Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde

Klinische Abteilung f√ľr Neonatologie

‚ÄčDie Neonatologie besch√§ftigt sich mit der medizinischen Begleitung von Neu- und Fr√ľhgeborenen.
Mit ihren winzigen K√∂rpern wirken sie ungeheuer zerbrechlich, jedoch repr√§sentieren diese kleinen Gesch√∂pfe nicht selten Lebenswillen in seiner konzentriertesten, weil kleinsten vorstellbaren Form. Selbst langj√§hrige ‚ÄěExpert*innen‚Äú werden immer wieder aufs Neue in Staunen versetzt.

Abteilungsleiter

Univ.-Prof. Dr. Berndt Urlesberger

Liste alphabetisch sortiert.
Aus Datenschutzgr√ľnden werden nur jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelistet, die dazu ihr Einverst√§ndnis gegeben haben.

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klinische Abteilung f√ľr Neonatologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

Fröhlich Judith, Dr., FA

Hospital LKH Univ.-Klinikum Graz, Klinische Abteilung f√ľr Neonatologie

Location Auenbruggerplatz 34/2, 8036 Graz

MedUni - Profil

Martensen Johann, Dr., AssArzt

Die Neonatologie ist ein eigenst√§ndiges Teilgebiet der Kinderheilkunde und besch√§ftigt sich mit dem Neugeborenen und all seinen Problemen. Ein gro√üer Teil unserer Patient*innen sind Fr√ľhgeborene. Das sind Kinder, die zum Zeitpunkt der Geburt die 37. SSW noch nicht vollendet haben. Es ist uns heute m√∂glich, Fr√ľhgeborene ab der 24. SSW am Leben zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt betr√§gt das K√∂rpergewicht ca. 500g. Da jedoch eine Unreife vor allem von Gehirn, Lunge, Magen-Darmtrakt und Augen vorliegt, treten in der Betreuung viele medizinische und pflegerische Probleme auf.

Weltfr√ľhgeborenentag 17. November

Unser prim√§rer Versorgungsauftrag ist die ambulante und station√§re Betreuung von Fr√ľh- und Neugeborenen aus dem Raum S√ľd-, Ost- und Weststeiermark einschlie√ülich der Landeshauptstadt. Dieses Einzugsgebiet umfasst j√§hrlich ca. 10.000 Geburten. Dar√ľber hinaus fungiert die Abteilung auch als √Ėsterreichisches Referenzzentrum f√ľr spezielle Erkrankungen der Neugeborenenperiode.
Die Qualit√§t der Neugeborenenmedizin entscheidet nicht nur √ľber ein ganzes Lebensschicksal, sondern ist auch der wichtigste Faktor f√ľr das Ausma√ü der S√§uglingssterblichkeit, und diese wiederum ist ein empfindlicher Gradmesser f√ľr den gesamten Zivilisationsstatus einer Bev√∂lkerung. Als Ma√ü f√ľr die Leistungsf√§higkeit einer Neonatologischen Abteilung gelten die Ergebnisse bei sehr kleinen Fr√ľhgeborenen.

Das Erzielen einer guten √úberlebensrate und vor allem einer guten √úberlebensqualit√§t ist nur durch ein hoch spezialisiertes Team m√∂glich, in welchem √§rztliche Mitarbeitende, engagierte erfahrene Kinderkrankenschwestern, Techniker*innen, paramedizinische Versorgung (Physiotherapie, Logop√§die) und Verwaltungskr√§fte gut zusammenarbeiten. Neben der medizinischen Betreuung sind auch ein enger Kontakt und eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern der uns anvertrauten Neugeborenen sehr wichtig f√ľr die Bew√§ltigung der Probleme in dieser Lebensphase.

Ambulanzen

Ambulanzzeit
Mo.‚ÄďDo.: 08:30‚Äď12:00 Uhr

Terminvereinbarung
Mo.‚ÄďFr.: 09:00‚Äď12:00 Uhr

Telefon
+43 316385-13725

Ort
3.OG Zubau

In der entwicklungsdiagnostischen Ambulanz werden j√§hrlich etwa 550 Patient*innen (bei 1.300 Untersuchungen) untersucht. Durch die enge r√§umliche N√§he der Ambulanz zur Intensivstation wird der Kontakt der Eltern mit dieser Form der Nachsorge bereits sehr fr√ľh hergestellt, sodass 97% aller Eltern die Kontrolltermine wahrnehmen. Der Untersuchungsablauf beinhaltet die neurologische Untersuchung sowie eine Feststellung des Entwicklungsstandes des Kindes. Liegt im ersten Lebensjahr das Hauptaugenmerk auf der Erkennung neurologischer Auff√§lligkeiten (in erster Linie Diagnostik der Cerebralparese), so liegt in den sp√§teren Jahren der Schwerpunkt in der Erfassung von mentalen und kognitiven Defiziten.

