel dieser Untersuchung ist, dass auch w√§hrend der normalen Tagesaktivit√§t eventuell zwischendurch auftretende Herzrhythmusst√∂rungen entdeckt werden.

In der Ambulanz werden drei Elektroden an den Brustkorb geklebt und an einen Rekorder angeschlossen. Der Rekorder in der Gr√∂√üe eines Handys wird z. B. am G√ľrtel des Kindes fixiert und f√ľhrt zu keinerlei Einschr√§nkung in der Bewegungsf√§higkeit des Kindes. Bei Rhythmusst√∂rungen, welche der/die Patient*in selbst versp√ľrt, kann ein sogenannter ‚ÄěEvent"-Rekorder zur genauen momentanen Aufzeichnung eingesetzt werden.

Nach der Aufzeichnung werden die Geräte zu Hause von den Eltern oder von den Patient*innen selbst abgenommen und an unsere Abteilung gebracht oder mit der Post zugesendet. Die Auswertung des 24-Stunden-EKGs durch eine erfahrene/einen erfahrenen Fachärzt*in dauert pro Patient*in etwa 30 Minuten.

Schrittmacher

Wir betreuen Patient*innen aller Altersstufen, die aus unterschiedlichsten Gr√ľnden (z. B. angeborener oder nach einer Herzoperation auftretender Herzblock, Erkrankung des Sinusknotens) einen Schrittmacher ben√∂tigen.

Das Schrittmacheraggregat wird meistens unter die Haut unterhalb des Schl√ľsselbeins oder bei S√§uglingen unter dem Rippenbogen implantiert. Bei der ambulanten Kontrolle wird im Sitzen ein Magnetkopf auf die Haut √ľber dem implantierten Schrittmacheraggregat aufgesetzt und damit die Schrittmacherfunktion √ľberpr√ľft. Dabei werden vor allem die sogenannte Reizschwelle (minimale Energieabgabe, die zur Erregung des Herzens notwendig ist) und die Empfindlichkeit des Schrittmachers sowie die Batterie und die Elektrodenfunktion kontrolliert. Die Dauer einer Schrittmacherkontrolle betr√§gt in der Regel ca 30 Minuten.

Der Schrittmacher wird den Bed√ľrfnissen der/des Patient*in angepasst und so eingestellt, dass eine m√∂glichst lange Funktionsdauer bei gleichzeitig optimaler Sicherheit gew√§hrleistet wird. Bei starkem Wachstum des Kindes muss gelegentlich durch ein R√∂ntgenbild oder eine Durchleuchtung √ľberpr√ľft werden, ob die Elektrodenl√§nge noch ausreichend ist. In der Regel werden Schrittmacher etwa ein-zwei mal j√§hrlich ambulant kontrolliert.

Ausgew√§hlte moderne Schrittmachersysteme sind heutzutage mit einer sog. Telemonitoring-Funktion ausgestattet. Damit kann durch automatische √úbertragung der Schrittmacherdaten von zu Hause an die betreuenden √Ąrzt*innen √ľber das Internet die Funktion des Schrittmachers kontrolliert und im Falle eines Problems oder einer Rhythmusst√∂rung die/der Patient*in vorzeitig verst√§ndigt und einberufen werden.

Spezielle Diagnostik

Bestellzeiten:
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nach Vereinbarung

Terminvereinbarung:
√ľber kardiologische Ambulanz im Rahmen einer Routinekontrolle

Eine Ergometrie (Belastungs-EKG) wird zur Testung der k√∂rperlichen Leistungsf√§higkeit durchgef√ľhrt. Mit dieser Untersuchung kann festgestellt werden, wie stark sich eine/ein Patient*in nach einer Herzoperation oder einer Myokarditis (Herzmuskelentz√ľndung) k√∂rperlich belasten darf. Bei diesem Test wird zur Belastung ein Fahrrad verwendet, weshalb die Untersuchung erst ab einer K√∂rpergr√∂√üe von ca. 140 cm m√∂glich ist. Bei kleineren Patient*innen kann, falls notwendig, auf das Laufband der Abteilung f√ľr Sportmedizin der Univ.-Klinik f√ľr Kinderchirurgie (im Hause) zur√ľckgegriffen werden.

Bei der Spiroergometrie werden bei der Fahrrad-Belastung nicht nur die getretenen Watt, sondern zus√§tzlich mittels einer Maske wie bei einem Leistungssportler auch die Atemgase mitgemessen. Mit dieser Methode k√∂nnen noch genauere Information √ľber die Leistungsf√§higkeit des Herz-Kreislaufsystems und der Lungenfunktion erhalten werden.

F√ľr die Untersuchung bitten wir Sportutensilien und eine kleine Jause mitzubringen. Es besteht nach der Belastung die M√∂glichkeit, sich zu duschen.

‚Äč‚ÄčBestellzeiten:
Cardiac MRT Mittwoch ab 10:00, Cardiac CT Montag ab 10:00 Uhr

Terminvereinbarung:
√ľber kardiologische Ambulanz

Diese Untersuchungen werden an der Klinischen Abteilung f√ľr Kinderradiologie der Universit√§tsklinik f√ľr Radiologie, die in unmittelbarer N√§he zur Kardiologischen Ambulanz im Komplex des Kinderzentrums lokalisiert ist, durchgef√ľhrt. Die Planung und Auswertung erfolgt in Kooperation zwischen Kinderradiologie und Kinderkardiologie. Die Untersuchungstermine werden im Rahmen einer kardiologischen Kontrolle von den √Ąrzt*innen der kardiologischen Ambulanz vereinbart.

Der Vorteil Cardiac MRT-Untersuchung besteht darin, dass sie nicht invasiv ist, und zur Bildgebung keine R√∂ntgenstrahlen, sondern ein Magnetfeld verwendet wird. In vielen F√§llen kann heute auf eine Kontrastmittelgabe in eine Vene verzichtet werden. Mit dieser Methode k√∂nnen die Gr√∂√üe und Funktion der Herzkammern und der Vorh√∂fe, die Herzklappen, eventuelle Restdefekte sowie Verengungen oder Ausweitungen der K√∂rper- und Lungenschlagader beurteilt werden. Dadurch kann bei manchen Patient*innen eine Herzkatheteruntersuchung vermieden werden. Auch f√ľr die Planung einer Herzkatheterintervention wird die Cardiac MRT eingesetzt.

Eine Cardiac MRT-Untersuchung dauert etwa eine Stunde. Bei √§lteren Kindern wird sie ambulant durchgef√ľhrt. Die Patient*innen m√ľssen ca. eine Stunde vor dem vereinbarten Termin in der Kardiologischen Ambulanz erscheinen, um eine periphere Venenkan√ľle f√ľr eine eventuelle Kontrastmittelinjektion zu legen. Bei S√§uglingen und Kleinkindern ist meistens eine Sedierung notwendig, weshalb ein station√§rer Aufenthalt f√ľr einen Tag erforderlich ist. Die Aufnahme an die kardiologische Station erfolgt am Vortag der Untersuchung. Die Patient*innen werden meist noch am Untersuchungstag nach dem Ausschlafen nach Hause entlassen.

Die Cardiac‚ÄďCT-Untersuchung ist ebenfalls nicht invasiv und verwendet zur Bildgebung R√∂ntgenstrahlen. Diese Methode wird vor allem bei Einengungen oder Erweiterungen an der K√∂rper- und Lungenschlagader eingesetzt. Sie dauert nur einige Minuten und wird bei √§lteren Kindern auch ambulant durchgef√ľhrt.

Herzultraschall während der Schwangerschaft

Terminvereinbarung:
Telefon: +43 316 385-12888
Fax: +43 316 385-13199

‚ÄčOrt:
Ambulanz der Klinischen Abteilung f√ľr Geburtshilfe/Pr√§nataldiagnostik
Universit√§tsklinik f√ľr Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Bestellzeiten:
Mo.‚ÄďFr.: 08:00‚Äď14:00 Uhr (nur nach Voranmeldung)

Die pr√§natale Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens vor der Geburt) erfolgt zur Diagnostik und eventuell auch zur Therapie von angeborenen Herzfehlern, Herzrhythmusst√∂rungen und anderen Herzerkrankungen des Fetus w√§hrend der Schwangerschaft. Das fetale Herz kann fr√ľhestens ab der 12. Schwangerschaftswoche mittels Ultraschalls beurteilt werden. Die beste Zeit zur Herzbeurteilung liegt zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche. Prinzipiell kann die pr√§natale Echokardiographie auch sp√§ter erfolgen, wobei die Beurteilbarkeit aber stark von den jeweiligen Sichtverh√§ltnissen und der Lage des Kindes in der Geb√§rmutter abh√§ngt.

Nach Zuweisung vom der/dem betreuende/n Frauen√§rzt*in aus der Praxis erfolgt die Untersuchung an der Ambulanz der Klinischen Abteilung f√ľr Geburtshilfe/Pr√§nataldiagnostik durch spezialisierte Frauen√§rzt*innen in Kooperation mit Kinderkardiolog*innen. Bei Best√§tigung eines fetalen Herzfehlers erfolgen die weitere Betreuung w√§hrend der Schwangerschaft und die Behandlungsplanung in erster Linie durch spezialisierte Kinderkardiolog*innen, Frauen√§rzt*innen und gegebenenfalls Herzchirurg*innen und beinhaltet meist regelm√§√üige Kontrolluntersuchungen. Um den betroffenen Eltern m√∂glichst umfassende Unterst√ľtzung und Information zukommen zu lassen, schlie√üt das Team auch klinische Psycholog*innen, Neonatolog*innen, Genetiker*innen und Kinderchirurg*innen ein. Die Geburtsplanung wird ebenfalls gemeinsam im Team mit den Eltern abgesprochen.

In der Abklärung besonders seltener oder komplexer Herzfehler besteht auch die Möglichkeit der Kooperation mit anderen österreichischen Kinderherzzentren.

