UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde

Klinische Abteilung fĂŒr Neonatologie

Unser Team

Abteilungsleiter

Univ.-Prof. Dr. Berndt Urlesberger

Liste alphabetisch sortiert.
Aus DatenschutzgrĂŒnden werden nur jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelistet, die dazu ihr EinverstĂ€ndnis gegeben haben.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klinische Abteilung fĂŒr Neonatologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Binder-Heschl Corinna, Univ.Ass.PD DDr, FÄ

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klinische Abteilung fĂŒr Neonatologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Kohlmaier Benno, Univ.Ass. Dr., FA

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klinische Abteilung fĂŒr Neonatologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Email Ena.Suppan@uniklinikum.kages.at

Suppan Ena, Dr., FÄ
850
stationĂ€r betreute FrĂŒh- und Neugeborene pro Jahr
350
Intensivpflegepatient*innen pro Jahr
98 %
Überlebensrate

Was wir tun

Mit ihren winzigen Körpern wirken sie ungeheuer zerbrechlich und doch reprĂ€sentieren diese kleinen Geschöpfe nicht selten Lebenswillen in seiner konzentriertesten, weil kleinsten vorstellbaren Form. Selbst langjĂ€hrige „Expert*innen“ werden immer wieder aufs Neue in Staunen versetzt.

Die Neonatologie ist ein eigenstĂ€ndiges Teilgebiet der Kinderheilkunde und beschĂ€ftigt sich mit dem Neugeborenen und all seinen Problemen. Ein großer Teil unserer Patient*innen sind FrĂŒhgeborene (Kinder, die zum Zeitpunkt ihrer Geburt die 37. SSW noch nicht vollendet haben).
Es ist uns heute möglich, FrĂŒhgeborene ab der 24. SSW am Leben zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt betrĂ€gt das Körpergewicht ca. 500g. Da jedoch eine Unreife vor allem von Gehirn, Lunge, Magen-Darmtrakt und Augen vorliegt, treten in der Betreuung viele medizinische und pflegerische Probleme auf. Als Maß fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit einer Neonatologischen Abteilung gelten die Ergebnisse bei sehr kleinen FrĂŒhgeborenen.

Die QualitĂ€t der Neugeborenenmedizin entscheidet nicht nur ĂŒber ein ganzes Lebensschicksal, sondern ist auch der wichtigste Faktor fĂŒr das Ausmaß der SĂ€uglingssterblichkeit, und diese wiederum ist ein empfindlicher Gradmesser fĂŒr den gesamten Zivilisationsstatus einer Bevölkerung.
Das Erzielen einer guten Überlebensrate und vor allem einer guten ÜberlebensqualitĂ€t ist nur durch ein hoch spezialisiertes Team möglich, in welchem Ă€rztliche Mitarbeitende, engagierte erfahrene Kinderkrankenpflegepersonen, Techniker*innen, paramedizinische Versorgung (Physiotherapie, LogopĂ€die) und VerwaltungskrĂ€fte gut zusammenarbeiten. Neben der medizinischen Betreuung sind auch ein enger Kontakt und eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern der uns anvertrauten Neugeborenen sehr wichtig fĂŒr die BewĂ€ltigung der Probleme in dieser Lebensphase.

Unser primĂ€rer Versorgungsauftrag ist die ambulante und stationĂ€re Betreuung von FrĂŒh- und Neugeborenen aus dem Raum SĂŒd-, Ost- und Weststeiermark einschließlich der Landeshauptstadt. Dieses Einzugsgebiet umfasst jĂ€hrlich ca. 10.000 Geburten. DarĂŒber hinaus fungiert die Abteilung auch als österreichisches Referenzzentrum fĂŒr spezielle Erkrankungen der Neugeborenenperiode.