Ambulanzzeit
Di. und Do.: 08:30‚Äď11:30 Uhr

Terminvereinbarung
Mo.‚ÄďFr.: 09:00‚Äď12:00 Uhr

Telefon
+43 316 385-13725

Ort
3.OG Zubau

In der 1999 er√∂ffneten Nachsorgeambulanz werden j√§hrlich etwa 300 Untersuchungen durchgef√ľhrt. Diese Ambulanz komplettiert das Netzwerk der ambulanten Nachbetreuung von intensivgepflegten Fr√ľh- und Reifgeborenen nach der Entlassung aus der station√§ren Betreuung und kooperiert mit niedergelassenen Kinderfach√§rzt*innen sowie der Entwicklungsdiagnostischen Nachsorge, aber auch mit den anderen Ambulanzen der Klinik, den medizinisch-technischen Diensten (Physiotherapie, Logop√§die, Ergotherapie) sowie anderen Universit√§tskliniken (Augenklinik, Neurochirurgie, Kinderchirurgie, HNO-Klinik, Dermatologie).
Prinzipiell erhalten alle Fr√ľhgeborenen bis zur 28. SSW, alle small-for-date Kinder, alle Kinder mit bronchopulmonaler Dysplasie, Kinder mit anamnestischen Trink- oder Stuhlproblemen, zu erwartenden sozialen Problemen, Handling-Problemen, elterlichen Unsicherheiten, fehlendem Kinderarzt etc. Kontrollen in Zwei- bis Vier-Wochen-Intervallen. Individuell erfolgen notwendige Blutabnahmen zur Kontrolle von BB, Elektrolyten, Bilirubin u.a. oder serologische Kontrollen bei Toxoplasmose etc. So fr√ľh wie m√∂glich wird dieses Betreuungsnetzwerk in die H√§nde der/des niedergelassenen Kinderfach√§rzt*in weitergegeben. Zuweisungen von Neugeborenen oder jungen S√§uglingen aus der Hauptambulanz, von anderen geburtshilflichen Abteilungen oder aus dem niedergelassenen Bereich sind nach R√ľcksprache immer m√∂glich.

Ambulanzzeit
Mo.‚ÄďDo.: 11:00‚Äď12:00 Uhr

Terminvereinbarung
Mo‚ÄďFr.: 09:00‚Äď12:00 Uhr

Telefon
+43 316 385-13725

Ort
3.OG Zubau

J√§hrlich erfolgen etwa 300 ambulante Ultraschalluntersuchungen, wobei der Schwerpunkt auf der kraniellen Sonographie inklusive Dopplersonographie der cerebralen Gef√§√üe liegt. Weiters erfolgen Screeninguntersuchungen der S√§uglingsh√ľfte sowie der Nieren (Hydronephrose-Screening).

Bettenstationen

‚ÄčDie vormals zur Univ. Klinik f√ľr Geburtshilfe und Gyn√§kologie geh√∂rende Station f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene (genannt ‚ÄěFr√ľhgeburtenstation‚Äú) wurde organisatorisch erst 1999 an die Univ. Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde angebunden (Bereich ‚ÄěPeripartale P√§diatrie‚Äú).

Durch den Neubau des Kreißsaals im Rahmen des Projektes LKH 2000 entstand eine völlig neue Intensivstation in direkter Nachbarschaft zum Kreißsaal mit zwölf Betten, wovon vier Betten als Intensivplätze ausgewiesen sind.

Im Versorgungskonzept kleiner, unreifer Fr√ľhgeborener werden diese die ersten vier bis f√ľnf Lebenstagen auf dieser Station betreut und nachfolgend an die neonatologische Intensivstation an die Univ. Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde transferiert.

Auf dieser Station arbeiten vier neonatologische Ober√§rzt*innen, eine Fach√§rztin in Ausbildung, 24 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ‚Äčund vier Pflegeassistent*innen sowie eine Stationssekret√§rin.

Neben der intensivmedizinischen Betreuung von Fr√ľh- und Reifgeborenen umfasst das T√§tigkeitsfeld kinder√§rztliche Eins√§tze zur Erstversorgung von Neugeborenen im Krei√üsaal sowie die kinder√§rztlichen Visiten in den Kinderzimmern der Wochenbettstationen am ersten und vierten Lebenstag. Weiters erfolgen die sonographische H√ľftuntersuchung in der ersten Lebenswoche und das H√∂rscreening.‚Äč

‚ÄčIm Herbst 1997 wurde die neue Intensivstation in Betrieb genommen. Sie ist somit eine der modernsten in Europa. Bei der Planung wurde neben dem h√∂chsten technischen Niveau der Ausstattung auch auf viele atmosph√§rische Aspekte R√ľcksicht genommen (Planung vom Architekturb√ľro Kapfhammer).

Im Gegensatz zu vielen neonatologischen Intensivstationen verfolgen wir das Prinzip der kleinen Intensiveinheiten. So sind alle Intensivzimmer mit nur zwei Betten ausgestattet. Dies erm√∂glicht ideale √ľberschaubare Einheiten in der Pflege (eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson versorgt ein Zimmer mit zwei Betten). Weiters sichert dies aber auch vor allem den betreuten Kindern viel Ruhe und den begleitenden Eltern ein hohes Ma√ü an Privatsph√§re. Aufgrund dieser kleinen Einheiten k√∂nnen auch Untersuchungen (z. B.: R√∂ntgen, Ultraschalluntersuchung) oder kleinere Eingriffe ohne St√∂rungen der anderen Patient*innen durchgef√ľhrt werden. Alle Intensiveinheiten sind vollkommen ident ausgestattet, sodass keine aufwendigen Umr√§umarbeiten die Pflege st√∂ren.

Im Rahmen des Neubaues wurde nun erstmals auch auf einer Intensivstation die Aufnahme eines Elternteiles in einem "Mutter-Kind-Zimmer" erm√∂glicht. Drei solcher "Mutter-Kind-Zimmer" Einheiten stehen zur Verf√ľgung und k√∂nnen im Anschluss an die Intensivtherapie in Anspruch genommen werden. Die Zimmer sind mit vollen Monitorsystemen ausgestattet und erm√∂glichen so auch in dieser Pflegephase eine gute Patient*innen√ľberwachung, sodass die Verantwortung nicht alleine auf der Mutter lastet.

Die neonatologische Normalpflegestation befindet sich im 3. OG des Haupthauses der Univ. Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde zusammen mit der Station der Klinischen Abteilung f√ľr P√§diatrische Kardiologie.
Die Station umfasst zehn Krankenbetten zur Betreuung bzw. Nachsorge von Fr√ľh-/Reifgeborenen und S√§uglingen mit verschiedenen internen Krankheiten, welche von der Hauptambulanz zugewiesen werden.
Von den sieben Zimmern sind f√ľnf als Mutter-Kind-Einheiten konzipiert.
Die √§rztliche Betreuung erfolgt durch einen neonatologischen Oberarzt und zwei‚Äďdrei Turnus√§rzt*innen.