√Ėffnungszeiten und Kontakt

Ambulanzzeit: Mo.‚ÄďFr.: 08:00‚Äď12:00 Uhr, EG
Terminvereinbarung: Mo.‚ÄďFr.: 08:00‚Äď09:00 Uhr
und 12:00‚Äď13:00 Uhr
+43 316 385-12666

Bettenstation

Die kardiologische Station befindet sich im 3. Obergeschoß der Univ.-Kinderklinik. Sie besteht aus acht Krankenzimmern mit zwölf Betten, wobei jedes Zimmer als Mutterkind-Zimmer genutzt werden kann. Die Eltern können rund um die Uhr mit Ihren Kindern stationär aufgenommen werden. Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ist die Aufnahme eines Elternteils kostenlos. Im Bedarfsfall können Angehörige in dem unmittelbar neben der Kinderklinik gelegenen Ronald McDonald Haus untergebracht werden.

Auf der Herzstation werden herzkranke Patient*innen vom Neugeborenen- bis zum jungen Erwachsenenalter vor und nach einer Herzoperation, zur Herzkatheteruntersuchung, zur trans√∂sophagealen Echokardiographie (Schluckultraschall-untersuchung des Herzens) in Sedierung sowie zur Behandlung einer Herzinsuffizienz (Herzschw√§che), von Herzrhythmus-st√∂rungen oder Herzmuskelentz√ľndungen aufgenommen. Junge Erwachsene bis zum 35. Lebensjahr, die au√üer einem angeborenen Herzfehler keine anderen Erkrankungen aufweisen, werden ebenfalls an unserer Station aufgenommen. Herzpatient*innen, die eine Intensivtherapie brauchen (z.B. unmittelbar nach einer Herzoperation), werden an der Allgemein-P√§diatrischen Intensivstation im 4. Obergescho√ü der Kinderklinik behandelt, wo die Betreuung in enger Kooperation zwischen den Kinder-Intensivmediziner*innen und Kinderkardiolog*innen erfolgt. Sowie die Intensivtherapie beendet ist, werden die Patient*innen wieder an die Kardiologische Station verlegt.

Bei geplanten Eingriffen bzw. Untersuchungen erfolgt die Aufnahme zur Herzkatheteruntersuchung, zu Schluckultraschall- oder Cardiac MRT-Untersuchung in Narkose am Vortag, bei Herzoperationen zwei Tage vor dem geplanten Eingriff. Nur bei Patient*innen, die dauerhaft mit einer ‚ÄěBlutverd√ľnnung‚Äú (Marcumar, Sintrom) behandelt werden, m√ľssen zur rechtzeitigen Umstellung vor dem geplanten Eingriff drei-vier Tage vorher aufgenommen werden. Wenn eine/ein Patient*in ohne Spenderblut operiert werden kann, erh√§lt er vor der Operation Erythropoetin (ein blutbildendes Hormon) und Eisen und muss daher ebenfalls drei-vier Tage vor der geplanten Operation station√§r aufgenommen. Die Patient*innen bzw. die Eltern k√∂nnen selbstverst√§ndlich pers√∂nliche Spielzeuge, B√ľcher usw. mitbringen.

Alle zur Vorbereitung notwendigen Untersuchungen, wie z. B. Röntgen, Ultraschall des Herzens und weiterer Organe sowie Blutabnahmen erfolgen zumeist am Tag vor der Operation bzw. vor dem Herzkatheter. Auch die Aufklärungsgespräche durch die/den Kinderkardiolog*in, Herzchirurg*in und Anästhesist*in finden meist am Vortag des Eingriffes auf der Station statt, in deren Rahmen auf alle offenen Fragen genau eingegangen wird.

Bei diagnostischen Herzkatheteruntersuchungen beträgt in der Regel der stationäre Aufenthalt meist insgesamt drei Tage (zwei Nächte im Krankenhaus), bei interventionellen Herzkathetereingriffen vier Tage (drei Nächte). Bei Schluckultraschall- oder Cardiac-MRT-Untersuchungen in Narkose können die Patient*innen nach dem Ausschlafen meist am gleichen Tag nach Hause entlassen werden. Die stationäre Aufenthaltsdauer bei Herzoperationen ist sehr unterschiedlich und hängt von der Schwere des Herzfehlers bzw. der Herzoperation ab.

Visiten durch den stationsf√ľhrenden Oberarzt erfolgen t√§glich um 09:00 Uhr und um 14:00 Uhr, wo ausf√ľhrlich √ľber den Zustand der/des Patient*in bzw. √ľber das weitere geplante Vorgehen informiert wird. Unabh√§ngig von der Visite stehen jedoch die betreuenden √Ąrzt*innen f√ľr Fragen jederzeit zur Verf√ľgung. Bei Patient*innen bzw. deren Familien mit mangelnden Deutschkenntnissen k√∂nnen √ľber die Anstalt diplomierte Dolmetscher*innen beigezogen werden.

Die Entlassung vom stationären Aufenthalt findet nach der Visite und nach einem eigenen ärztlichen und pflegerischen Entlassungsgespräch um die Mittagsstunden statt. In der Regel wird dabei den Eltern eine Kopie des bereits fertigen ärztlichen Befundberichtes mitgegeben.

Das √§rztliche Stationsteam besteht aus einer/einem stationsf√ľhrenden Ober√§rzt*in, ein bis zwei Rotations-Assistenz√§rzt*innen in Ausbildung zur/zum Fach√§rzt*in f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde sowie zwei Turnus√§rzt*innen. Das Pflegeteam umfasst 27 diplomierte Pflegepersonen, neun Pflegeassistent*innen, ein Abteilungshilfsdienst und eine Stationssekret√§rin. Physio- und Ergotherapeut*innen, Logop√§d*innen, Psychotherapeut*innen, Ern√§hrungsberater*innen und Sozialarbeiter*innen unterst√ľtzen die ganzheitliche Betreuung unserer Patient*innen.

Jedes Krankenbett verf√ľgt √ľber ein zentrales √úberwachungssystem bestehend aus EKG, Pulsoxymetrie (√úberwachung der Sauerstoffs√§ttigung) und Blutdruckmessung. Jedes Zimmer ist mit einer Dusche, WC, Fernseher und WLAN und teilweise mit eigenem K√ľhlschrank ausgestattet. Um Transporte zu vermeiden, werden in unserem Eingriffs- und Ultraschallraum auf der Station Herzultraschallkontrollen, das Legen von Leitungen oder kleinere Eingriffe (z. B. Nahtentfernung) vorgenommen. Die Aufkl√§rungsgespr√§che mit den Eltern, Teambesprechungen, Katheterbesprechungen sowie Konferenzen mit der Herzchirurgie werden in unserem stationsinternen Mehrzweckraum durchgef√ľhrt.

Station: +43 316 385-12626
√Ąrzt*innenzimmer: +43 316 385-12625

T√§glich von 08:00‚Äď20:00 Uhr. Zur Schonung der Patient*innen bitten wir, dass nicht mehr als zwei Besucher zugleich im Krankenzimmer sind. Um eine eventuelle Einschleppung einer Infektion vorzubeugen, bitten wir, auf Besuche von Personen mit Erk√§ltungserkrankungen oder mit anderen Infektionen zu verzichten.

Die geltenden Besuchszeiten und -regelungen (z.B. Anzahl der Personen, Zutrittsalter etc.) erfahren Sie vom Stationsteam.

Fachbereich und Schwerpunkte

Von 1.000 Lebendgeborenen leiden acht bis zehn Kinder an einer angeborenen Fehlbildung des Herzens und/oder einer Fehlbildung der gro√üen Gef√§√üe. Damit sind Herzfehler die h√§ufigsten angeborenen Missbildungen. Unbehandelt sterben ca. 25% im fr√ľhen S√§uglingsalter und ca. 60% im ersten Lebensjahr. Lediglich 10-15% erreichen ohne √§rztliche Therapie das Erwachsenenalter. Seit 1975 werden an der Grazer Univ.-Kinderklinik kindliche Herzpatient*innen betreut und in gr√∂√üerer Zahl in Graz operiert, seit 1986 gibt es ein Department f√ľr Kinderkardiologie und seit 1994 eine Klinische Abteilung der Klinik.

Wir betreuen pro Jahr etwa 5.000 Patient*innen mit Herzfehlern ambulant, etwa 500 station√§r, machen etwa 6.000 Herzultraschalluntersuchungen und f√ľhren ca. 200 bis 240 Herzkatheteruntersuchungen in allen Altersgruppen durch ‚Äď davon ca. 60% Eingriffe per Herzkatheter (Katheterinterventionen an Stelle von Operationen).

Die interventionellen Eingriffe am Herzen (z. B. Verschluss von Defekten, √Ėffnen verengter Klappen oder Gef√§√üe) stellen einen Schwerpunkt der Arbeit der Abteilung dar.

In Zusammenarbeit mit der Klinischen Abteilung f√ľr Kardiologie der Medizinischen Univ.-Klinik werden Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern betreut und elektrophysiologische Untersuchungen bei kindlichen Patient*innen durchgef√ľhrt, in Zusammenarbeit mit der Univ.-Klinik f√ľr Neurologie Patient*innen mit Schlaganfall (PFO ‚Äď Verschluss) behandelt, in Zusammenarbeit mit der Klinischen Abteilung f√ľr Geburtshilfe pr√§natale Untersuchungen am Herzen ungeborener Kinder (fetale Echokardiografie) durchgef√ľhrt. Unsere Partner in Bezug auf Herzoperationen sind die Klinische Abteilung f√ľr Herzchirurgie der Univ.-Klinik f√ľr Chirurgie und die Klinische Abteilung f√ľr Herz‚Äď und Gef√§√üchirurgische An√§sthesiologie der Univ.-Klinik f√ľr An√§sthesiologie und Intensivmedizin.