Unsere Einrichtungen

Ambulanzen

Ambulanzzeit: Mo.–Fr.: 08:30–12:30 Uhr, 3.OG Zubau
Terminvereinbarung: Mo.–Fr.: 09:00–12:00 Uhr
+43 316385-13725

In der entwicklungsdiagnostischen Ambulanz werden jĂ€hrlich etwa 550 Patient*innen (bei 1.300 Untersuchungen) untersucht. Durch die enge rĂ€umliche NĂ€he der Ambulanz zur Intensivstation wird der Kontakt der Eltern mit dieser Form der Nachsorge bereits sehr frĂŒh hergestellt, sodass 97% aller Eltern die Kontrolltermine wahrnehmen. Der Untersuchungsablauf beinhaltet die neurologische Untersuchung sowie eine Feststellung des Entwicklungsstandes des Kindes. Liegt im ersten Lebensjahr das Hauptaugenmerk auf der Erkennung neurologischer AuffĂ€lligkeiten (in erster Linie Diagnostik der Cerebralparese), so liegt in den spĂ€teren Jahren der Schwerpunkt in der Erfassung von mentalen und kognitiven Defiziten.

Ambulanzzeit: Di. 08:30–12:30 Uhr und nach Vereinbarung, 3.OG Zubau
Terminvereinbarung: Mo.–Fr.: 09:00–12:00 Uhr
+43 316 385-13725

Diese Nachsorgembulanz komplettiert das Netzwerk der ambulanten Nachbetreuung von intensivgepflegten FrĂŒh- und Reifgeborenen nach der Entlassung aus der stationĂ€ren Betreuung. Die Ambulanz kooperiert mit niedergelassenen KinderfachĂ€rzt*innen, der Entwicklungsdiagnostischen Nachsorge, mit den anderen Ambulanzen der Klinik, den medizinisch-technischen Diensten (Physiotherapie, LogopĂ€die, Ergotherapie) sowie anderen UniversitĂ€tskliniken (Augenklinik, Neurochirurgie, Kinderchirurgie, HNO-Klinik, Dermatologie).

Unsere Patient*innen erhalten grundsĂ€tzlich Kontrollen in Zwei- bis Vier-Wochen-Intervallen.  Individuell erfolgen notwendige Blutabnahmen (zur Kontrolle von Blut, Elektrolyten, Bilirubin u.a. oder serologische Kontrollen bei Toxoplasmose etc).

Neben FrĂŒhgeborenen bis zur 28. SSW und small-for-date Kindern (Kinder die kleiner sind als der Durchschnitt im selben Alter) betreuen wir u.a. Kinder mit bronchopulmonaler Dysplasie, mit anamnestischen Trink- oder Stuhlproblemen, zu erwartenden sozialen Problemen, Handling-Problemen, elterlichen Unsicherheiten oder fehlendem Kinderarzt.
So frĂŒh wie möglich wird dieses Betreuungsnetzwerk in die HĂ€nde der/des niedergelassenen KinderfachĂ€rzt*in weitergegeben. Zuweisungen von Neugeborenen oder jungen SĂ€uglingen aus der Hauptambulanz, von anderen geburtshilflichen Abteilungen oder aus dem niedergelassenen Bereich sind nach RĂŒcksprache immer möglich.
JĂ€hrlich werden hier etwa 300 Untersuchungen durchgefĂŒhrt.

Ambulanzzeit: Mo.–Do.: 11:00–12:00 Uhr, 3.OG Zubau
Terminvereinbarung: Mo–Fr.: 09:00–12:00 Uhr
+43 316 385-13725

JĂ€hrlich erfolgen bei uns etwa 300 ambulante Ultraschalluntersuchungen, wobei der Schwerpunkt auf der kraniellen Sonographie inkl. Dopplersonographie der zerebralen GefĂ€ĂŸe liegt. Weiters erfolgen Screeninguntersuchungen der SĂ€uglingshĂŒfte sowie der Nieren (Hydronephrose-Screening).

Bettenstationen

Telefon: +43 316 385-83035

Im Versorgungskonzept kleiner, unreifer FrĂŒhgeborener werden diese die ersten vier bis fĂŒnf Lebenstagen auf dieser Station betreut und nachfolgend an die neonatologische Intensivstation an die Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde transferiert.