Patient*innen und Bezugspersonen werden von einem erfahrenen Team aus 27 diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und neun Pflegeassistent*innen versorgt. Beide Abteilungen werden von DGKP Jasmin Fischbach geleitet.
Den administrativen Bereich decken eine √§rztliche Schreibkraft und f√ľr die Pflege eine Stationssekret√§rin ab. Zus√§tzlich wird das Team durch einen Abteilungshilfsdienst f√ľr hauswirtschaftliche T√§tigkeiten unterst√ľtzt‚Äč.

Fr√ľhgeborenen-Nachsorge

Durch eine gute und absolut kooperative Zusammenarbeit mit Neo-Intensiv ist die medizinische und pflegerische Betreuung und √úberwachung in jeder Hinsicht sichergestellt.

Unsere Herausforderung der t√§glichen Pflege besteht darin, den physischen und psychischen Bed√ľrfnissen von unseren kleinen Patient*innen und deren Bezugspersonen, unter Ber√ľcksichtigung der belastenden Ausnahmesituation, gerecht zu werden.

Eine wichtige Rolle spielt die Einbeziehung der Eltern in die Pflege, um ihnen Sicherheit f√ľr Zuhause zu vermitteln.

In unseren Mutter-Kind-Einheiten wird ihnen durch professionelle Anleitung dieser Schritt erleichtert.
 

Säuglinge

Patient*innen bis zum Ende des 1. Lebensjahres stellen in ihren Eigenheiten und √Ąngsten eine besondere Herausforderung in der Betreuung und Pflege dar.
Durch die Erhebung der Pflegeanamnese ist es uns m√∂glich, auf die individuellen Bed√ľrfnisse und Ressourcen der Patient*innen und Bezugspersonen einzugehen und so eine vertrauliche Basis zu schaffen.
Die Mitaufnahme der Bezugsperson in die Mutter-Kind-Einheit erleichtert den kleinen Patient*innen den stationären Aufenthalt.
F√ľr Bezugspersonen, welche nicht aufgenommen werden k√∂nnen, bieten wir freie Besuchszeiten an.

Bezugsperson und Pflegeperson erreichen durch kooperative Zusammenarbeit die bestmögliche Betreuung und Pflege unserer Patient*innen.

Unsere Leistungen

Die Pflege

Auf unserer Station werden Kinder behandelt und gepflegt, welche schwerkrank oder zu fr√ľh geboren wurden. Unreife, Anpassungsschwierigkeiten oder Infektionen machen es h√§ufig notwendig, dass die Kinder in Brutk√§sten (Inkubatoren) liegen und oft auch eine k√ľnstliche Beatmung ben√∂tigen. Zur optimalen √úberwachung sind viele technische Ger√§te (z. B. Herz-/Atmungsmonitore, Sauerstoff√ľberwachung und andere) notwendig. Unsere Herausforderung in der t√§glichen Pflege besteht darin, die Balance zwischen der lebensnotwendigen und lebenserhaltenden medizintechnischen Intensivpflege und den menschlichen und psychischen Bed√ľrfnissen unserer kleinen Patient*innen und deren Eltern zu finden, um dem auch gerecht werden zu k√∂nnen. Die Pflegeplanung und die Pflegema√ünahmen erfolgen nach dem Pflegemodell NANCY ROPER unter Ber√ľcksichtigung der einzelnen Lebensaktivit√§ten, um eine individuelle Pflege erm√∂glichen zu k√∂nnen. Neben diesem Pflegemodell setzen wir in der Pflege zus√§tzlich noch andere Schwerpunkte, welche in Folge kurz beschrieben werden.

Da Fr√ľhgeborene eine lange Zeit im Inkubator ("Brutkasten") verbringen und w√§hrend dieser Zeit vielen pflegerischen und auch √ľberwachungstechnischen Einfl√ľssen ausgeliefert sind, erscheint uns Privatsph√§re und Ruhe als √§u√üerst wichtig. Um dies zu erm√∂glichen, wurden einerseits die entsprechenden baulichen Ma√ünahmen ergriffen (nur zwei Intensivpl√§tze pro Zimmer, Schutz vor Licht- und L√§rmbel√§stigun etc.), als auch der Pflegeablauf in dieser Richtung koordiniert.

W√§hrend des oft wochenlangen Aufenthaltes auf Station kommen unsere kleinen Patient*innen im Rahmen der Pflege mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt. Eine achtsame und durch alle beteiligten Personen in √§hnlicher Weise durchgef√ľhrte Kontaktaufnahme √ľber die Haut verhindert st√§ndige Irritationen des Babys. Dabei bedienen wir uns der Grundprinzipien der Basalen Stimulation. Viele dieser Ma√ünahmen werden individuell f√ľr jedes Baby angepasst. Dies erm√∂glicht mehr z√§rtliche Zuwendung und ein besseres Eingehen auf die besonderen Bed√ľrfnisse unserer "Fr√ľhchen". Alle Schwestern der Station haben diesbez√ľglich eine weiterf√ľhrende Ausbildung.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Einbinden der Eltern in Pflegema√ünahmen. Unser gesamtes Team ist stets um einen sehr fr√ľhen Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind bem√ľht. Eine freundliche, ruhige Atmosph√§re ist dabei von Bedeutung, vor allem wenn die Eltern ihr Kind nach Entnahme aus dem Inkubator zum Kuscheln bekommen. Dieses "Kangorooing" (= intensiver Hautkontakt zwischen Kind und einem Elternteil, wobei das Baby auf den Oberk√∂rper gelegt wird), wie wir es nennen, ist auch bei Kindern m√∂glich, die noch beatmet werden. Oft k√∂nnen die Eltern gewisse Teile der Pflege schon nach kurzer Zeit √ľbernehmen. Wir versuchen den Eltern von Anfang an die Wichtigkeit der regelm√§√üigen Besuche, Massagen und Ber√ľhrungen zu vermitteln und sie dabei zu unterst√ľtzen. F√ľr besonders wichtig halten wir die Aufnahme der Mutter oder des Vaters einige Tage vor Entlassung von langzeit-behandelten Fr√ľhgeborenen, um durch diese Vorbereitungszeit m√∂gliche Interaktionsst√∂rungen zu reduzieren und pflegerische Probleme gleich besprechen zu k√∂nnen.

