UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde

Klinische Abteilung fĂŒr PĂ€diatrische HĂ€mato-Onkologie

​Die Klinische Abteilung fĂŒr PĂ€diatrische HĂ€mato-Onkologie der Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde Graz ist als universitĂ€res Zentrum spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Tumor-, Blut-, und immunologischen Erkrankungen.

Unser Team

Abteilungsleiter

Univ.-Prof. Dr. Martin Benesch

Liste alphabetisch sortiert.
Aus DatenschutzgrĂŒnden werden nur jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelistet, die dazu ihr EinverstĂ€ndnis gegeben haben.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt.f.pÀdiatrische HÀmato-Onkologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Lackner Herwig, ao.Univ.Prof.Dr, Stv.Lt.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt.f.pÀdiatrische HÀmato-Onkologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Ritter-Sovinz Petra, Priv.Doz.Dr., OA

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klin.Abt.f.pÀdiatrische HÀmato-Onkologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Steltner Birgit, Dr., FA
200
Neuerkrankungen
60
Bösartig
75%
Heilungsrate

Zu den hĂ€ufigsten Krebsformen im Kindes- bzw. Jugendalter zĂ€hlen LeukĂ€mien und Krebserkrankungen der Lymphknoten, gefolgt von Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS), dem Neuroblastom, sowie Weichteil-, Nieren-, und Knochentumoren. Die Krebsformen des Kindesalters zeichnen sich durchwegs durch ein Ă€ußerst rasches Zellwachstum – also eine hohe Teilungsrate der bösartigen Zellen – aus. Trotz der großteils Bösartigkeit der Erkrankungen bietet diese aber andererseits auch die Möglichkeit einer erfolgreichen Behandlung durch eine intensive Therapie (mehrmonatige Chemotherapie, oft in Verbindung mit Operation und Strahlentherapie).

Gutartige Bluterkrankungen reichen von einer alleinigen (isolierten) Erniedrigung der roten, weißen Blutkörperchen oder BlutplĂ€ttchen bis zum schweren Knochenmarkversagen, bei dem alle diese Zellen meist stark erniedrigt sind und nicht mehr ausreichend nachgebildet werden können. Viele dieser Erkrankungen sind Ă€ußerst selten und können nur an spezialisierten Einrichtungen behandelt werden.

Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen (Kinder-, Neurochirurgie, Pathologie, Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie). Ärzten*innen und diplomiertes Pflegepersonal werden unterstĂŒtzt durch Physio-, Logo-, Ergotherapeuten*innen, klinische Psychologen*innen, Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen.

Unsere Einrichtungen

Ambulanzzeit: Mo.–Fr.: 07:00–15:00 Uhr, EG Zubau
Terminvereinbarung: 
Mo.–Fr.: 07:00–08:00 Uhr und 13:30–15:00 Uhr
+43 316 385-82621

An der Ambulanz der Klinischen Abteilung fĂŒr pĂ€diatrische HĂ€mato-Onkologie werden im Jahr etwa 160 bis 170 Kinder und Jugendliche erstmalig zur AbklĂ€rung und Behandlung einer Krebserkrankung oder einer anderen seltenen Erkrankung des Blutes oder des Immunsystems vorgestellt. Diese Kinder und Jugendlichen werden in etwa 5.800 ambulanten Visiten pro Jahr und Ă€hnlich vielen (etwa 5.000 bis 5.500) „Belagstagen“ stationĂ€r als Patient*innen betreut.

Schwerpunkte der AmbulanztÀtigkeit waren die AbklÀrung von Kindern mit unklaren hÀmato-onkologischen Problemen, Fortsetzung onkologischer Therapien (Vorbereitung zur stationÀren Aufnahme bzw. ambulante Therapien und Diagnostik) sowie die Betreuung nach abgeschlossener onkologischer Therapie im Sinne einer umfassenden Tumornachsorge.