Sechs neonatologische OberĂ€rzt*innen, zwei FachĂ€rztinnen in Ausbildung, 41 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und fĂŒnf Pflegeassistent*innen kĂŒmmern sich um die Kleinen.

Neben der intensivmedizinischen Betreuung von FrĂŒh- und Reifgeborenen umfasst das TĂ€tigkeitsfeld kinderĂ€rztliche EinsĂ€tze zur Erstversorgung von Neugeborenen im Kreißsaal sowie die kinderĂ€rztlichen Visiten in den Kinderzimmern der Wochenbettstationen am ersten und vierten Lebenstag. Weiters erfolgen die sonographische HĂŒftuntersuchung in der ersten Lebenswoche und das Hörscreening.

16 Betten (wovon acht als IntensivplĂ€tze reserviert sind) stehen auf der Intensivstation, die direkt beim Kreißsaal angesiedelt ist, zur VerfĂŒgung.

Die geltenden Besuchszeiten und -regelungen (z.B. Anzahl der Personen, Zutrittsalter etc.) erfahren Sie vom Stationsteam.

Telefon: +43 316 385-82624

Im Gegensatz zu vielen neonatologischen Intensivstationen verfolgen wir das Prinzip der kleinen Intensiveinheiten. So sind alle Intensivzimmer mit nur zwei Betten ausgestattet. Dies ermöglicht ideale ĂŒberschaubare Einheiten in der Pflege (eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson versorgt ein Zimmer mit zwei Betten). Weiters sichert dies aber auch vor allem den betreuten Kindern viel Ruhe und den begleitenden Eltern ein hohes Maß an PrivatsphĂ€re. Aufgrund dieser kleinen Einheiten können auch Untersuchungen (z. B.: Röntgen, Ultraschalluntersuchung) oder kleinere Eingriffe ohne Störungen der anderen Patient*innen durchgefĂŒhrt werden.

Die Zimmer sind mit vollen Monitorsystemen ausgestattet und ermöglichen so auch in dieser Pflegephase eine gute Patient*innenĂŒberwachung, sodass die Verantwortung nicht alleine auf der Mutter lastet. 
Insgesamt stehen 21 Betten auf der Intensivstation zur VerfĂŒgung, wobei drei als Mutter-Kind-Einheiten in Anspruch genommen werden können.
Sechs neonatologische OberĂ€rzt*innen, vier FachĂ€rzt*innen in Ausbildung, 53 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen sowie vier Pflegeassistent*innen sind auf dieser Station tĂ€tig.

Die geltenden Besuchszeiten und -regelungen (z.B. Anzahl der Personen, Zutrittsalter etc.) erfahren Sie vom Stationsteam.

Telefon: +43 316 385-82626

Die neonatologische Normalpflegestation befindet sich im 3. OG des Haupthauses der Univ. Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde zusammen mit der Station der Klinischen Abteilung fĂŒr PĂ€diatrische Kardiologie.

Die Station umfasst zehn Krankenbetten zur Betreuung bzw. Nachsorge von FrĂŒh-/Reifgeborenen und SĂ€uglingen mit verschiedenen internen Krankheiten, welche von der Hauptambulanz zugewiesen werden. Von den sieben Zimmern sind fĂŒnf als Mutter-Kind-Einheiten konzipiert.
Die Ă€rztliche Betreuung erfolgt durch neonatologische OberĂ€rzt*innen und zwei bis drei TurnusĂ€rzt*innen.
Patient*innen und Bezugspersonen werden von einem erfahrenen Team aus 26 diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und zehn Pflegeassistent*innen versorgt.
Die geltenden Besuchszeiten und -regelungen (z. B. Anzahl der Personen, Zutrittsalter etc.) erfahren Sie vom Stationsteam.