Auch f√ľr Fr√ľhgeborene ist die Muttermilch die beste Ern√§hrung. In den ersten Tagen der Intensivtherapie ist ein Stillen der Kinder oft unm√∂glich, sie bekommen jedoch in dieser Zeit schon die Milch ihrer Mutter √ľber eine Sonde verabreicht. In der sp√§teren Phase der Pflege kann das Baby dann meistens gestillt werden. In all diesen Phasen stehen wir bei eventuell auftretenden Problemen (z. B. beim Abpumpen und der weiteren Behandlung der Muttermilch oder bei anderen Stillproblemen) gerne beratend zur Seite.

Logopädie in der Neonatologie

Die logop√§dische T√§tigkeit in der Neonatologie umfasst die Behandlungen von Saug- und Schluckst√∂rungen. Fehlfunktionen in diesen Bereichen k√∂nnen zu Problemen in der Entwicklung der Sprache und des Sprechens f√ľhren, da es sich hierbei um Sekund√§rfunktionen derselben Organe handelt. Nur ein reibungsloses Zusammenspiel der einzelnen hochdifferenzierten Abl√§ufe gew√§hrleistet ein optimales Ergebnis. Die am Saug-Schluckakt beteiligten Strukturen sind: Ober- und Unterkiefer, Lippen- und Wangenmuskulatur, Zunge, Gaumen, Mundboden, Rachen, Kehlkopf, Speiser√∂hre.

Die Grundlage zum Saugen und Schlucken bilden die oralen Reflexe, wie der Such-Reflex (Rooting), Saug-Schluckreflex, Bei√üreflex und W√ľrgereflex. Der Suchreflex dient dem S√§ugling dazu, die Nahrungsquelle ausfindig zu machen und bereitet ihn auf die eigentliche Nahrungsaufnahme vor. Durch Ber√ľhrung der Lippen wird der Saug-Schluckreflex ausgel√∂st. Neugeborene haben ein rhythmisches Saugmuster, mit einem eigenen Tempo beim Saugen, eine individuelle Saugkraft (abh√§ngig vom Muskeltonus und damit verbundener Wangen- und Kieferstabilit√§t) und ein bestimmtes Verh√§ltnis von Saugen und Pausen. Der Bei√üreflex beeinflusst die Kieferkontrolle beim Saugen durch ein rhythmisches √Ėffnen und Schlie√üen des Kiefers. Der W√ľrgereflex stellt einen Schutzmechanismus dar. Diese umgekehrte peristaltische Bewegung des Rachens sch√ľtzt den S√§ugling vor dem Verschlucken.
Auch bei Erwachsenen besteht noch ein W√ľrgreflex, jedoch ist die Ausl√∂seschwelle nach hinten verlagert.
Reflexe sind die Bausteine zur Entwicklung von kontrollierbaren, motorischen Bewegungsabl√§ufen. Obwohl Altersangaben f√ľr die Dauer von Reflexen bestehen, ist es schwierig, sie eindeutig altersbezogen festzulegen. Zwischen vier bis sechs Monaten sind die meisten Reflexe nicht mehr obligatorisch und werden durch die neurologische Reifung in willentlich steuerbare Bewegungen umgebaut. Bei l√§ngerem Andauern dieser Reflexe wird die physiologische Entwicklung der orofacialen Bewegungen beeintr√§chtigt.

  1. Neurologische Unreife
  2. Abnormer Muskeltonus
  3. Instabiler Allgemeinzustand
  4. Mangelnde Stabilität in Nacken, Schultern und Rumpf
  5. Reduzierte orale Reflexe
  6. Eingeschr√§nkte Zungenbewegungen, Zungenretraktion(verst√§rkte Zungenprotrusion und Zungensto√ü) und herabgesetzte Lippenfunktion (Lippenretraktion, Lippenst√ľlpen, geringer Lippentonus)
  7. Ungen√ľgende Kieferstabilit√§t (Kieferextension, Kieferretraktion) und Wangenstabilit√§t durch zu niedrige Muskelspannung
  8. Ineffiziente Gaumensegelbewegungen ohne organische Ursache
  9. Koordinationsstörung von Saugen, Schlucken und Atmen
  10. Notwendige intensivmedizinische Ma√ünahmen (z. B. beim Absaugen) k√∂nnen zu einer gest√∂rten Sensibilit√§t im orofacialen Bereich f√ľhren
  11. Neurologisch bedingte Schluckstörungen
  12. Fehlbildungen im orofacialen Bereich, wie z. B. Spaltbildung im Bereich der Lippen, des harten und/oder des weichen Gaumens, submucöse Gaumenspalte, Mikrogenie (z. B. bei Pierre-Robin Syndrom), Retrogenie etc.
  1. Visuelle Begutachtung der einzelnen oralen Strukturen unter Einbeziehung der gesamtkörperlichen Zusammenhänge (Kiefer, Gaumen, Wangen, Lippen, Zunge)
  2. Palpatorische Untersuchung der anatomischen Strukturen und deren Zusammenh√§nge; sowie des Muskeltonus und der oralen Reflexe, unter Ber√ľcksichtigung der Sensorik (= F√§higkeit der Sinnesorgane, Reize zu empfangen, zu erkennen oder zu interpretieren), die das Erlernen neuer Bewegungsmuster √ľberhaupt erm√∂glicht
  3. Untersuchung des Saug-Schluckmusters bei der Nahrungsaufnahme
  4. Absprache mit √Ąrzt*innen, Pflegepersonal, Physiotherapeut*innen und Eltern
  5. Anhand der Untersuchungsergebnisse werden effiziente Behandlungsstrategien erarbeitet

Obwohl f√ľr verschiedene St√∂rungen und verschiedene Kinder unterschiedliche Techniken angewendet werden, gibt es grundlegende Prinzipien, die f√ľr alle Programme zur Behandlung von Saug- und Schluckst√∂rungen gelten.