Unsere Leistungen

Patient*innenversorgung

In unserer Kardiologischen Ambulanz erfolgen durchschnittlich j√§hrlich 6.500 Patient*innenkontakte. Es steht das gesamte Spektrum ambulanter kardiologischer Diagnostik und Therapie zur Verf√ľgung. In einer eigenen Spezialambulanz werden in enger Kooperation mit der Klinischen Abteilung f√ľr Kardiologie Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern betreut (EMAH-Ambulanz). Gemeinsam mit der Klinischen Abteilung f√ľr Geburtshilfe erfolgt in einer gemeinsamen Sprechstunde die pr√§natale Diagnostik von angeborenen Herzfehlern (fetale Echokardiographie). Durch die r√§umliche N√§he zur Klinischen Abteilung f√ľr Kinderradiologie innerhalb des Kinderzentrums steht die gesamte erweiterte bildgebende Diagnostik mittels cardiac MRT und CT zur Verf√ľgung.

An der Kardiologischen Station mit zw√∂lf Betten erfolgen j√§hrlich insgesamt 550-600 Aufnahmen, wovon etwas mehr als 50% kardiologische Patient*innen sind. In einem eigenen Herzkatheterlabor im Hause werden j√§hrlich ca 120-150 Herzkathetereingriffe durchgef√ľhrt, wobei die Mehrzahl dieser Eingriffe Herzkatheterinterventionen sind. In unserem Zentrum werden durchschnittlich j√§hrlich 100 Operationen bei angeborenen Herzfehlern von Neugeborenen bis zu Erwachsenen durchgef√ľhrt. Nach der Herzoperation an der Klinischen Abteilung f√ľr Herzchirurgie erfolgt die postoperative Intensivtherapie an der P√§diatrischen Intensivstation des Kinderzentrums, wo das gesamte Spektrum extrakorporaler Therapien zur Verf√ľgung steht.

F√ľr Notf√§lle bzw. Akutzuweisungen steht ein kinderkardiologischer 24-Stunden-Bereitschaftsdienst zur Verf√ľgung.

Diagnostik und Therapie

Hier finden Sie die Möglichkeiten von Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten an unserer Abteilung.
Folgende Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten werden an unserer Abteilung eingesetzt:

Holter ‚Äď Monitoring

Hierbei wird einen Tag lang in zwei Ableitungen das EKG aufgezeichnet. Kleine Rekorder machen dies auch bei S√§uglingen m√∂glich. Besteht der Verdacht auf Rhythmusst√∂rungen, welche die Patient*innen selbst auch versp√ľren, kann ein sogenannter ‚ÄěEvent"-Rekorder zur genauen momentanen Aufzeichnung eingesetzt werden. Die Auswertung dieses 24-Stunden EKGs ben√∂tigt pro Patient*in etwa 30 Minuten und erfordert eine gro√üe Routine der befundenden √Ąrzteschaft.

Indikation zu dieser harmlosen Untersuchung sind viele Formen von Herzrhythmusstörungen, eine laufende Therapie mit Rhythmus-Medikamenten, unklare Zustände von Bewusstlosigkeit, Kontrollen bzw. fragliche Störungen eines Herzschrittmachers u. a.

Bei Verdacht auf zu niedrigen und vor allem zu hohen Blutdruck (arterielle Hypertonie) sind einzelne Blutdruckmessungen oft nicht aussagekr√§ftig genug. Insbesondere in einer Arztpraxis oder einer Spitalsambulanz werden aufgrund von Nervosit√§t oft zu hohe Blutdruckwerte gemessen. Man wei√ü, dass bei 60% aller Jugendlichen, die wegen eines erh√∂hten Blutdruckes vorgestellt werden, nur eine solche ‚Äěwhite coat Hypertonie‚Äú vorliegt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Blutdruckverhalten auch zu Hause und zu verschiedenen Tageszeiten zu √ľberpr√ľfen.

Es besteht die M√∂glichkeit, bei unseren jungen Patient*innen ein ambulantes 24-Stunden-Blutdruckmonitoring durchzuf√ľhren. Zu diesem Zweck wird den Patient*innen ein spezielles Blutdruckmessger√§t angelegt, welches etwa halbst√ľndig den Blutdruck misst. Die Werte werden gespeichert und nach R√ľckgabe des Ger√§tes ausgewertet. An unserer Klinik erfolgt die ambulante Langzeitblutdruckmessung in Zusammenarbeit mit der nephrologisch-urologischen Ambulanz.

Ergometrie

Belastungs-EKG-Untersuchungen erfolgen an unserer Abteilung mit einem Fahrrad-Ergometer. Die Untersuchung kann ab einer K√∂rpergr√∂√üe von 125 cm (fr√ľhestens ab ca. f√ľnf Jahren) durchgef√ľhrt werden. Patient*innen werden auf dem Fahrrad bei steigendem Widerstand belastet und das Verhalten von EKG und Blutdruck wird aufgezeichnet. Die Hauptindikationen f√ľr ein Belastungs-EKG sind:

  • Bestimmung der k√∂rperlichen alters- und geschlechtsabh√§ngigen Belastbarkeit bei Herzerkrankungen und nach Herz-Operationen
  • Diagnostik belastungsabh√§ngiger Herzrhythmusst√∂rungen
  • Untersuchung des belastungsabh√§ngigen Blutdruckverhaltens bei Verdacht auf Bluthochdruck
  • Abkl√§rung bei eingeschr√§nkter Belastbarkeit oder belastungsabh√§ngigen Symptomen

Leistungsdiagnostik bei herzgesunden Kindern sowie Sportuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen werden in Graz an der Sportambulanz der Universit√§tsklinik f√ľr Kinderchirurgie (im selben Hause, Prof. Dr. P. Schober) durchgef√ľhrt.

Herzultraschall

Diese nichtinvasive ‚Äď ohne Eingriff ‚Äď ablaufende Untersuchung ist derzeit der Goldstandard kardiologischer Untersuchungen angeborener Herzfehler. In einer zweidimensionalen Ebene werden Strukturen des Herzens in Bewegung in Echtzeit dargestellt, wobei verschiedene Standard-Schnittebenen ‚Äď m√∂glich durch Drehen und Schwenken des Schallkopfes ‚Äď durch die/den Untersuchende(n) eingestellt werden. In diese zweidimensionalen Strukturen k√∂nnen zus√§tzlich Flusscharakteristika des Blutes im Herzen durch Farbkodierung der Str√∂me zum/vom Schallkopf eingeblendet werden und geben damit einen Hinweis auf normales/abnormales Flussverhalten des Blutes z. B. √ľber L√∂cher oder Engstellen.

Die zus√§tzliche Doppler-Untersuchung der Blutfl√ľsse im Herzen gibt Aufschluss √ľber Flussgeschwindigkeiten an Klappen oder in Gef√§√üen und kann Druckgradienten √ľber Engstellen sehr genau bestimmen. Die Echokardiografie ist eine nicht schmerzhafte, beliebig wiederholbare Methode, die in vielen F√§llen eine Herzkatheteruntersuchung nicht mehr notwendig gemacht hat.

Unserer klinischen Abteilung steht seit Kurzem auch eine dreidimensionale Schallm√∂glichkeit auf einem neuen Ger√§t zur Verf√ľgung, wobei hier besonders die 3D-Darstellung von Klappen vor einer Operation und die Beobachtung von Implantationen von Schirmen in die Scheidew√§nde des Herzens w√§hrend eines Kathetereingriffs die √§rztliche T√§tigkeit wesentlich erleichtern.

‚ÄčDiese alte Methode der Ableitung der Herzstr√∂me geh√∂rt zum Routineprogramm der ambulanten Untersuchung, ist allerdings nur bei Verdacht auf Herzfehler, nach Herzoperationen, Herzmuskelerkrankungen oder Herzrhythmusst√∂rungen notwendig.

Ansonsten hat die Echokardiografie als simples rasches Screening das EKG weitgehend verdrängt.

Die Ergospirometrie (oder auch Spiroergometrie genannt) dient der Absch√§tzung der kardiopulmonalen Leistungsf√§higkeit. So lassen sich leistungslimitierende Faktoren den beteiligten Systemen ‚Äď Herz, Kreislauf, Lunge ‚Äď zuordnen. Diese Untersuchung wird an unserer Abteilung wie eine Fahrradergometrie durchgef√ľhrt. Dabei werden bei steigender Belastung zus√§tzlich √ľber eine Maske √ľber Mund und Nase Werte des Atemvolumens, der Atemfrequenz sowie des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehaltes der ausgeatmeten Luft erhoben.

Häufigste Indikation ist die

  • Abkl√§rung von Atemnot unter Belastung

Weitere Indikationen sind z. B.:

  • Entscheidung √ľber die Dringlichkeit einer Herzklappenoperation
  • Objektivierung einer Herzinsuffizienz
  • Optimierung einer Schrittmacherprogrammierung
    Unterscheidung zwischen Sportherz und Cardiomyopathie
  • Verlaufskontrolle nach Herzoperationen
  • Einsch√§tzung von Shuntvitien unter Belastung

Dies ist eine genaue Untersuchung des kindlichen Herzens im Mutterleib, wobei einfache Voruntersuchungen bereits in der geburtshilflichen Praxis vorgenommen werden können. Die fetale Echokardiografie, eine Untersuchung die spezieller Technik bedarf, zeigt nicht nur die genaue Anatomie, sondern auch die Strömungsverhältnisse im Herzen d. h. den fetalen Kreislauf mit seinen Besonderheiten durch Messungen mittels der Doppleruntersuchung.

So k√∂nnen bei gewissen Risikogruppen (z. B. M√ľttern oder V√§tern, welche selbst einen Herzfehler hatten oder bei denen bereits ein Kind einen Herzfehler hatte, Diabetes oder rheumatischen Erkrankungen der Mutter, Gabe von Lithium, Alkoholismus) fr√ľhzeitig Fehler des Herzens des heranwachsenden Kindes erkannt werden. Andere im Mutterleib festgestellte Missbildungen des Kindes, wie etwa des R√ľckenmarks oder des Darms, oder Verdacht auf Chromosomen-Anomalien sind ebenfalls ein Grund, das Herz genau zu untersuchen.