Unsere Leistungen

Die Pflege der FrĂŒhchen

Auf unseren Stationen werden Kinder behandelt und gepflegt, welche schwerkrank oder zu frĂŒh geboren wurden. Unreife, Anpassungsschwierigkeiten oder Infektionen machen es hĂ€ufig notwendig, dass die Kinder in BrutkĂ€sten (Inkubatoren) liegen und oft auch eine kĂŒnstliche Beatmung benötigen. Zur optimalen Überwachung sind viele technische GerĂ€te (z. B. Herz-/Atmungsmonitore, SauerstoffĂŒberwachung und andere) notwendig. Unsere Herausforderung in der tĂ€glichen Pflege besteht darin, die Balance zwischen der lebensnotwendigen und lebenserhaltenden medizintechnischen Intensivpflege und den menschlichen und psychischen BedĂŒrfnissen unserer kleinen Patient*innen und deren Eltern zu finden. Die Pflegeplanung und die Pflegemaßnahmen erfolgen nach dem Pflegemodell NANCY ROPER unter BerĂŒcksichtigung der einzelnen LebensaktivitĂ€ten, um eine individuelle Pflege ermöglichen zu können. Neben diesem Pflegemodell setzen wir in der Pflege zusĂ€tzlich noch andere Schwerpunkte:

Da FrĂŒhgeborene eine lange Zeit im Inkubator ("Brutkasten") verbringen und wĂ€hrend dieser Zeit vielen pflegerischen und auch ĂŒberwachungstechnischen EinflĂŒssen ausgeliefert sind, erscheint uns PrivatsphĂ€re und Ruhe als Ă€ußerst wichtig. Um dies zu ermöglichen, wurden einerseits die entsprechenden baulichen Maßnahmen ergriffen (nur zwei IntensivplĂ€tze pro Zimmer, Schutz vor Licht- und LĂ€rmbelĂ€stigun etc.), als auch der Pflegeablauf in dieser Richtung koordiniert.

WĂ€hrend des oft wochenlangen Aufenthaltes auf Station kommen unsere kleinen Patient*innen im Rahmen der Pflege mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt. Eine achtsame und durch alle beteiligten Personen in Ă€hnlicher Weise durchgefĂŒhrte Kontaktaufnahme ĂŒber die Haut verhindert stĂ€ndige Irritationen des Babys. Dabei bedienen wir uns der Grundprinzipien der Basalen Stimulation. Viele dieser Maßnahmen werden individuell fĂŒr jedes Baby angepasst. Dies ermöglicht mehr zĂ€rtliche Zuwendung und ein besseres Eingehen auf die besonderen BedĂŒrfnisse unserer "FrĂŒhchen". Alle Schwestern der Station haben diesbezĂŒglich eine weiterfĂŒhrende Ausbildung.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Einbinden der Eltern in Pflegemaßnahmen. Unser gesamtes Team ist stets um einen sehr frĂŒhen Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind bemĂŒht. Eine freundliche, ruhige AtmosphĂ€re ist dabei von Bedeutung, vor allem wenn die Eltern ihr Kind aus dem Inkubator zum Kuscheln bekommen. Dieses "Kangorooing" (= intensiver Hautkontakt zwischen Kind und einem Elternteil, wobei das Baby auf den Oberkörper gelegt wird), wie wir es nennen, ist auch bei Kindern möglich, die noch beatmet werden. Oft können die Eltern gewisse Teile der Pflege schon nach kurzer Zeit ĂŒbernehmen. Wir versuchen den Eltern von Anfang an die Wichtigkeit der regelmĂ€ĂŸigen Besuche, Massagen und BerĂŒhrungen zu vermitteln und sie dabei zu unterstĂŒtzen. FĂŒr besonders wichtig halten wir die Aufnahme der Mutter oder des Vaters einige Tage vor Entlassung von langzeit-behandelten FrĂŒhgeborenen, um durch diese Vorbereitungszeit mögliche Interaktionsstörungen zu reduzieren und pflegerische Probleme gleich besprechen zu können.

Auch fĂŒr FrĂŒhgeborene ist die Muttermilch die beste ErnĂ€hrung. In den ersten Tagen der Intensivtherapie ist ein Stillen der Kinder oft unmöglich, sie bekommen jedoch in dieser Zeit schon die Milch ihrer Mutter ĂŒber eine Sonde verabreicht. In der spĂ€teren Phase der Pflege kann das Baby dann meistens gestillt werden. In all diesen Phasen stehen wir bei eventuell auftretenden Problemen (z. B. beim Abpumpen und der weiteren Behandlung der Muttermilch oder bei anderen Stillproblemen) gerne beratend zur Seite.