Kriterien der Behandlung

  1. Die Ber√ľcksichtigung von K√∂rperhaltung und Bewegung, sowie Hemmung pathologischer Reflexe.
  2. Dem Kind wird ermöglicht, visuelle, auditive, taktile, vestibuläre, Geschmacks- und Temperaturinformationen zu tolerieren und zu integrieren, bevor neue orale Muster angebahnt werden.
  3. Stimulation oder Anbahnung neuer sensomotorischer Abläufe, die zum Repertoire der normalen Entwicklung gehören:
    - Kommunikativer Einsatz von Ber√ľhrung und Bewegung
    - Facilitation des Schluckreflexes
    - Verbesserung von Tonus und Bewegung in Lippen, Wange und Zunge
    - Facilitation eines rhythmischen Saug-Schlucken
  4. Primitive Muster als Grundlage f√ľr das motorische Lernen sollten nicht als solche bestehen bleiben, sondern gef√∂rdert und integriert werden, um besser mit Nahrung umgehen zu lernen.

Zum Aufgabenbereich des logop√§disch-phoniatrisch-audiologischen Dienstes (Dipl. Logop√§d*in) geh√∂rt auch die Messung des H√∂rverm√∂gens. Die Pr√ľfung eines H√∂rschadens bei Neugeborenen auf der Univ.-Klinikum f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde Graz wird mit dem ALGO 1e Newborn Hearing Screener durchgef√ľhrt. Die Messung beruht auf der automatisierten Messung auditiver Hirnstammpotentiale. Es werden viele Klickger√§usche mit einer Lautst√§rke von 35 dB erzeugt, die √ľber Kopfh√∂rer weitergeleitet werden. Die durch eine H√∂rreaktion erzeugten akustisch evozierten Hirnstammpotentiale werden gemessen, gemittelt und mit einer (gespeicherten) Idealkurve vom Ger√§t verglichen. Der Grad der √úbereinstimmung wird in Form einer Wahrscheinlichkeitsrechnung angegeben und das Ergebnis als unauff√§llig oder auff√§llig angegeben. Die Neugeborenen sollten sich bei der Untersuchung im Tiefschlaf befinden. Das Ger√§t eignet sich f√ľr Kinder ab der 34. SSW bis zum max. 6sechsten Lebensmonat. Ab dem dritten Lebensmonat aber nur mehr in gro√üen Ausnahmesituationen, da die meisten Kinder dann schon zu lebhaft sind.

Terminvereinbarung f√ľr ambulante ALGO Untersuchung: +43 316 385-13725

Physiotherapie in der Neonatologie

Fr√ľhgeborene sind der Schwerkraft und anderen Umgebungsreizen vorzeitig ausgesetzt und entwickeln aufgrund ihrer muskul√§ren Unreife Ersatzhaltungs- und Ersatzbewegungsmuster.

Durch physiotherapeutische Ma√ünahmen versuchen wir die Entwicklung dieser zu reduzieren, die Selbstregulationsf√§higkeit zu f√∂rdern und Eltern einf√ľhlsam im f√∂rderlichen Umgang zu schulen.

Lagerung, klare Reizgebung, achtsame Aktivierung, Positionswechsel u.a. machen einen wichtigen Teil dieser begleitenden Physiotherapie aus.

Bei besonderen Fragestellungen wie einer drohenden Entwicklungsbeeinträchtigung oder Fehlhaltungen werden in Abhängigkeit von der Belastbarkeit individuelle Therapiepläne erarbeitet.

Wir sind f√ľr Sie da

Die Behandlung erfolgt ausschlie√ülich durch Physiotherapeut*innen mit entsprechenden Zusatzausbildungen.

Bei Fragen melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer +43 316 385-12662.

F√ľr Eltern

Hier finden Sie Informationen √ľber Elternbetreuung auf den neonatologischen Stationen und unseren Elternverein "Initiative f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene".

Elternbetreuung

Die F√∂rderung und Unterst√ľtzung einer fr√ľhzeitigen guten Mutter-Kind-Beziehung stellt ein wichtiges Anliegen jeder neonatologischen Abteilung dar. Der rasche Kontakt zwischen Eltern und dem oft schwer erkrankten Neugeborenen tr√§gt wesentlich zur √úberwindung von Schock-, Angst und Schuldgef√ľhlen und negativer Emotion, vor allem auf Seiten der Eltern, bei. Die unbeschr√§nkte Besuchszeit f√ľr die Eltern ist seit 1975 selbstverst√§ndlich. Das Pflegepersonal unterst√ľtzt die Eltern gerne in der Kontaktaufnahme mit ihrem neugeborenen Kind w√§hrend aller Phasen des station√§ren Aufenthaltes. Schnellstm√∂glich k√∂nnen die Eltern in die Pflegema√ünahmen eingebunden werden. Sobald es der klinische Zustand erlaubt, wird der Eltern-Kind-Kontakt fr√ľhzeitig durch "Kangaroo"-Sitzungen intensiviert. Im Rahmen des Neubaues wurde nun erstmals auch auf einer Intensivstation die Aufnahme der Eltern in einem Mutter-Kind-Zimmer erm√∂glicht. Drei solcher Mutter-Kind-Zimmer Einheiten stehen zur Verf√ľgung und k√∂nnen im Anschluss an die Intensivtherapie in Anspruch genommen werden. F√ľr besonders wichtig halten wir die Aufnahme der Mutter oder des Vaters einige Tage vor Entlassung von langzeit-behandelten Fr√ľhgeborenen, um durch diese Vorbereitungszeit m√∂gliche Interaktionsst√∂rungen zu reduzieren und pflegerische Probleme gleich besprechen zu k√∂nnen. F√ľr mitaufgenommene Eltern stehen neben entsprechenden Garderoben auch ein Eltern-Raum mit kleiner Teek√ľche und eigener Sanit√§reinheit zur Verf√ľgung.