Ebenso k√∂nnen Herzrhythmusst√∂rungen des Ungeborenen (zu rasche oder zu langsame Schlagfolgen), die oftmals zu Herzversagen f√ľhren, erkannt und medikament√∂s √ľber den m√ľtterlichen Kreislauf behandelt werden. Obwohl man bisher angeborene Herzfehler im Mutterleib kaum behandeln kann, ergibt sich doch die M√∂glichkeit, Eltern genau zu beraten und Schritte f√ľr die Betreuung des Kindes unmittelbar nach der Geburt in die Wege zu leiten. Dies alles erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen Geburtshelfer*innen und Kinderkardiolog*innen.

Ein invasiver Eingriff

Die Grazer Kinderkardiologie an der Univ.-Kinderklinik hat seit Jahren die gr√∂√üten Zahlen an Herzkatheteruntersuchungen an Kindern und Jugendlichen in √Ėsterreich und f√ľhrt die meisten interventionellen Eingriffe durch.

Die Kipptischuntersuchung ist eine diagnostische Methode zur Abkl√§rung von Kollapszust√§nden und anderen eventuell kreislaufbedingten Beschwerden (z. B. chronischer Schwindel oder √úbelkeit). Seit 2001 k√∂nnen wir diese Spezialuntersuchung im Rahmen unserer Herzambulanz anbieten. Die Patient*innen m√ľssen bei der Untersuchung zuerst zehn Minuten liegen und werden dann in eine aufrechte Position (70¬į - 80¬į) gebracht. F√ľr maximal 40 Minuten werden anschlie√üend alle Kreislaufparameter (EKG, Blutdruck, Herzzeitvolumen etc.) gemessen und √ľber ein Computerprogramm ausgewertet.

Wir verwenden zu diesem Zweck den in Graz entwickelten ‚ÄěTask Force Monitor‚Äú, ein Ger√§t, das auch schon von der NASA im Weltraum zum Einsatz gebracht wurde. Anhand der gewonnenen Daten kann in vielen F√§llen eine exakte Ursache der Beschwerden definiert und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Neben Allgemeinma√ünahmen wie reichlicher Fl√ľssigkeitszufuhr und Ausdauertraining ist bei einem Teil der Patient*innen auch eine medikament√∂se Therapie notwendig, um eine Besserung der Beschwerden zu erzielen.

‚ÄčCardiac MRI

Diese Untersuchung wird an der Klinischen Abteilung f√ľr Kinderradiologie der Universit√§tsklinik f√ľr Radiologie im Komplex des Kinderzentrums durchgef√ľhrt. Die Planung und Auswertung erfolgt daher in enger Zusammenarbeit mit einem Kinderradiologen. Die Untersuchung kann ambulant durchgef√ľhrt werden und dauert etwa eine Stunde. Bei dieser relativ neuen Methode k√∂nnen die Gr√∂√üe und Funktion der Herzkammern und der Vorh√∂fe, die Herzklappen, eventuelle Restdefekte sowie Verengungen oder Ausweitungen der K√∂rper- und Lungenschlagader exakt beurteilt werden.

Dadurch kann bei manchen Patient*innen eine Herzkatheteruntersuchung vermieden werden. Auch f√ľr die Planung einer Herzkatheterintervention wird das Cardiac MR zunehmend eingesetzt. Der Vorteil dieser Methode besteht vor allem darin, dass zur Bildgebung keine R√∂ntgenstrahlen, sondern ein Magnetfeld verwendet wird. Die Methode ist nicht invasiv, v√∂llig ungef√§hrlich, erfordert aber bei j√ľngeren Patient*innen station√§ren Aufenthalt und eine Narkose, w√§hrend sie bei √§lteren Patient*innen ambulant durchgef√ľhrt werden kann.

Angeborene Herzfehler stellen f√ľr betroffene Kinder und deren Angeh√∂rige h√§ufig eine starke psychische Belastung dar. An der kardiologischen Abteilung der Univ. Kinderklinik Graz gibt es seit 1996 neben der medizinischen Versorgung die M√∂glichkeit der psychosozialen Betreuung betroffener Kinder und ihrer Angeh√∂rigen.

Schwerpunkte der psychologischen Betreuung sind:

  • Unterst√ľtzung der Eltern in der Phase der Diagnoseer√∂ffnung, psychologische Hilfe bei der Diagnoseverarbeitung.
  • Psychologische Vor- und Nachbehandlungsma√ünahmen bei Herzoperationen: durch gezielte Rollenspiele wird versucht, Bew√§ltigungsstrategien zu erarbeiten, die die pr√§operative Angst verringern bzw. die postoperative Kooperationsbereitschaft und den Umgang mit Unbehagen und Schmerzen verbessern sollen.
  • Unterst√ľtzung der Eltern bei schulischen, beruflichen, erzieherischen und psychosozialen Fragen.
  • Betreuung der Kinder in der Phase der Pubert√§t. Der notwendige Abl√∂sungsprozess in der Adoleszenz ist meist komplizierter, da sich die Kinder ihre Eigenverantwortlichkeit oft hart erk√§mpfen m√ľssen. Gleichzeitig ist der Aufbau eines konstanten Selbstwertgef√ľhls durch die m√∂glichen k√∂rperlichen Einschr√§nkungen erschwert.
  • Trauerbegleitung bei Tod eines Kindes.

Mit diesem ganzheitlichen Betreuungskonzept, das vom Team der kardiologischen Abteilung getragen wird, soll eine bestmögliche Behandlung der Patient*innen gewährleistet werden.

Die trans√∂sophageale Echokardiografie (TEE) ist eine Methode der Begutachtung des Herzens von der Speiser√∂hre aus, wenn man es von au√üen her ungen√ľgend beurteilen kann. Auch am Ende einer Herzoperation zur Feststellung des Operationsergebnisses oder auf der Intensivstation ist die TEE notwendig. Bei vielen Jugendlichen oder Erwachsenen ist die TEE die einzige M√∂glichkeit das Herz gut zu sehen. Bei dieser Untersuchung wird in Narkose, oder bei wachen, √§lteren Patient*innen in Rachenan√§sthesie, eine Ultraschallsonde in die Speiser√∂hre eingef√ľhrt, um so das Herz von hinten aus n√§chster N√§he zu betrachten.

St√∂rfaktoren wie dicke Brustw√§nde, Rippen, √ľberbl√§hte Lungen, behindernde Verb√§nde oder Drainagen etc. entfallen so und erm√∂glichen eine ausgezeichnete Beurteilung aller Herzanteile. Der Eingriff ist gefahrlos und wird auch routinem√§√üig im Herzkatheterlabor bei allen Eingriffen zur Implantation eines Schirmes eingesetzt. S√§uglinge und Kleinkinder haben meist ausgezeichnete Schallfenster von der Brustwand aus und ben√∂tigen diese Untersuchung nicht; das untere Gewichtslimit liegt mit speziellen Kindersonden bei ca. drei kg.

Krankheiten am Herzen

Die Erkrankungen des Herzens im Kindes- und Jugendalter betreffen vorwiegend das Vorliegen angeborener Herzfehler, entz√ľndliche Herzerkrankungen, prim√§re Erkrankungen des Herzmuskels sowie Herzrhythmusst√∂rungen.

Das normale Herz

Dieses besteht aus zwei komplett getrennten hintereinander geschalteten Kreisl√§ufen. Das ven√∂se, sauerstoffarme (blaue) Blut erreicht √ľber die gro√üen, oberen und unteren Hohlvenen den rechten Herzvorhof und gelangt √ľber die rechte Herzkammer in die Lungenschlagader und die zahllosen kleinen Lungengef√§√üe, wo es mit Sauerstoff beladen wird. Von dort gelangt das nun arterialisierte (rote) Blut √ľber die Lungenvenen in den linken Herzvorhof, die linke Herzkammer und K√∂rperschlagader (Aorta) mit ihren √Ąsten. So wird allen Organen des K√∂rpers Blut zugef√ľhrt. Beide Kreislaufh√§lften sind durch Herzkammer- und Vorkammerscheidew√§nde getrennt.

Die linke Kammer und Körperschlagader haben Systemdruck (den normalen Blutdruck), während die rechte Kammer und Lungenschlagader normalerweise mit nur einem Viertel dieses Druckes arbeitet.

Allgemeine Begriffe

Unter Herzfehlern bezeichnet man Veränderungen der Struktur des Herzens, d. h. Abweichungen von der normalen Anatomie.

Diese k√∂nnen angeboren (schon in den ersten Schwangerschaftswochen gebahnt) oder erworben (nach Entz√ľndungen) auftreten. Dabei k√∂nnen die Ver√§nderungen z. B. an Herzklappen von v√∂lligem Fehlen bis zum totalen Verschluss reichen, Klappen k√∂nnen ebenso verengt oder undicht sein.

Herzkammern k√∂nnen zu klein sein oder √ľberhaupt fehlen. Auch an Scheidew√§nden des Herzens k√∂nnen L√∂cher verschiedenster Gr√∂√üe, einzeln oder in Mehrzahl, bestehen.

Schlagadern können zu klein oder erweitert sein, es können abnorme Gefäßverbindungen bestehen usw.

Kaum ein Herzfehler gleicht dem anderen, da auch viele Kombinationen von Missbildungen möglich sind. Je nach Schweregrad der Veränderungen machen Herzfehler keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt oder es können schlechte Belastbarkeit, Herzversagen oder Blausucht auftreten.

Dies ist eine schon in Ruhe sichtbare Blauverfärbung der Lippen, Zunge, Wangen, Ohren, Finger- und Zehenspitzen, bedingt durch Beimengung von venösem (blauen) Blut zum arteriellen Blut der Körperschlagader (Rechts-Links Shunt).