Klinische Psychologie in der Neonatologie

FĂŒr viele Eltern ist die zu frĂŒhe Geburt bzw. die Aufnahme ihres Babys an der Neonatologie ungeplant und ĂŒberraschend. In dieser Situation haben die meisten Eltern Angst und Sorge um ihr Kind. Zur UnterstĂŒtzung bieten wir allen MĂŒttern und/oder VĂ€tern die Möglichkeit einer psychologischen Elternbetreuung an, die wĂ€hrend des gesamten stationĂ€ren Aufenthaltes des Babys auf der Neonatologie in Anspruch genommen werden kann. Unsere Klinischen Psychologinnen wollen Sie als Eltern in einem vertrauensvollen Rahmen durch diese Zeit begleiten.

Wir sind fĂŒr Sie da

Bei Fragen bzw. fĂŒr Terminvereinbarungen können Sie uns
von Montag bis Freitag unter
+43 316 385-14546 erreichen.

Physiotherapie in der Neonatologie

FrĂŒhgeborene sind der Schwerkraft und anderen Umgebungsreizen vorzeitig ausgesetzt und entwickeln aufgrund ihrer muskulĂ€ren Unreife Ersatzhaltungs- und Ersatzbewegungsmuster. Durch physiotherapeutische Maßnahmen versuchen wir die Entwicklung dieser zu reduzieren, die SelbstregulationsfĂ€higkeit zu fördern und Eltern einfĂŒhlsam im förderlichen Umgang zu schulen. Lagerung, klare Reizgebung, achtsame Aktivierung, Positionswechsel u.a. machen einen wichtigen Teil dieser begleitenden Physiotherapie aus.
Bei besonderen Fragestellungen wie einer drohenden EntwicklungsbeeintrÀchtigung oder Fehlhaltungen werden in AbhÀngigkeit von der Belastbarkeit individuelle TherapieplÀne erarbeitet.

Wir sind fĂŒr Sie da

Die Behandlung erfolgt ausschließlich durch Physiotherapeut*innen mit entsprechenden Zusatzausbildungen.

Bei Fragen melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer +43 316 385-12662.

LogopÀdie in der Neonatologie

Die logopĂ€dische TĂ€tigkeit in der Neonatologie umfasst die Behandlungen von Saug- und Schluckstörungen. Fehlfunktionen in diesen Bereichen können zu Problemen in der Entwicklung der Sprache und des Sprechens fĂŒhren, da es sich hierbei um SekundĂ€rfunktionen derselben Organe handelt. Nur ein reibungsloses Zusammenspiel der einzelnen hochdifferenzierten AblĂ€ufe gewĂ€hrleistet ein optimales Ergebnis. Die am Saug-Schluckakt beteiligten Strukturen sind: Ober- und Unterkiefer, Lippen- und Wangenmuskulatur, Zunge, Gaumen, Mundboden, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre.