Elternschulung

Ein auf Elternschulung basierendes Pr√§ventionsprojekt der Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde Graz, Klinische Abteilung f√ľr Neonatologie, und der Abteilung f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde Leoben.

Verh√ľtung von RS-Virus-ausgel√∂sten Luftwegserkrankungen

Dies ist der eigentliche Grund f√ľr unsere Initiative; allein 1998 wurden 83 schwerkranke S√§uglinge mit nachgewiesener RS-Virusinfektion station√§r an der Kinderklinik Graz aufgenommen. Durch das Pr√§ventionsprojekt soll zumindest eine 50%-ige Reduktion erzielt werden.

Alle Neugeborenen und jungen S√§uglinge neigen zum "Auffangen" von Infektionen der Luftwege und Lunge, und eine schwere Erkrankung (Bronchiolitis = Entz√ľndung und Verstopfung der kleinen Atemwege) kann die Folge sein. H√§ufigster Erreger ist das RS (Respiratory Syncytial)-Virus. Es kommt zu Atemnot mit verl√§ngerten Atempausen, qu√§lendem Husten, "keuchender" Atmung und damit verbunden zur notwendigen Aufnahme in einem Krankenhaus.

Die √úbertragung des RS-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit infiziertem Sekret (keine klassische Tr√∂pfcheninfektion) und ist damit prinzipiell vermeidbar. Gegen diese Erkrankungen besteht nur ein sehr geringer Nestschutz. Stillen sch√ľtzt gegen einige Erkrankungen, hier jedoch nicht. Fr√ľhgeborene sind besonders gef√§hrdet.

Die RS-Viruserkrankungen treten fast ausschlie√ülich zwischen November und M√§rz auf. Bei Kindern √ľber zwei Jahren laufen diese Erkrankungen als "banaler" Infekt mit harmlosem Schnupfen ab. Bei jungen S√§uglingen kann die Erkrankung unter Umst√§nden sogar lebensbedrohend sein.

Sch√ľtzen sie deshalb Ihr Baby - wenn m√∂glich - vor Kontakt mit verschnupften, hustenden, fiebernden Kindern und Verwandten. Sollten Sie selbst betroffen sein, verwenden Sie einen in jeder Apotheke erh√§ltlichen Mundschutz und waschen sie sich vor jedem Kontakt mit Ihrem Kind die H√§nde. Vermeiden Sie "S√§uglingstourismus" (Partys, Kinobesuche, Caf√©s, Krabbelstube etc.) und Menschenansammlungen (Superm√§rkte und √∂ffentliche Verkehrsmittel). Schr√§nken Sie Frequenz und Anzahl der Besuche ein. Spazierg√§nge im Freien, insbesondere bei sch√∂nem Wetter sind nat√ľrlich erlaubt und werden empfohlen.

Ihr Baby ist eine Persönlichkeit

Beobachten Sie Ihr Baby. Sie werden es bald selbst am besten beurteilen und in seiner individuellen Pers√∂nlichkeit und Kompetenz einsch√§tzen k√∂nnen. Das Ph√§nomen des Schreikindes oder der 3-Monats-Koliken ist seit langem bekannt und wurde immer auf Bl√§hungen zur√ľckgef√ľhrt. 10-30% aller gesunden S√§uglinge haben Schreiattacken.

Heute wei√ü man, das Schreikinder wesentlich seltener auftreten, wenn Stress f√ľr das Baby minimiert und der Tagesablauf strukturiert wird. Weniger Reize, Vermeidung von √úberm√ľdung Ihres Babys, Gew√∂hnung an einen bestimmten Rhythmus (Aufwachen, Stillen/Fl√§schchen, Wachphase, Schlaf), Ausnutzen von Wachphasen (Zwiegespr√§che, Spielchen), √úberbr√ľcken von kritischen Schreistunden durch Spazierengehen und Zeit f√ľr die Mutter zur eigenen Entspannung sind Anregungen zur Gestaltung des Tagesablaufes mit ihrem Baby. Patentrezepte f√ľr Einschlafhilfen gibt es keine. Am wichtigsten ist die Gew√∂hnung des Babys an eine bestimmte "Routine".

Stillen ist das Beste

Muttermilch ist die beste Ern√§hrung in den ersten sechs Lebensmonaten. Sie verleiht einen guten Schutz gegen einige Infektionen (besonders Darminfektionen) und vermindert vorzeitiges Ausl√∂sen von Allergien. Wesentlich ist eine positive Einstellung mit dem Bewusstsein, dass nahezu jede Frau ihr Kind durch Stillen auch ausreichend ern√§hren kann. Eine Gewichtsabnahme bis zu 10% des K√∂rpergewichtes in den ersten Lebenstagen ist normal. F√ľr die Mutter sind ausreichende Fl√ľssigkeitszufuhr (mind. zwei Liter pro Tag), ausgewogene Ern√§hrung und Ruhe wichtige Faktoren f√ľr optimales Stillen. Das gesunde Baby bestimmt den Zeitpunkt und die Trinkmenge selbst. Zufuhr von Tee und bestimmter erg√§nzender Anfangsnahrungen ist prinzipiell nicht n√∂tig. Sollten trotzdem Probleme beim Stillen auftreten, wenden Sie sich an die Stillberatungsstellen oder an Ihre √Ąrztin/Ihren Arzt.