Die Zunahme ambulant betreuter Kinder beruht vor allem auf den stetig steigenden Überlebenschancen, welche in zunehmendem Maße einer adĂ€quaten Nachsorge bedĂŒrfen. Die in unserer Ambulanz durchgefĂŒhrten Tumornachsorgeuntersuchungen werden seit ĂŒber 10 Jahren im Rahmen einer vorausschauenden Studie betrieben. Die Bereitschaft der Patient*innen bei der Mitwirkung an diesen Studien ist hoch und die dabei erhobenen wissenschaftlichen Erkenntnisse stießen auf reges Interesse in anerkannten wissenschaftlichen Journalen. Hervorzuheben sind zwei Studien zur Behandlung von Kindern mit chronischer Hepatitis B bzw. C sowie die Etablierung eines intensiven Neurorehabilitationsprogramms fĂŒr Kinder mit schweren neurologischen SchĂ€den. In diesem Zusammenhang wurde auch eine 85%ige Ergotherapiestelle geschaffen, die vorerst noch durch Drittmittel finanziert werden muss.

Die in der Ambulanz erbrachten Leistungen sind:

  • venöse Punktionen (meist mit Legen einer venösen Leitung),
  • Blutabnahmen aus tunnelierten Zentralvenenkathetern unter sterilen Bedingungen,
  • ambulante NMR- bzw. CT-Untersuchungen,
  • ambulante Chemotherapien,
  • Transfusion von Erythrozyten- oder Thrombozytenkonzentraten,
  • ambulante Knochenmarkbiopsien und -punktionen sowie Lumbalpunktionen in Kurznarkose
  • Hypophysenvorderlappenstimulationsteste.

Ambulanzzeit: Nach Vereinbarung, EG Zubau
Terminvereinbarung: Mo-Fr.: 07:00–08:00 Uhr und 13:30–15:00 Uhr
+43 316 385-12621

Telefon: +43 316 385-82630

Im 1. Stock der Abteilung befinden sich 15 Zweitbettzimmer, wovon jedes wahlweise fĂŒr zwei Patient*innen, als Mutter-Kind-Einheit, Einbettzimmer, Intensiv-, oder Isoliereinheit genutzt werden kann. Weiters sind hier zwei Knochenmarktransplantationseinheiten sowie Dienst-, und AufenthaltsrĂ€ume untergebracht.
Pro Jahr werden ca. 1000 Patient*innen stationĂ€r aufgenommen. Alle fĂŒr die Diagnostik und Therapie von Bluterkrankungen erforderlichen Routineeingriffe (Knochenmark-, Lumbalpunktionen, Implantation von Zentralvenenkathetern) können direkt an der Abteilung durchgefĂŒhrt werden.

Die geltenden Besuchszeiten und -regelungen (z.B. Anzahl der Personen, Zutrittsalter etc.) erfahren Sie vom Stationsteam.

Die Aufgaben unserers Routinelabors sind:

  • Lichtmikroskopisch-zytologische Diagnostik von Blut und Knochenmark
  • Mehrkanaldurchflusszytometrie/ImmunphĂ€notypisierung von Blut und Knochenmark, Liquor, und solidem Gewebe nach Aufbereitung, Subtypisierung der Zellen nach OberflĂ€chen-/ intrazytoplasmatischen oder intranukleĂ€ren Rezeptoren/Strukturen, Zellzyklusanalysen
  • Single nucleotide polymorphism-Analysen nach allogener Stammzelltransplantation zur Bestimmung des Spender-/ EmpfĂ€ngerzellanteils (ChimĂ€rismus)
  • Bestimmung der T-cell receptor excision cycles (TREC) zur Quantifizierung von immaturen T-Zellen
  • TCR V/beta Spectratyping Analyse zur Quantifizierung der DiversitĂ€t des T-Zellrezeptor Repertoires auf CD4+ und CD8+ positiven T-Zellen
  • Ansatz von Stammzellkulturen (CFU/LTC-IC-Assays) zum Nachweis der QualitĂ€t von Stammzellsuspensionen
  • Quantitative Harnkatecholaminanalytik (nationales Referenzlabor)