Die Grundlage zum Saugen und Schlucken bilden die oralen Reflexe, wie der Such-Reflex (Rooting), Saug-Schluckreflex, Beißreflex und WĂŒrgereflex. Der Suchreflex dient dem SĂ€ugling dazu, die Nahrungsquelle ausfindig zu machen und bereitet ihn auf die eigentliche Nahrungsaufnahme vor. Durch BerĂŒhrung der Lippen wird der Saug-Schluckreflex ausgelöst. Neugeborene haben ein rhythmisches Saugmuster, mit einem eigenen Tempo beim Saugen, eine individuelle Saugkraft (abhĂ€ngig vom Muskeltonus und damit verbundener Wangen- und KieferstabilitĂ€t) und ein bestimmtes VerhĂ€ltnis von Saugen und Pausen. Der Beißreflex beeinflusst die Kieferkontrolle beim Saugen durch ein rhythmisches Öffnen und Schließen des Kiefers. Der WĂŒrgereflex stellt einen Schutzmechanismus dar. Diese umgekehrte peristaltische Bewegung des Rachens schĂŒtzt den SĂ€ugling vor dem Verschlucken.
Auch bei Erwachsenen besteht noch ein WĂŒrgreflex, jedoch ist die Auslöseschwelle nach hinten verlagert.
Reflexe sind die Bausteine zur Entwicklung von kontrollierbaren, motorischen BewegungsablĂ€ufen. Obwohl Altersangaben fĂŒr die Dauer von Reflexen bestehen, ist es schwierig, sie eindeutig altersbezogen festzulegen. Zwischen vier bis sechs Monaten sind die meisten Reflexe nicht mehr obligatorisch und werden durch die neurologische Reifung in willentlich steuerbare Bewegungen umgebaut. Bei lĂ€ngerem Andauern dieser Reflexe wird die physiologische Entwicklung der orofacialen Bewegungen beeintrĂ€chtigt.

  1. Neurologische Unreife
  2. Abnormer Muskeltonus
  3. Instabiler Allgemeinzustand
  4. Mangelnde StabilitÀt in Nacken, Schultern und Rumpf
  5. Reduzierte orale Reflexe
  6. EingeschrĂ€nkte Zungenbewegungen, Zungenretraktion(verstĂ€rkte Zungenprotrusion und Zungenstoß) und herabgesetzte Lippenfunktion (Lippenretraktion, LippenstĂŒlpen, geringer Lippentonus)
  7. UngenĂŒgende KieferstabilitĂ€t (Kieferextension, Kieferretraktion) und WangenstabilitĂ€t durch zu niedrige Muskelspannung
  8. Ineffiziente Gaumensegelbewegungen ohne organische Ursache
  9. Koordinationsstörung von Saugen, Schlucken und Atmen
  10. Notwendige intensivmedizinische Maßnahmen (z. B. beim Absaugen) können zu einer gestörten SensibilitĂ€t im orofacialen Bereich fĂŒhren
  11. Neurologisch bedingte Schluckstörungen
  12. Fehlbildungen im orofacialen Bereich, wie z. B. Spaltbildung im Bereich der Lippen, des harten und/oder des weichen Gaumens, submucöse Gaumenspalte, Mikrogenie (z. B. bei Pierre-Robin Syndrom), Retrogenie etc.
  1. Visuelle Begutachtung der einzelnen oralen Strukturen unter Einbeziehung der gesamtkörperlichen ZusammenhÀnge (Kiefer, Gaumen, Wangen, Lippen, Zunge)
  2. Palpatorische Untersuchung der anatomischen Strukturen und deren ZusammenhĂ€nge; sowie des Muskeltonus und der oralen Reflexe, unter BerĂŒcksichtigung der Sensorik (= FĂ€higkeit der Sinnesorgane, Reize zu empfangen, zu erkennen oder zu interpretieren), die das Erlernen neuer Bewegungsmuster ĂŒberhaupt ermöglicht
  3. Untersuchung des Saug-Schluckmusters bei der Nahrungsaufnahme
  4. Absprache mit Ärzt*innen, Pflegepersonal, Physiotherapeut*innen und Eltern
  5. Anhand der Untersuchungsergebnisse werden effiziente Behandlungsstrategien erarbeitet

Obwohl fĂŒr verschiedene Störungen und verschiedene Kinder unterschiedliche Techniken angewendet werden, gibt es grundlegende Prinzipien, die fĂŒr alle Programme zur Behandlung von Saug- und Schluckstörungen gelten.