Blausucht ist ein typisches Zeichen verschiedenster Herzfehler (Fallot, Pulmonalatresie, Transposition u. a.) und spiegelt einen Mangel von Sauerstoffbindung an den roten Blutk√∂rperchen (arterielle Unters√§ttigung ‚Äď normal 95%) wieder. Eine gewisse Unters√§ttigung von etwa 75% - 80% sollte Anlass zu korrigierenden oder behelfsm√§√üigen Operationen sein. Oftmals ist Zyanose ab Geburt vorhanden und ein Grund zu sofortiger Untersuchung oder Operation, gelegentlich entwickelt sie sich erst im Laufe der ersten Lebensjahre.

Dies ist der Druckunterschied zwischen einer Kammer und der dar√ľberliegenden Schlagader, zwischen zwei Kammern oder zwei Gef√§√üen, angegeben in mm Quecksilbers√§ule (mmHg). Der Druckgradient spiegelt den Schweregrad einer Engstelle oder die Gr√∂√üe eines Defektes wieder und ist auch eine Indikation f√ľr eine Operation oder einen Herzkathetereingriff.

Druckgradienten und damit indirekt der Druck in großen Gefäßen, Kammern und Vorkammern können mittels Echokardiografie exakt ermittelt werden, der pulmonale Widerstand und Shunts aber lediglich durch Herzkatheteruntersuchungen.

Beschreibt die Unf√§higkeit des Herzens (der rechten, linken oder beider Kammern), die anfallende Blutmenge auszuwerfen. Ursachen dazu sind vor allem viele angeborene Herzfehler, seltener eine Herzmuskelentz√ľndung oder Herzrhythmusst√∂rungen.

Kann die rechte Kammer das anfallende Blut nicht zur G√§nze in die Lungenschlagader auswerfen, staut es sich im rechten Vorhof und damit steigen die Druckwerte in den Hohlvenen. Dadurch entstehen Wasseransammlungen im Gewebe (√Ėdeme) z. B. im Gesicht an den Lidern, an Armen und Unterschenkeln, in den Lungenh√∂hlen sowie eine Lebervergr√∂√üerung.

Versagt die linke Kammer, staut sich das Blut in die Lungen zur√ľck, was zu Kurzatmigkeit, chronischem Husten, schlechter Versorgung der Organe etc. f√ľhrt. Als Kompensationsmechanismus besteht stets eine erh√∂hte Herzschlagfolge und Erh√∂hung der Atemfrequenz; fast immer besteht bei angeborenen Herzfehlern ein kombiniertes Rechts-Linksherzversagen. Herzversagen im S√§uglingsalter bedingt auch Wachstumsstillstand, da die Nahrungskalorien durch erh√∂hte Herz- und Atemt√§tigkeit verbraucht werden und nicht f√ľr Gewichtszunahme zur Verf√ľgung stehen.

Behandlung

Die Behandlung des Herzversagens erfolgt mit der Gabe entwässernder Medikamente (Diuretika), Medikamente zur Senkung des Widerstandes hinter der linken Kammer (ACE-Hemmer), sogenannten ß-Blockern und Medikamente zur direkten Kräftigung des Herzmuskels. Wenn ein Herzfehler die Ursache darstellt, ist dessen rasche Korrektur anzustreben.

Dies ist eine rein rechnerische Gr√∂√üe, zusammengesetzt aus dem Druck in der Lungenschlagader, Druckwerten der Herzvorh√∂fe und allf√§lligen Shunts. Sie sagt aus, inwieweit Lungengef√§√üe enger gestellt sind bzw. durch langdauernden Shunt und hohen Druck Wandver√§nderungen entstanden sind. Ein erh√∂hter pulmonaler Gef√§√üwiderstand kann ein Risikofaktor f√ľr eine Operation darstellen bzw. eine Operation √ľberhaupt verbieten.

Dies ist der Begriff f√ľr die Menge an Blutvolumen, welche in der Zeiteinheit von einer Kreislaufh√§lfte in die andere verschoben wird. Shunts sind durch Defekte zwischen den Herzkammern und gro√üen Gef√§√üen m√∂glich und fast immer durch Druckunterschiede bedingt, bei Druckgleichheit der Kreisl√§ufe durch Differenzen der peripheren Gef√§√üwiderst√§nde.

Ein Links-Rechts-Shunt von 50% bedeutet, dass 50% des erhöhten Volumens im Lungenkreislauf von links kommen. Ein Rechts-Links-Shunt von 20% auf Kammerebene bedeutet, dass 20% des Blutvolumens in der Körperschlagader aus der rechten Kammer kommen, was bedingt, dass die Sauerstoffwerte des arteriellen Blutes absinken. Die Größe eines Shunts ist ebenso wie die arterielle Sauerstoffsättigung eine Indikation zu einem Eingriff.

Die häufigsten angeborenen Herzfehler

Die umschriebene Verengung im Bogen der K√∂rperschlagader kann im Neugeborenenalter schwerste Probleme mit Herz- und Nierenversagen erzeugen, wenn sich der Duktus verschlie√üt. Hier ist eine sofortige Operation notwendig. Prostglandin-Infusionen k√∂nnen eine kritische Periode √ľberbr√ľcken.

Die Operation zeigt gute Ergebnisse, in etwa 10% kommt es jedoch wiederum zu narbigen Verengungen. Im sp√§teren Lebensalter wird die Isthmusstenose durch hohen Blutdruck der oberen K√∂rperh√§lfte, das Herzger√§usch, raschere Erm√ľdbarkeit der Beine u. a. entdeckt. Unbehandelt schadet der hohe Blutdruck der Funktion der linken Herzkammer, f√ľhrt zu fr√ľher Arteriosklerose, Hirninfarkt oder Endokarditis. Eine Beseitigung der Engstelle ist daher in jedem Lebensalter anzustreben.

Beim jungen Säugling ist das Mittel der Wahl stets die Operation, beim älteren Kind und Erwachsenen muss die Ballondehnung mit oder ohne Stentimplantation in Betracht gezogen werden.

Diese ist bei noch nicht operierten Patient*innen bez√ľglich des Risikos gegen eine Operation abzuw√§gen, w√§hrend bei AIST nach einer bereits im Neugeborenenalter stattgefundenen Operation stets die Ballondehnung mit/ohne Stent das Mittel der Wahl ist.

Trotz gelungenes Eingriffes benötigt ein Teil dieser Patient*innen später Medikamente gegen hohen Blutdruck.

√Ąhnlich wie bei der Pulmonalklappenstenose kann auch hier im Neugeborenenalter fr√ľh ein bedrohliches Krankheitsbild mit Linksherzversagen entstehen, da die linke Herzkammer nur wenig Blut zur Organversorgung auswerfen kann und eine Lungenstauung entsteht.

Auch hier helfen Prostaglandin-Infusionen und eine rasche Ballondehnung der Klappe. In vielen Fällen ist dies nur ein Behelfseingriff und die Patient*innen benötigen im späteren Leben rekonstruierende Operationen der Aortenklappe (Ross-Operation) oder eine Kunstklappe. Die schwer missgebildeten Klappen neigen oft neuerlich zu Verengung oder nach einer Ballondehnung zu Undichtheit.

Kommen die Patient*innen beschwerdefrei in ein höheres Alter ist etwa ab einem Druckgradienten von 70 mm Hg eine Ballondehnung angezeigt. Ist die Klappe gleichzeitig auch undicht kommen rekonstruierende Operationen oder Kunstklappen in Frage.

Kunstklappen können jedoch erst nach Abschluss des Wachstums eingesetzt werden und gehen mit einer lebenslangen Einnahme gerinnungshemmender Medikamente (Antikoagulation) einher.

Dies ist der h√§ufigste Herzfehler bei Patient*innen mit Trisomie 21. Er besteht aus einem gro√üen VSD, einem dar√ľberliegenden ASD I und einer gemeinsamen Klappe zwischen Vorh√∂fen und Kammern.

Damit besteht immer Druckgleichheit in beiden Herzkammern und Hochdruck in der Lungenschlagader. Hierbei ist eine fr√ľhzeitige operative Korrektur anzustreben. Diese ist durch die notwendige Trennung der gemeinsamen Klappe in zwei einzelne Klappen und den gleichzeitigen Verschluss der Defekte etwas schwieriger als die Operation eines VSDs oder ASDs.

So verbleiben öfters Undichtheiten der rechten oder linken Klappe, späterer Klappenersatz kann notwendig werden.

Dieser Herzfehler mit Blausucht hat eine deformierte und weit in die rechte Kammer hineinversetzte Trikuspidalklappe. Dadurch kann die Kammer nur einen Teil des Blutes in die Lunge pumpen, der Rest geht √ľber einen ASD II nach links.

Die Korrektur besteht in einer Klappenrekonstruktion; in extremen F√§llen sind fr√ľhe Shunt-Operationen oder sp√§ter eine Glenn- oder Fontan-Operation erforderlich.

Dies ist der h√§ufigste Herzfehler mit Zyanose, welche sich jedoch meist erst im ersten Lebensjahr entwickelt. Die zunehmende Engstelle unter der Lungenschlagader leitet mehr blaues Blut √ľber einen gro√üen VSD nach links in die Aorta, was auch Blausuchtsanf√§lle erm√∂glichen kann.

Eine komplette Korrektur sollte je nach Symptomen im ersten Lebensjahr erfolgen und besteht im Verschluss des VSDs und in der Entfernung der verdickten Muskulatur der rechten Herzkammer.

Die Aussichten danach sind meist ausgezeichnet. In seltenen F√§llen ist im fr√ľhen Lebensalter wegen der Kleinheit der Lungenschlagadern eine Korrektur nicht m√∂glich und die Patient*innen ben√∂tigen zun√§chst eine Shunt-Operation.

