UniversitĂ€re Kompetenzeinheit fĂŒr Muskuloskelettale Gesundheit

"Unser Anspruch: QualitÀt durch Zusammenarbeit"

Unsere Arbeit basiert auf national und international anerkannten Leitlinien sowie einem umfassenden QualitĂ€tssicherungssystem – intern wie extern. Ziel ist es, allen Patient*innen eine bestmögliche Versorgung zu bieten – strukturiert, abgestimmt und professionell ĂŒber alle Fachbereiche hinweg. Die UKE MG wurde am 17. Oktober 2025 am „Welt-Osteoporose-Tag“ im Hörsaalzentrum des LKH-UniversitĂ€tsklinikums ins Leben gerufen. Neben FachvortrĂ€gen aus den einzelnen Forschungsgebieten und einer musikalischen Eröffnung gab es einen „Osteoporose-Patient*innentag“ mit VortrĂ€gen zu Osteoporose aus diagnostischer, diĂ€tologischer, medikamentöser und chirurgischer Sicht. 

Was ist muskuloskelettale Gesundheit?

Gesundheit des muskuloskelettalen Systems bezeichnet die Balance und das funktionelle Zusammenspiel von Muskeln, Knochen, Gelenken, Sehnen, BĂ€ndern und Nerven, aber auch des Stoffwechsels und der Hormone im menschlichen Körper. 
Dieses System ist entscheidend fĂŒr unsere Beweglichkeit, StabilitĂ€t und körperliche LeistungsfĂ€higkeit. Es ermöglicht nicht nur Bewegungen wie Gehen, Heben oder Drehen, sondern schĂŒtzt auch innere Organe, beherbergt das Knochenmark mit vielen Funktionen und trĂ€gt zur Aufrechterhaltung der Körperhaltung bei. 
Skelett und Muskeln haben aber auch zahlreiche Stoffwechselfunktionen, die aktuell intensiv beforscht werden. 

Partnerinstitutionen

Die UKE MG am LKH-Univ. Klinikum Graz ist ein interdisziplinĂ€res Netzwerk aus medizinischen und pflegerischen Teams des Klinikum und der Medizinischen UniversitĂ€t Graz. Gemeinsam betreuen wir Patient*innen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates – von der ersten Diagnose ĂŒber die Therapie bis hin zur Nachsorge. 
Unsere Spezialist*innen verfĂŒgen durch die Vielzahl an jĂ€hrlich behandelten FĂ€llen ĂŒber umfassende Erfahrung in ihren jeweiligen Fachgebieten.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Abteilungen und Kliniken ermöglicht eine ganzheitliche und individuell abgestimmte Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau, im Austausch mit dem niedergelassenen Bereich und anderen Gesundheitsinstitutionen. 

Forschung, Lehre und Weiterbildung

Neben der medizinischen Versorgung engagiert sich die UKE MG auch intensiv in der Forschung zu muskuloskelettalen Erkrankungen im internationalen Kontext, der Ausbildung von Medizinstudierenden, Doktorand*innen und Angehörigen von Gesundheitsberufen, aber auch in der Fortbildung von FachĂ€rzt*innen. 

Medizinische Illustration eines Oberschenkelknochens in vier Stadien der Knochendichte. Von links nach rechts nimmt die PorositÀt des Knochengewebes zu und zeigt die Entwicklung von gesundem Knochen bis zu stark porösem Knochen bei Osteoporose.

Dabei nutzen wir moderne Einrichtungen wie das Zentrum fĂŒr Medizinische Forschung (ZMF) und die Biobank Graz neben großen Kohortenstudien, die im Laufen bzw. im Aufbau sind – „BioPersMed“, „MetAge“ etc.

Projekte siehe MedUni FoDok

Osteoporose und Fracture-Liaison-Service

Eine Ă€ltere Frau sitzt lĂ€chelnd und spricht mit einer Ärztin mit Stethoskop. Die beiden schauen gemeinsam auf ein Tablet oder Dokument, wĂ€hrend die Ärztin der Patientin unterstĂŒtzend die Hand auf die Schulter legt.