Kriterien der Behandlung

  1. Die BerĂŒcksichtigung von Körperhaltung und Bewegung, sowie Hemmung pathologischer Reflexe.
  2. Dem Kind wird ermöglicht, visuelle, auditive, taktile, vestibulÀre, Geschmacks- und Temperaturinformationen zu tolerieren und zu integrieren, bevor neue orale Muster angebahnt werden.
  3. Stimulation oder Anbahnung neuer sensomotorischer AblÀufe, die zum Repertoire der normalen Entwicklung gehören:
    - Kommunikativer Einsatz von BerĂŒhrung und Bewegung
    - Facilitation des Schluckreflexes
    - Verbesserung von Tonus und Bewegung in Lippen, Wange und Zunge
    - Facilitation eines rhythmischen Saug-Schlucken
  4. Primitive Muster als Grundlage fĂŒr das motorische Lernen sollten nicht als solche bestehen bleiben, sondern gefördert und integriert werden, um besser mit Nahrung umgehen zu lernen.

Zum Aufgabenbereich des logopĂ€disch-phoniatrisch-audiologischen Dienstes (Dipl. LogopĂ€d*in) gehört auch die Messung des Hörvermögens. Die PrĂŒfung eines Hörschadens bei Neugeborenen auf der Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde Graz wird mit dem ALGO 1e Newborn Hearing Screener durchgefĂŒhrt. Die Messung beruht auf der automatisierten Messung auditiver Hirnstammpotentiale. Es werden viele KlickgerĂ€usche mit einer LautstĂ€rke von 35 dB erzeugt, die ĂŒber Kopfhörer weitergeleitet werden. Die durch eine Hörreaktion erzeugten akustisch evozierten Hirnstammpotentiale werden gemessen, gemittelt und mit einer (gespeicherten) Idealkurve vom GerĂ€t verglichen. Der Grad der Übereinstimmung wird in Form einer Wahrscheinlichkeitsrechnung angegeben und das Ergebnis als unauffĂ€llig oder auffĂ€llig angegeben. Die Neugeborenen sollten sich bei der Untersuchung im Tiefschlaf befinden. Das GerĂ€t eignet sich fĂŒr Kinder zwischen der 34. SSW bis zum max. sechsten Lebensmonat. Ab dem dritten Lebensmonat erfolgt die Messung des Hörvermögens nur mehr in großen Ausnahmesituationen, da die meisten Kinder dann schon zu lebhaft sind.

Wir sind fĂŒr Sie da

Terminvereinbarung fĂŒr ambulante ALGO Untersuchung: +43 316 385-13725

FĂŒr Eltern

Elternbetreuung

Die Förderung und UnterstĂŒtzung einer frĂŒhzeitigen guten Mutter-Kind-Beziehung stellt ein wichtiges Anliegen jeder neonatologischen Abteilung dar. Der rasche Kontakt zwischen Eltern und dem oft schwer erkrankten Neugeborenen trĂ€gt wesentlich zur Überwindung von Schock-, Angst und SchuldgefĂŒhlen und negativer Emotion, vor allem auf Seiten der Eltern, bei. Die unbeschrĂ€nkte Besuchszeit fĂŒr die Eltern ist seit 1975 selbstverstĂ€ndlich. Das Pflegepersonal unterstĂŒtzt die Eltern gerne in der Kontaktaufnahme mit ihrem neugeborenen Kind wĂ€hrend aller Phasen des stationĂ€ren Aufenthaltes. Schnellstmöglich können die Eltern in die Pflegemaßnahmen eingebunden werden. Sobald es der klinische Zustand erlaubt, wird der Eltern-Kind-Kontakt frĂŒhzeitig durch "Kangaroo"-Sitzungen intensiviert. Im Rahmen des Neubaues wurde nun erstmals auch auf einer Intensivstation die Aufnahme der Eltern in einem Mutter-Kind-Zimmer ermöglicht. Drei solcher Mutter-Kind-Zimmer Einheiten stehen zur VerfĂŒgung und können im Anschluss an die Intensivtherapie in Anspruch genommen werden. FĂŒr besonders wichtig halten wir die Aufnahme der Mutter oder des Vaters einige Tage vor Entlassung von langzeit-behandelten FrĂŒhgeborenen, um durch diese Vorbereitungszeit mögliche Interaktionsstörungen zu reduzieren und pflegerische Probleme gleich besprechen zu können. FĂŒr mitaufgenommene Eltern stehen neben entsprechenden Garderoben auch ein Eltern-Raum mit kleiner TeekĂŒche und eigener SanitĂ€reinheit zur VerfĂŒgung.