Muss eine plastische Erweiterung des Ausflusstraktes der rechten Herzkammer erfolgen, kann im späteren Leben eine Undichtheit der Klappe der Lungenschlagader entstehen und eine Implantation eines Konduits notwendig machen.

Bei diesem Herzfehler ist die linke Kammer extrem klein, die Aortenklappe verschlossen und die Aorta meist extrem eng.

Die Kinder zeigen ab den ersten Lebenstagen Symptome wie Herzversagen, Pulslosigkeit, Nierenversagen und benötigen nach Prostaglandin-Infusionen die sog. Norwood-Operation.

Dabei wird die rechte Kammer als Systemkammer an eine mit Teilen der Lungenschlagader erweiterte K√∂rperschlagader angeschlossen. Die abgetrennte Lungenschlagader erh√§lt das Blut √ľber einen Shunt, gleichzeitig wird ein gro√ües Loch in der Vorhofscheidewand geschaffen.

Noch im ersten Lebensjahr folgt als n√§chste Zwischenoperation eine Glenn- und sp√§ter eine Fontan-Operation. Die Sterblichkeit bis zur Zweitoperation liegt an guten Zentren bei etwa 30%. Eine Alternative zur Norwood-Operation ist die fr√ľhe Herztransplantation, f√ľr die es allerdings in Europa wenige Spender*innen und auch Zentren gibt.

Beschreibt eine schlitzf√∂rmige √Ėffnung in der Vorhofscheidewand, welche f√ľr den Kreislauf des ungeborenen Kindes n√∂tig ist und wird mit PFO abgek√ľrzt. Diese verschlie√üt sich nach der Geburt zwar wieder f√ľr den Blutdurchfluss, kann sich aber bei etwa 30% aller Menschen unter 60 Jahren noch fallweise bei Erh√∂hung des Druckes in der rechten Vorkammer √∂ffnen.

Auf diesem Wege k√∂nnen gelegentlich kleine ins Herz verschleppte Blutgerinnsel auf die linke Herzseite und ins Gehirn gelangen, wo vor√ľbergehende Phasen von Minderdurchblutung einzelner Hirnbereiche (transiente isch√§mische Attacke = TIA) oder ein Schlaganfall ausgel√∂st werden k√∂nnen.

Ein PFO wird durch die Schluckultraschalluntersuchung (TEE) gefunden oder ausgeschlossen. Findet man keine anderen Ursachen, darf bei j√ľngeren Patient*innen eine solche ‚Äěparadoxe" Embolie als Ursache der Schlaganf√§lle angenommen werden und das PFO sollte verschlossen werden. Dies geschieht mittels eines einfachen Herzkathetereingriffs durch Implantation eines Schirms in die Vorhofscheidewand.

Bei diesen Eingriffen hat die Kinderkardiologie Graz die gr√∂√üten Zahlen an Patient*innen und gr√∂√üten Erfahrungen in √Ėsterreich.

Ein Persistierender Duktus ist eine offenbleibende Verbindung zwischen K√∂rper- und Lungenschlagader, welche im Neugeborenenalter, besonders bei Fr√ľhgeborenen, zu Lungen√ľberdurchblutung und Atemproblemen f√ľhren kann.

Im späteren Alter wird der Duktus meist durch das Geräusch erkannt und sollte in jedem Fall verschlossen werden, weil die Möglichkeit späteren Herzversagens oder Rhythmusstörungen im Erwachsenenalter, aber auch die Gefahr einer Endokarditis bestehen kann.

Während im Neugeborenenalter wegen medikamentös möglichem Verschlusses nur ganz selten eine Operation notwendig ist, wird der Duktus später fast ausschließlich interventionell mittels Herzkatheter und mit Implantaten verschlossen. Dazu kommen Pfropfen oder Spiralen (Coils) in Frage.

Bei diesem Herzfehler sind die Herzkammern vertauscht, die linke liegt also rechts und vice versa, aber die großen Gefäße entspringen normal.

Es kommt also helles Blut aus der Lunge √ľber die rechte Kammer in die Aorta und blaues Blut √ľber die linke Kammer in die Lunge.

Die Patient*innen haben oft keine Symptome, gelegentlich fallen sie durch einen Herzblock dritten Grades auf und benötigen einen Schrittmacher. Die meisten Kinder haben allerdings Begleitmissbildungen wie einen VSD oder eine Pulmonalstenose und fallen dadurch auf.

Die Korrekturoperationen richten sich nach diesen Begleitmissbildungen, in vielen Fällen sind Shunt-Operationen als erster Schritt notwendig. Nicht alle können so operiert werden, dass beide Kreisläufe getrennt werden, manche benötigen wiederum eine Fontan-Operation.

Die Anatomie und Klinik sind ähnlich einer schweren Fallot Tetralogie, jedoch ist hier die Verbindung der rechten Kammer zur Lungenschlagader komplett unterbrochen. Die Neugeborenen benötigen zunächst Infusionen mit Prostaglandin zum Offenhalten des Duktus, danach eine Shunt-Operation.

Dabei wird ein Kunststoffr√∂hrchen zwischen Lungen- und K√∂rperschlagader eingesetzt und f√ľhrt so Blut zur Lunge, wenn sich der Duktus verschlie√üt.

Eine sp√§te Korrekturoperation besteht im Einsetzen einer klappentragenden Gef√§√üprothese (Konduit) zwischen rechter Kammer und Lungenschlagader. Es gibt jedoch auch komplexe Typen, bei denen eine endg√ľltige Korrektur unm√∂glich ist.

Dieser Herzfehler mit Blausucht besitzt ebenfalls keine Verbindung zwischen rechter Kammer und Lungenschlagader, die Kammer ist jedoch meist klein und das Blut geht √ľber einen Defekt der Vorhofscheidewand nach links.

Auch hier wird zum Überleben primär ein Shunt benötigt. Eventuell kann vorher mittels Herzkatheter die geschlossene Klappe der Lungenschlagader geöffnet werden.

Später wird bei diesen Patient*innen meist eine Glenn- oder Fontan-Operation notwendig, da die kleine rechte Kammer zu wenig Pumpfunktion hat.

Hier besteht eine Verklebung und/oder Verdickung der Klappen der Lungenschlagader, welche je nach Grad der Verengung zu einer Mehrbelastung der rechten Herzkammer f√ľhrt.

Beim Neugeborenen kann diese Engstelle so hochgradig sein, dass kaum Blut in die Lungenschlagader gelangt und die zyanotischen Patient*innen dringlich eine Duktuserweiterung mit Prostaglandin-Infusion benötigen. Danach wird die Klappe mittels Ballonkatheter geöffnet.

Bei älteren, meist beschwerdefreien Patient*innen ist etwa ab einem Gradienten von 50 mmHg eine Sprengung dieser Engstelle mittels Ballonkatheter angezeigt, nur in seltenen Fällen muss operativ vorgegangen werden. Die Ergebnisse sind in fast allen Fällen sehr gut.

‚ÄčBei diesem Herzfehler m√ľnden alle Lungenvenen in ein gro√ües Sammelgef√§√ü, anstatt in die linke Vorkammer. Dieses Sammelgef√§√ü m√ľndet wiederum fehlerhaft in die obere oder untere Hohlvene oder in den rechten Herzvorhof. So gelangt sauerstoffreiches Blut nach rechts, aber lediglich Mischblut √ľber einen ASD II in die linke Kammer.

M√ľndung der Lungenvenen in die obere Hohlvene oder das rechte Herz machen oft lange keine Beschwerden und nur geringe Zyanose. Aber bei M√ľndung in die untere Hohlvene wird das Sammelgef√§√ü beim Durchtritt durch das Zwerchfell oft verengt und R√ľckstau mit Atemnotsymptomatik und Blausucht entsteht schon im Neugeborenenalter.

In beiden Fällen ist eine rasche Operation notwendig, bei welcher das Sammelgefäß wieder mit dem linken Vorhof verbunden und der ASD II verschlossen wird.

Hier sind die gro√üen Gef√§√üe vertauscht d. h. die K√∂rperschlagader entspringt √ľber der rechten und die Lungenschlagader √ľber der linken Kammer.

Die Neugeborenen sind ab Geburt beträchtlich blau und benötigen zum Überleben primär Prostaglandin-Infusionen und ein Loch in der Vorhofscheidewand, welches mittels Ballonkatheter gerissen werden kann.

Danach erfolgt im Neugeborenenalter die Korrektur mittels der sog. Switch-Operation, bei welcher die Gef√§√üe wieder √ľber die richtigen Kammern gelangen, gleichzeitig aber auch die Herzkranzgef√§√üe verpflanzt werden m√ľssen.

Die Lebensaussichten danach sind ausgezeichnet.

Dieser Herzfehler ist dem vorherigen sehr ähnlich.

Hier fehlt die Klappe zwischen rechter Kammer und Vorkammer vollst√§ndig und das gesamte ven√∂se Blut muss nach links, um dann wiederum √ľber ein Loch in der Herzkammerscheidewand und/oder den Duktus in die Lungenschlagader zu gelangen.

Auch diese Patient*innen sind ab Geburt blau und benötigen ein ähnliches Vorgehen wie die Pulmonalatresie, d. h. zunächst einen Shunt und eine spätere Fontanoperation.

√úber einem VSD entspringt ein gemeinsamer kurzer Gef√§√üstamm aus dem Aorta und Pulmonalarterie abgehen. Diese Patient*innen haben meist fr√ľhzeitig Herzversagen durch zu hohe Lungendurchblutung und Lungenhochdruck.

Die Korrekturoperation besteht in Trennung des Gefäßstammes, Implantation eines Konduits zwischen rechter Kammer und Lungenschlagader und Verschluss des Ventrikelseptumdefekts.

Unter diesem Begriff versteht man ein gro√ües Spektrum von Herzfehlern, deren gemeinsames Kennzeichen ist, dass nur eine ausreichend gro√üe Kammer f√ľr die Pumpfunktion zur Verf√ľgung steht. Dies kann vom v√∂lligen Fehlen der Kammerscheidewand bis zur starken Unterentwicklung einer der Herzkammern reichen.