Die UKE MG am Uniklinikum Graz entwickelt derzeit ein spezialisiertes Versorgungsangebot fĂŒr Patient*innen mit erhöhtem Risiko fĂŒr Osteoporose-bedingte Frakturen – eine interdisziplinĂ€re Hochrisikoambulanz (HRA) und ein Fracture-Liaison-Service (FLS). Im Mittelpunkt steht die strukturierte Betreuung von Hochrisiko-Patient*innen mit Osteoporose oder anderen Risikofaktoren fĂŒr muskuloskelettale Komplikationen – insbesondere nach Frakturen wie etwa dem Oberschenkelhalsbruch („hĂŒftnaher Fraktur“). Ziel ist es, diese Patient*innengruppe frĂŒhzeitig zu erfassen, individuell zu behandeln und langfristig zu begleiten bzw. fĂŒr Patient*innen mit bereits erfolgten Frakturen eine bestmögliche Therapie einzuleiten, um weitere Frakturen zu verhindern.

Ein Ă€lterer Mann macht unter Anleitung eines Therapeuten KraftĂŒbungen mit Hanteln. Der Therapeut steht hinter ihm und unterstĂŒtzt ihn wĂ€hrend der Übung.

Die geplante HRA bzw. der FLS verstehen sich als zentrale Anlaufstelle innerhalb der UKE MG. Durch die enge Zusammenarbeit  medizinischer Fachbereiche – darunter OrthopĂ€die/Traumatologie, Innere Medizin (Endokrinologie und Diabetologie), Geriatrie, Radiologie und Pflege sowie der Allgemeinmedizin soll eine ganzheitliche Versorgung auf hohem fachlichen Niveau innerhalb und außerhalb der UniversitĂ€tsklinik sichergestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sekundĂ€ren FrakturprĂ€vention: Patient*innen, die bereits osteoporotische BrĂŒche erlitten haben, sollen gezielt betreut und durch prĂ€ventive Maßnahmen wie medikamentöse Therapie, ErnĂ€hrung, Bewegungsprogramme und Sturzprophylaxe in enger Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Bereich vor weiteren Frakturen geschĂŒtzt werden.

Osteoporotische Frakturen sind KnochenbrĂŒche, die durch eine verminderte Knochenfestigkeit bei Osteoporose entstehen. Sie können nach einem "inadĂ€quaten Trauma" auftreten, also nach einem Sturz aus dem Stand oder beim Gehen. Ein solcher Bruch gilt als Hinweis auf eine bereits vorliegende, also manifeste Osteoporose. Neben der Bruchbehandlung ist auch die Behandlung der Ursache – der Osteoporose – wichtig, um weitere BrĂŒche zu verhindern. HĂ€ufig betroffen sind vier Körperbereiche, die sogenannten „Major Fractures“: die WirbelsĂ€ule, die HĂŒfte, das Handgelenk und der Oberarm nahe der Schulter. Viele dieser BrĂŒche können konservativ, also mit Gips, Schiene oder Orthese, behandelt werden. In manchen FĂ€llen ist jedoch eine Operation notwendig, um Schmerzen zu reduzieren, MobilitĂ€t zu erhalten und die LebensqualitĂ€t zu verbessern.

FĂŒr Betroffene bedeutet dies oft einen hohen persönlichen Aufwand und stellt zugleich eine Belastung fĂŒr das Gesundheitssystem dar. 
Mit dem Aufbau von HRA und FLS setzt die UKE MG einen wichtigen Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten, qualitativ hochwertigen Versorgung von Hochrisikopatient*innen im Bereich der muskuloskelettalen Gesundheit.

Selbsthilfegruppen/UnterstĂŒtzung

Die UKE MG ist mit namhaften lokalen, nationalen und internationalen Selbsthilfegruppen vernetzt, in der Steiermark sind dies u.a. 

Kontakt

UniversitĂ€re Kompetenzeinheit fĂŒr Muskuloskelettale Gesundheit
ukemg@uniklinikum.kages.at