Wer stillt, sollte nicht rauchen. Rauchen macht die Milch bitter und vermindert die Milchmenge. Lesen Sie bitte auch den aufliegenden "Leitfaden Stillen" der Steierm√§rkischen Krankenanstalten. Falls das Stillen nicht m√∂glich ist, sollte Anfangsnahrung gegeben werden. Beachten sie bei der Zubereitung der Nahrung genau die Hinweise auf der Packung. Erst im vierten. bis f√ľnften. Monat sollte mit der Einf√ľhrung von Beikost begonnen werden. Zur Vorbeugung der Rachitis soll w√§hrend des ersten. Lebensjahres t√§glich ein Tropfen Vitamin D3 direkt in den Mund gegeben werden.

Die Verdauung Ihres Kindes

Der erste Stuhl des Kindes ist schwarz und z√§h und wird als "Kindspech" (Mekonium) bezeichnet. Erst danach kommt es zum Auftreten vom typisch gelblichen, teils geformten, teils fl√ľssigen Frauenmilchstuhl mit leicht s√§uerlichem Geruch. Geringes Spucken und Erbrechen sind bei S√§uglingen h√§ufig. Die Funktion des Schlie√ümuskels zwischen Speiser√∂hre und Magen ist oft noch nicht ausgereift. Bei ausreichender Gewichtszunahme bessern sich diese Probleme sp√§testens bei Einf√ľhrung von Beikost im viertes.-f√ľnftes. Monat.

Bei massivem Erbrechen, Gewichts- oder Fl√ľssigkeitsverlust sollten Sie unbedingt Kinder- oder Haus√§rzt*in aufsuchen. Bl√§hungen sind ein h√§ufiges Problem, dass sich im Laufe der ersten vier Monate bessert. Nach jeder Mahlzeit sollten Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit zum Aufsto√üen geben (ca. 30 Minuten). Warme B√§der, Bauchmassagen und Fencheltee k√∂nnen die Beschwerden bessern. Wenn Sie stillen, sollten Sie bl√§hende Nahrungsmittel vermeiden (H√ľlsenfr√ľchte, frisches Brot, kohlens√§ureh√§ltige Getr√§nke etc.).

Bei Flaschenern√§hrung sollte das Saugerloch so gro√ü sein, dass die Nahrung tropfenweise herausrinnt, wenn der Sauger nach unten gehalten wird. Die Temperatur der Nahrung √ľberpr√ľft man an der Innenseite des Handgelenkes.

Die Anzahl der Stuhlabgabe kann beim voll gestillten und sonst unauff√§lligen Baby variieren. Acht mal t√§glich bis einmal alle acht Tage ist normal. Bei anhaltend schmerzhaftem und hartem Bauch, starkem Erbrechen oder Durchfall sowie blutigem Stuhl sollten Sie Ihre/n Kinder√§rzt*in oder Haus√§rzt*in aufsuchen. Sie sollten keine Manipulation mit dem Fieberthermometer oder Finger durchf√ľhren.

Haut- und Körperpflege Ihres Kindes

Anf√§nglich ist die Haut ihres Neugeborenen oft noch mit der sogenannten K√§seschmiere bedeckt, die einen Schutz f√ľr die Haut darstellt und nicht entfernt werden muss. Trocken, schuppige Haut und lange N√§gel sind ein Reifezeichen und treten h√§ufiger bei Kindern auf, die schon √ľber dem Geburtstermin waren.

Bei sehr vielen Neugeborenen tritt in den ersten Lebenstagen ein harmloser Ausschlag (Erythema toxicum) auf, der eine Umstellungsreaktion der Haut darstellt. Vor allem die Haut im Windelbereich ist anf√§llig f√ľr R√∂tung und Ausschl√§ge. Benutzen Sie eine abdeckende Creme und wechseln Sie die Windel in regelm√§√üigen Abst√§nden. T√§gliches Baden ist nicht g√ľnstig, da es die Haut austrocknet, hier sind zwei is drei mal pro Woche ausreichend.

Bei unklaren und l√§nger bestehenden Ausschl√§gen sollten Sie Ihre/Ihren √Ąrzt*in aufsuchen. Pilzinfektionen (Soor) treten h√§ufig bei jungen S√§uglingen auf (wei√üe, nicht abwischbare Bel√§ge im Mundbereich oder bl√§schenf√∂rmiger Ausschlag im Windelbereich). Sie bed√ľrfen einer gezielten Therapie durch Ihre/Ihren Haus- oder Kinder√§rzt*in.

K√ľhle Extremit√§ten sind oft bei Neugeborenen und jungen S√§uglingen zu beobachten. Sch√ľtzen Sie Ihr Baby gegen direkte Sonneneinstrahlung und den Kopf mit einer Haube vor k√ľhler Luft. Die Nabelschnur f√§llt zwischen dem vierten und siebenten Tag ab. Nabelpflege mit Wasserstoff und bei Entz√ľndungen mit Baneocinpuder wird empfohlen. Eine geringgradige Blutung aus dem Nabelgrund ist h√§ufig und harmlos.

Plötzlicher Säuglingstod (SIDS)

Die Ursache f√ľr den pl√∂tzlichen S√§uglingstod ist nicht bekannt. Man kann das Risiko mit folgenden Vorsichtsma√ünahmen jedoch deutlich reduzieren:

  • Rauchen Sie nicht in der Gegenwart des Kindes.

  • √úberw√§rmen Sie Ihren S√§ugling nicht. (Empfohlene Raumtemperatur im Schlafbereich betr√§gt 20¬įC).

  • Vermeiden Sie Stress f√ľr Ihr Kind.

  • Vermeiden Sie die Bauchlage f√ľr Ihr Baby im Schlaf.

  • S√§ugling sollen nicht alleine gelassen werden. Eine H√∂rverbindung sollte immer bestehen (z. B. durch ein Babyphone).