Auch begleitende Herzklappenmissbildungen spielen eine entscheidende Rolle in der klinischen Pr√§sentation, wo die Beschwerden von fr√ľher Blausucht bis zum Herzversagen reichen k√∂nnen.

Wenn nur eine pumpende Kammer vorhanden ist und wenn gewisse Voraussetzungen wie Gr√∂√üe der Lungenschlagader, niedriger pulmonaler Gef√§√üwiderstand, gute Funktion der einzigen Kammer, dichte Klappen etc. vorhanden sind, kann eine ‚ÄěFontan-Operation‚Äú durchgef√ľhrt werden. Ein Zwischenschritt kann die ‚ÄěGlenn-Operation‚Äú sein, bei welcher zun√§chst nur die obere Hohlvene an die rechte Lungenschlagader angeh√§ngt wird.

So werden die Kreisl√§ufe wieder getrennt, eine Zyanose (Blausucht) verschwindet und das Blut von rechts flie√üt ohne pumpende Kammer nur durch das Druckgef√§lle zum linken Vorhof √ľber die Lungenschlagader durch die Lungen.

Hier ist der Bogen völlig unterbrochen und der Duktus versorgt die untere Körperhälfte mit Blut; in etwa 50% besteht als Begleitmissbildung auch ein VSD.

√Ąhnlich wie die AIST entstehen die gleichen Probleme im fr√ľhen Neugeborenenalter und die Therapie ist stets eine fr√ľhe Operation mit Rekonstruktion des Aortenbogens, ev. mit gleichzeitigem VSD‚ÄďVerschluss.

Ein VSD ist ein Loch in der Herzkammerscheidewand. Dadurch str√∂mt konstant Blut aus der linken Kammer (h√∂herer Druck) nach rechts und somit vermehrt durch die Lungen. Dies kann bei einem gro√üen Defekt zu Herzversagen in den ersten Lebensmonaten, Druckerh√∂hung in der rechten Kammer und Lungenschlagader und Gedeihst√∂rungen f√ľhren.

Bestehen fr√ľhzeitig oben genannte Zeichen, ist der fr√ľhe chirurgische Verschluss des Defektes notwendig. Kleinere Defekte machen oft keine Probleme und k√∂nnen sp√§ter korrigiert werden, sehr kleine L√∂cher bed√ľrfen oft zeitlebens keiner Behandlung, es muss jedoch auf eine Endokarditisprophylaxe geachtet werden. Als Alternative zum chirurgischen Verschluss kommt bei gewissen Typen und gewisser Lage von Defekten der Katheterverschluss mittels Implantaten in Frage, jedoch m√ľssen Patient*innen dazu eine gewisse Gr√∂√üe bzw. Gewicht haben.

Dabei gibt es zwei Typen: einerseits den selteneren tief bis an die Herzklappen reichenden Primum-Typ (ASD I), welcher meist mit einem Spalt im Mitralsegel und dessen Undichtheit kombiniert ist und andererseits den häufigen Sekundum-Typ (ASD II). Bei diesen Fehlern fließt Blut wegen des Druckgefälles konstant vom linken in den rechten Vorhof und die rechte Kammer ab. Beide Typen verursachen im Kindesalter kaum Beschwerden und werden zufällig durch das Herzgeräuschabhören entdeckt. Ein Verschluss der Defekte ist im Kleinkindesalter oder bei Beschwerden sinnvoll.

W√§hrend der ASD I nur chirurgisch verschlossen werden kann, steht beim ASD II vor allem der Katheterverschluss mittels Implantat (Schirm als Alternative zur Chirurgie) zur Verf√ľgung und sollte immer zuerst in Betracht gezogen werden. Nur wenn diese Option wegen eines zu gro√üen oder ung√ľnstig gelegenen Defektes nicht m√∂glich ist, sollte operiert werden.

Ist eine operative Korrektur notwendig, kann dieser Eingriff minimal invasiv (mit einem nur kleinen Hautschnitt an der vorderen Brustwand) vorgenommen werden.
Besonders Mädchen profitieren von dem kleinen Hautschnitt, da er kosmetisch kaum auffällt.

Vorhofseptumdefekte k√∂nnen im sp√§teren Lebensalter zu Herzversagen, Lungenhochdruck, Herzrhythmusst√∂rungen und selten zu Schlaganfall f√ľhren und geh√∂ren auf jeden Fall verschlossen.

Entz√ľndliche Herzerkrankungen

Entz√ľndliche Herzerkrankungen k√∂nnen den Herzmuskel, die Herzinnenhaut (Endokard) und den Herzbeutel (Perikard) betreffen. Als ausl√∂sende Erreger kommen prim√§r Viren, seltener Bakterien in Frage, gelegentlich kommt es im Rahmen von sogenannten Autoimmunerkrankungen, rheumatischen Erkrankungen oder allergischen Erkrankungen ebenfalls zu Entz√ľndungen eines der Anteile des Herzens.

Entz√ľndung der Herzinnenhaut

Dies ist eine fieberhafte Erkrankung durch bakterielle Besiedelung der Herzinnenhaut (Endokard), im Bereiche der Herzkammern, -vorh√∂fe, - klappen oder der gro√üen Gef√§√üe wie Aorta und Pulmonalarterie. Gef√§hrdet sind alle Patient*innen mit Defekten der Herzkammerscheidew√§nde, Engstellen an Klappen, undichten Klappen, Engstellen der gro√üen Gef√§√üe. Besonders gef√§hrdet sind Patient*innen mit k√ľnstlichen Herzklappen, Gef√§√üprothesen (Konduits) oder k√ľnstlichen Verbindungen zwischen den Kreisl√§ufen (Shunts).

Bakterien, die in die Blutbahn gelangen, k√∂nnen an Oberfl√§chen (besonders auf Kunststoff) septische Thromben (Gerinnsel) bilden, von welchen aus eine bakterielle Streuung in andere Organe (Niere, Leber, Lunge, Haut, Gehirn) m√∂glich wird. Ursachen sind Keime wie Streptokokken, Stapphylokokken oder Pilze. Klinische Zeichen sind Fiebersch√ľbe, Blutarmut, hohe Entz√ľndungszeichen, Gewichtsabnahme; oft treten diese Zeichen auch direkt nach einer Herzoperation auf und bedingen eine genaue Suche nach ihrer Herkunft, wobei typische Krankenhauskeime oder bei l√§ngerer Antibiotikabehandlung auch Pilze eine Rolle spielen. Eintrittspforten f√ľr diese Erreger sind im normalen Leben Eingriffe (z. B. Zahnarzt, Operationen im Bauchraum) oder nach Herzoperationen zentrale Katheter, Blasenkatheter, Drainagen, Operationswunden.

Eine bakterielle Endokarditis ist eine gef√§hrliche Erkrankung, da sie eine chronische Entz√ľndung bewirkt, welche durch Befall von Klappen eine Zerst√∂rung des Klappengewebes und durch Verschleppung von Keimen zu Abszessen in anderen Organen f√ľhren kann. Kann keine Heilung durch Antibiotika bewirkt werden, ist oftmals wegen Zerst√∂rung der Klappe der Ersatz mit einer Kunstklappe erforderlich.

Der Nachweis einer bakteriellen Endokarditis ist vielfach schwierig ‚Äď das Suchen nach einer Eintrittspforte oder einem Erreger (viele Blutkulturen notwendig) bringt nicht immer die Kl√§rung. Manchmal bringt die Echokardiografie die Kl√§rung, da ein Gerinnsel an einer Klappe festgestellt werden kann. Dazu sind aber auch Schluckultraschalluntersuchungen (TEE) notwendig. Bei Verdacht auf diese Erkrankung beginnt man immer mit einer breit gestreuten antibiotischen Behandlung, bis ein Erregernachweis einen Keim erkennen l√§sst, bzw. man setzt Pilzmittel bei Pilznachweis ein. Die Behandlung dauert mindestens sechs Wochen. Bei den meisten angeborenen Herzfehlern ist eine gezielte Endokarditisprophylaxe laut ausgegebenem Pass erforderlich.

Dies ist eine hochfieberhafte Erkrankung, welche 1967 erstmals in Japan beobachtet wurde. Ursachen sind bislang nicht entdeckte Viren oder eine starke allergische Reaktion auf infekti√∂se Erreger. Die Erkrankung erzeugt eine allgemeine Entz√ľndung ven√∂ser und arterieller Blutgef√§√üe und ist vor allem wegen m√∂glichem Befalls der Herzkranzgef√§√üe (Koronararterien) gef√§hrlich. Dabei k√∂nnen n√§mlich, wenn nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, Aussackungen (Aneurysmen) und sp√§ter Verschl√ľsse der Herzkranzgef√§√üe entstehen.

Diese vor allem in den ersten Lebensjahren auftretende Herzerkrankung zeigt l√§nger dauerndes Fieber, unklare Hautausschl√§ge, Befall der Mundschleimh√§ute, Bindehautentz√ľndung, Lymphknotenschwellungen und Schuppung in der zweiten Krankheitswoche an Fingern und Zehen. Atypische Verl√§ufe sind h√§ufig.

Eine genaue fr√ľhzeitige Diagnose ist wesentlich, da eine fr√ľhe Therapie mit hochdosiertem Aspirin und Gammaglobulin m√∂gliche Komplikationen verhindern kann. Die Diagnose kann nur klinisch gestellt werden, da es keinen spezifischen Test f√ľr diese Erkrankung gibt. Dabei spielt die Echokardiografie des Herzens und die Erfahrung der Abteilung eine gro√üe Rolle, um Sch√§den an den Herzkranzgef√§√üen zu vermeiden. Bei fr√ľher richtiger Diagnose und Therapie sind die Heilungsaussichten ausgezeichnet.