Unsere Leistungen

Behandlungsspektrum

Bösartige Erkrankungen des Blutes

  • LeukĂ€mien
  • Myelodysplastische Syndrome

Bösartige Erkrankungen der Lymphknoten

  • Hodgkin Lymphome
  • Non-Hodgkin Lymphome
  • Bösartige solide Tumore
  • Tumore des ZNS
  • Knochen- und Bindegewebstumore
  • Neuroblastome
  • Nephroblastome
  • Keimzelltumore
  • Hepatoblastome
  • Retinoblastome

Gutartige und seltene Erkrankungen des Blutes

  • AnĂ€mien, Leukopenien/Neutropenien, Thrombopenien
  • Angeborenes und erworbenes Knochenmarkversagen
  • Seltene Bluterkrankungen (u. a. Fanconi AnĂ€mie, Blackfan Diamond AnĂ€mie)

Angeborene und erworbene Störungen des Immunsystems

Pflege

An der Abteilung sind diplomierte Pflegepersonen, Pflegeassistent*innen und ein Abteilungshilfsdienst tĂ€tig. Unsere Mitarbeiter*innen der Pflege verfĂŒgen ĂŒber ein umfangreiches Wissen, angeeignet durch Weiter- und Spezialausbildungen wie z. B.

  • Weiterbildung „onkologische Pflege“
  • Weiterbildung „Schmerzmanagement“
  • Weiterbildung „Praxisanleitung“
  • Basiskurs „Aromapflege“
  • Weiterbildung „Aromapflege“
  • Grundkurs „Basale Stimulation“
  • Grundkurs „KinĂ€sthetik“

Forschungs- und Studienassistenz

Die meisten Kinder und Jugendlichen mit hÀmato-onkologischen Erkrankungen werden nach klinischen Studien behandelt.
Seit 1991 ist die Abteilung österreichisches Koordinationszentrum fĂŒr klinische Studien zur Behandlung gewisser bösartiger Tumore des ZNS (Medulloblastome, Ependymome) im Kindes- und Jugendalter. In ĂŒber 20 Jahren wurden hier die Daten von mehr als 300 Kindern und Jugendlichen, die an diesen Tumoren erkrankten, erfasst und bearbeitet.

Klinische Studien (Therapieoptimierungsstudien), an denen viele Behandlungszentren in verschiedenen LĂ€ndern teilnehmen, gewĂ€hrleisten eine flĂ€chendeckende Behandlung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie dienen darĂŒber hinaus der QualitĂ€tssicherung und dem Informationsaustausch zwischen den behandelnden Ärzt*innen. In weiterer Folge dient dies der Verbesserung von Heilungsaussichten und einer Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten, sowie einer Begrenzung behandlungsbedingter Nebenwirkungen und SpĂ€tfolgen.

Bei den meisten klinischen Studien handelt es sich um rein akademische Studien, d. h. sie werden weder durch öffentliche Mittel noch durch die pharmazeutische Industrie finanziert bzw. unterstĂŒtzt. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankungen und der dadurch bedingten geringen Patient*innenzahl pro Behandlungszentrum ist die Studienplanung und -durchfĂŒhrung bei Kindern sehr aufwendig und mit betrĂ€chtlichem organisatorisch-administrativen Aufwand verbunden.
Diese organisatorisch-administrativen TĂ€tigkeiten werden – in enger Kooperation mit dem Koordinierungszentrum fĂŒr Klinische Studien der Medizinischen UniversitĂ€t Graz – ĂŒberwiegend von medizinischen Forschungs-, und Studienassistent*innen (FSA) ausgefĂŒhrt. Zu deren Aufgaben zĂ€hlen darĂŒber hinaus die Erhebung, Verarbeitung und Auswertung von medizinischen Daten und Basisinformationen.

Der Einschluss von Kindern mit Krebserkrankungen in klinische Studien ist Hauptgrund dafĂŒr, dass heute Krebs im Kindes- und Jugendalter zu einem hohen Prozentsatz heilbar ist.