Da die erste gemeinsame Zeit mit einem Neugeborenen sehr aufregend und spannend sein kann, haben wir fĂŒr Sie ein paar Tipps und Informationen, damit Sie diese Zeit möglichst stressfrei ĂŒberstehen können. 

Auf der Seite unseres Vereins „Kleine Helden – Initiative fĂŒr FrĂŒh- und Neugeborene“ finden Sie Informationen und UnterstĂŒtzung fĂŒr Sie und Ihr frĂŒhgeborenes Baby.

Historisches

Anna Kinderspital Heinrichstraße, Graz | ©LKH-Univ. Klinikum Graz

Der österreichische Kinderarzt und Bakteriologe Theodor Escherich (1857-1911) erkannte bereits die Bedeutung der Neugeborenenmedizin fĂŒr die Kinderheilkunde, weshalb er 1899 die erste Neugeborenenstation im Anna Kinderspital (Heinrichstraße, Graz) errichtete und Neugeborene aus der Landesfindelanstalt in der Paulustorgasse ĂŒbernahm.
Der Verdienst Escherichs kann gar nicht hoch genug bewertet werden, da SĂ€uglingsstationen in KinderkrankenhĂ€usern jener Zeit wegen der hohen Sterblichkeit (60-70%) eher unerwĂŒnscht waren. Die hohe Neugeborenensterblichkeit hielt bis in die frĂŒhen 70er-Jahre des 20.Jahrhunderts an.
Mit gewaltigen Anstrengungen gingen medizinische und politische Verantwortliche daher daran, diesen Zustand zu verbessern.

Nachdem 1974 erstmals Neugeborene in der Steiermark kĂŒnstlich beatmet wurden, wurde 1975 ein Abholdienst aus auswĂ€rtigen SpitĂ€lern eingerichtet.
1977 erfolgte die Adaptierung fĂŒnf einfacher Krankenzimmer zur Neonatologischen Intensivstation im dritten Stock der Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde. 1993 wurde mit der Planung eines neuen Intensiv-Behandlungs- und Ambulanzbereiches begonnen, der seit Ende 1997 an der Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugenheilkunde in Graz in Betrieb ist. Damit zĂ€hlte die Intensivstation der Klinischen Abteilung fĂŒr Neonatologie baulich zu den modernsten in Europa. 1998 wurde die Abteilung fĂŒr peripartale PĂ€diatrie sanitĂ€tsbehördlich der Klinischen Abteilung fĂŒr Neonatologie zugeordnet. Diese wurde dann 2007 baulich komplett erneuert.

Als sichtbares Zeichen werden am 17. November weltweit GebÀude, wie auch das DirektionsgebÀude des LKH-Univ. Klinikum Graz, lila beleuchtet. | ©LKH-Univ.-Klinikum Graz

Die klinische Abteilung fĂŒr Neonatologie umfasst nun zwei Intensivstationen, eine (Neo 1) befindet sich an der Univ.-Klinik fĂŒr Frauenheilkunde und Geburtshilfe und ist hier direkt an den Kreissaal angeschlossen. Die andere (Neo 2) befindet sich an der Univ.-Klinik fĂŒr Kinder- und Jugendheilkunde. Nur die Zentralisierung neonatologischer Spitzenmedizin auf eine Abteilung mit großem Einzugsgebiet sichert uns jene Erfahrung und Routine in der Behandlung oft schwierigster Krankheitsbilder. Der erzielte Erfolg kann sich auch heute sehen lassen und ist gut dokumentiert: Die Steiermark ist seit Jahren jenes Bundesland, das mit durchschnittlich 0,3% die niedrigste Neugeborenen- und SĂ€uglingssterblichkeit aller österreichischen BundeslĂ€nder aufweist. Um auf die besonderen BedĂŒrfnisse der FrĂŒhchen aufmerksam zu machen, findet seit 2011 am 17. November der WeltfrĂŒhgeborenen Tag (World Prematurity Day) statt.