Entz√ľndung des Herzmuskels

Diese ist fast immer viral bedingt und tritt oft nach einem viralen Infekt der oberen Luftwege ‚Äď bei √§lteren Patient*innen nach √ľbergangener Grippe ‚Äď auf. Klinische Zeichen sind alle Stadien des Herzversagens, meist angezeigt durch schnelle Atmung und Herzschlag, leichte Erm√ľdbarkeit, bei S√§uglingen Trinkschw√§che, Lebervergr√∂√üerung, gelegentlich auch Herzrhythmusst√∂rungen. Bei √§lteren Patient*innen kommt es oft zu einer Kombination mit Perikarditis und damit zu Herzschmerzen und Fieber. Die Diagnose wird durch EKG-Ver√§nderungen, Rhythmusst√∂rungen, Ver√§nderungen im Ultraschall (eingeschr√§nkte Funktion und Vergr√∂√üerung der linken Herzkammer, undichte Herzklappen) gestellt. Im Labor findet man gelegentlich erh√∂hte Virustiter und erh√∂hte Herzfermente wie bei einem Herzinfarkt.

Der Verlauf ist besonders im S√§uglingsalter oftmals schwer, es gibt gelegentliche Todesf√§lle durch nicht beherrschbares Herzversagen; ebenso kann ein √úbergang in eine chronisch schlechte Funktion des linken Ventrikels (dilatative Kardiomyopathie) entstehen. Diese Patient*innen sind nach langem Krankheitsverlauf gelegentlich Kandidaten f√ľr eine Herztransplantation (HTX). Die Behandlung besteht in Bettruhe, Gabe von Medikamenten gegen das Herzversagen (Digitalis, Diuretika, √ü-Blocker, ACE-Hemmer) und entz√ľndungshemmenden Medikamenten.

Wenn eine Herzmuskelbiopsie durch Herzkatheter den Nachweis noch im Herzmuskel vorhandener Viren erbringt, ist zus√§tzlich eine Behandlung mit Interferon angezeigt. Wenn eine chronische lymphozyt√§re Entz√ľndung (der K√∂rper wendet sich gegen eigenes zerst√∂rtes Gewebe) gefunden wird, muss immunsuppressiv (gegen die eigene Immunantwort des K√∂rpers) mit Azathioprin und Kortison behandelt werden. In den Anfangsstadien der Erkrankung kann zudem Gammaglobulin versucht werden.

Der Herzbeutel besteht aus einem inneren und √§u√üeren Blatt, welche durch Bewegung des Herzens selbst aneinander gleiten. Eine Entz√ľndung dieser H√§ute durch Viren oder Bakterien, selten durch andere Grundkrankheiten, f√ľhrt zu Fieber, Schmerzen und Ansammlung von Fl√ľssigkeit bzw. Eiter rund um das Herz. Bakterien k√∂nnen in den Herzbeutel durch eine Entz√ľndung in direkter N√§he (z. B. Lunge) oder Verschleppung von Keimen aus anderen Entz√ľndungsherden im K√∂rper (z. B. Ohr, Knochen) eindringen. F√ľllt sich der Herzbeutel vermehrt mit Fl√ľssigkeit, kann die Herzfunktion beeintr√§chtigt werden, was zu Kurzatmigkeit, Lebervergr√∂√üerung und schnellem Herzschlag f√ľhrt und bedrohlich werden kann (Herzbeuteltamponade).

Diagnose
Die Diagnose ist mittels Ultraschall einfach zu stellen. Eine drohende Tamponade muss sofort durch direkte Eiterentleerung durch Punktion und Drainage behandelt werden, ansonsten werden entz√ľndungshemmende Mittel und Antibiotika ‚Äď je nach Keimbefund - eingesetzt. Die virale Perikarditis macht geringere Symptome, kann aber ebenfalls zu gro√üen Erg√ľssen f√ľhren, welche eine Entleerung des Herzbeutels notwendig machen. Hier werden entz√ľndungshemmende Medikamente und oft Kortison eingesetzt.

Heilungsaussichten
Die Heilungsaussichten sind bei beiden Formen gut. Die wohl h√§ufigste Form einer Entz√ľndung des Herzbeutels sehen wir in der postoperativen Phase nach Herzoperationen als ‚Äě Postperikardiotomie-Syndrom‚Äú, wobei die Er√∂ffnung des Herzens bzw. Herzbeutels durch die Operation zu Schmerzen, Fieber und im Laborbefund zu Entz√ľndungszeichen f√ľhren. Die Ursache ist unbekannt, meist wird eine allergische Reaktion durch die Verletzung durch den Eingriff angenommen.

Die Behandlung √§hnelt der viralen Perikarditis; l√§ngere Verl√§ufe mit mehrmaligem Aufflackern der Entz√ľndung sind m√∂glich, die Heilungsaussichten aber gut. Am h√§ufigsten betroffen sind Patient*innen nach Operationen von Vorhofseptumdefekten.

Erworbene Herzfehler

Diese sind immer auf zuvor abgelaufene entz√ľndliche Erkrankungen des Herzens (Herzinnenhaut, Herzmuskel) zur√ľckzuf√ľhren. Sie sind eher selten in Mitteleuropa anzutreffen, w√§hrend sie in Randl√§ndern des Mittelmeeres (Nordafrika, T√ľrkei u. a.) noch in gro√üer Zahl zu finden sind.

In erster Linie handelt es sich dabei um Folgeerscheinungen des rheumatischen Fiebers, einer durch Streptokokken bedingten entz√ľndlichen Erkrankung der Gelenke, bei welcher das Herz in Form einer Endokarditis und Myokarditis mitbefallen sein kann. Dadurch k√∂nnen an den Herzklappen, vor allem an der Aorten- und Mitralklappe, Undichtheiten oder Verengungen entstehen, welche sp√§ter auch verkalken k√∂nnen.

Rheumatisch bedingte Herzklappenfehler ben√∂tigen im sp√§teren Leben als Korrektur oftmals einen Ersatz mittels Kunstklappe. Eine viral bedingte Myokarditis kann zu einer bleibenden √úberdehnung der linken Herzkammer samt Pumpschw√§che, einer sogenannten dilalatativen Kardiomyopathie, f√ľhren, welche medikament√∂se Dauertherapie und in manchen F√§llen eine sp√§tere Herztransplantation notwendig machen kann.

Herzrhythmusstörungen & Schrittmacher

Die Zahl der Herzschl√§ge pro Minute (Herzfrequenz) wird vom sogenannten Sinusknoten im rechten Vorhof gesteuert, der regelm√§√üig elektrische Impulse abgibt und hintereinander die Vorh√∂fe und Kammern erregt. Daher wird der normale Herzrhythmus auch als Sinusrhythmus bezeichnet. Jede St√∂rung des Sinusrhythmus kann unterschiedlich schwere Folgen f√ľr die Herzfunktion haben.

Herzrhythmusst√∂rungen treten am h√§ufigsten unmittelbar nach Herzoperationen auf, die meist nur vor√ľbergehend einer Behandlung bed√ľrfen. Bei gewissen Operationen k√∂nnen jedoch solche Herzrhythmusst√∂rungen durch Narbenbildungen auch erst nach vielen Jahren entstehen, die dann meist eine lebenslange Therapie notwendig machen. Sehr viel seltener werden Herzrhythmusst√∂rungen bei sonst herzgesunden Kindern als angeborene Anomalie oder nach Herzmuskelentz√ľndungen (Myokarditis) beobachtet.

Bei Herzrhythmusst√∂rungen mit zu langsamer Herzfrequenz, vor allem bei einer Blockierung der Erregungsleitung von den Vorh√∂fen zu den Kammern (AV-Block), kann die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig werden. Dabei wird unter die Haut ein kleines Aggregat implantiert, das nun √ľber Kabel (Elektroden) elektrische Impulse an das Herz abgibt und somit den zu langsamen Herzrhythmus wieder normalisiert. Die Schrittmacherelektroden werden bei S√§uglingen und Kleinkindern an die Au√üenseite des Herzens angen√§ht. Bei gr√∂√üeren Kindern werden diese Elektroden von der Schultervene aus √ľber die obere Hohlvene in den rechten Vorhof und die rechte Kammer vorgeschoben.

Die Schrittmacherimplantation ist eine etwa einst√ľndige Operation und wird an der Klinischen Abteilung f√ľr Herzchirurgie der Universit√§tsklinik f√ľr Chirurgie durchgef√ľhrt. Eine station√§re Aufnahme ist f√ľr drei bis f√ľnf Tage erforderlich. Wegen Batterieersch√∂pfung muss das Schrittmacherger√§t etwa alle drei (bei kleinen Kindern) bis zu zehn Jahren ausgetauscht werden.

Die Schrittmacherkontrolle erfolgt ein- bis zweimal j√§hrlich in der Schrittmacherambulanz. Durch einen auf die Haut √ľber dem Schrittmacheraggregat aufgesetzten Magnetkopf wird dabei die Schrittmacherfunktion √ľberpr√ľft und entsprechend den Bed√ľrfnissen der Patient*innen angepasst. Mit Hilfe der modernen Schrittmachertechnologie kann heutzutage ein normaler Herzrhythmus nahezu vollst√§ndig imitiert werden, sodass den Kindern vom Schrittmacher her praktisch keine Einschr√§nkungen in der k√∂rperlichen Belastbarkeit auferlegt werden m√ľssen.

Bei Herzrhythmusstörungen mit zu schneller Herzfrequenz ist zunächst eine Behandlung durch Medikamente notwendig. Die Einstellung auf diese Medikamente erfordert eine kurze stationäre Aufnahme von wenigen Tagen. Die Kontrolle erfolgt durch regelmäßige ambulante EKG-Untersuchungen.

Bei älteren Kindern können manche dieser Rhythmusstörungen mittels Herzkatheter (Katheterablation) behandelt werden, sodass keine Medikamente mehr notwendig sind.