Neugeborene zeigen häufig eine Atemform, die periodische Atmung genannt wird und nicht krankhaft ist. Die Atemtiefe und Frequenz nimmt zu und anschließend wieder ab. Kurze Atempausen mit einer Länge bis zu zehn Sekunden können auftreten und sind ebenfalls nicht krankhaft. Längere Atempausen - insbesondere mit "Blauwerden" oder extremer Blässe - können jedoch bedrohlich sein. Sie sollten in diesem Fall unbedingt eine/einen Kinderärzt*in kontaktieren.

Sie erhalten bei der Entlassung von der Geb√§rstation einen Fragebogen, der sich mit dem Thema des pl√∂tzlichen S√§uglingstodes besch√§ftigt. F√ľllen Sie diesen bitte aus und retournieren Sie ihn an die angegebene Adresse. Sollte ein Risiko entdeckt werden, werden Sie umgehend verst√§ndigt. Wenn Sie besorgniserregende Symptome beobachten, kontaktieren Sie Ihre/Ihren Kinder√§rzt*in oder Ihre/Ihren Haus√§rztin.

Fieber

Bei einem S√§ugling spricht man erst bei einer rektalen Temperatur von 38¬į C von Fieber. Beim Ohrthermometer sollte man drei Messungen hintereinander durchf√ľhren, um einen sicheren Wert zu bekommen.

Bei Fieber sollte Ihr Kind nur leicht bekleidet sein, damit es zu keinem Hitzestau kommt. Sie sollten darauf achten, dass Ihr Kind ausreichend Fl√ľssigkeit zu sich nimmt. Bei Schnupfen sollte die Nase am besten mit Kochsalztropfen aus der Apotheke durchg√§ngig gemacht werden.

Bei jedem unklaren Fieber sollte die/der Kinderärzt*in oder Hausärzt*in aufgesucht werden!

Gelbsucht des Neugeborenen

In der ersten Lebenswoche bekommt fast jedes Baby eine Gelbsucht, die √ľblicherweise harmlos verl√§uft. Die Gelbsucht sollte jedoch bis zum 14. Lebenstag abgeklungen sein. Die beste vorbeugende Ma√ünahme ist fr√ľhzeitige ausreichende Nahrungszufuhr durch Stillen. Zufuhr von gr√∂√üeren Teemengen ist nicht von Nutzen und kann unterbleiben.

Wenn die Gelbsucht am ausgepr√§gtesten ist, wird ihr Baby etwas m√ľder sein und sie sollten es zum Stillen wecken. Diese Phase ist harmlos und geht vor√ľber. Bei voll gestillten Kindern kann die Gelbsucht √ľber die ersten Lebenswochen hinaus dauern, ohne das dies krankhaft sein muss. Die Mutter kann weiter stillen.

Bei einer Gelbsucht nach der zweiten Lebenswoche sollten sie aber in jedem Fall Ihr Kind Ihrer/Ihrem Kinderärzt*in oder Hausärzt*in vorstellen.

Der Sturz vom Wickeltisch ist die häufigste Ursache von Kopfverletzungen im Säuglingsalter. Wickeltische sollen seitlich abgesichert sein. Der Säugling darf keine Sekunde auf dem Wickeltisch alleine gelassen werden.
Der sicherste Platz f√ľr Krabbler ist der Boden. Im Auto ist der einzige Platz f√ľr Ihr Baby der Kindersitz. Besonders gef√§hrlich ist das fahrbare Laufwagerl. Von diesem Ger√§t wird absolut abgeraten, zumal es das Gehenlernen verz√∂gert und beeintr√§chtigt.

Essen, trinken und tragen Sie nie etwas Hei√ües neben Ihrem Kind. Es k√∂nnte pl√∂tzlich danach greifen und sich verbr√ľhen. Kontrollieren Sie die Badetemperatur mit einem Badethermometer (36¬įC), da sonst ebenfalls die Gefahr der Verbr√ľhung besteht. Als Notfallma√ünahme k√ľhlen Sie die betroffenen Hautstellen - auch mit Kleidung - sofort unter kaltem Wasser f√ľr mindestens f√ľnf bis zehn Minuten.

Je kleiner Ihr Kind ist, desto größer sollen die Spielsachen sein, da sonst die Gefahr des Verschluckens oder Erstickens besteht.

Ambulante Geburt
Im Falle einer ambulanten Geburt sollte am f√ľnften. Lebenstag ebenso wie auf der Geb√§rstation eine Blutabnahme zum Stoffwechselscreening, sowie die zweite Gabe Vitamin K durchgef√ľhrt werden. Die dritte Gabe Vitamin K sollte in der vierte bis sechste Lebenswoche verabreicht werden. In der ersten Lebenswoche muss die erste Mutter-Kind-Pa√ü Untersuchung bei Kinder√§rzt*in oder Haus√§rzt*in durchgef√ľhrt werden.


MKP-Untersuchung
Suchen Sie bitte Ihren/Ihre Kinder√§rzt*in oder Haus√§rzt*in zu den vorgesehenen MKP-Untersuchungsterminen auf (vierte bis sechste Woche, drittes bis f√ľnftes Monat, siebentes bis neuntes Monat, ein Jahr, und weitere). Er/sie ber√§t Sie √ľber die √ľberaus wichtigen Impfungen (siehe MKP-Impfplan). Fragen Sie nach dem Impfscheck. Es stehen Ihnen alle wichtigen Impfungen gratis zur Verf√ľgung.

Verein "Initiative f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene"

Obfrau: Mag. Dina Rahman
E-Mail: d.r@purpurapotheke.at

Liebe Eltern und Interessierte!
Fr√ľhgeborene und Neugeborene haben keine eigene Lobby. Daher haben wir √Ąrzt*innen und Kinderkrankenschwestern der neonatologischen Intensivstation der Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde Graz schon vor vielen Jahren √ľberlegt, wie wir unseren Patient*innen ein √∂ffentliches Forum bieten k√∂nnen, wo Sorgen und N√∂te angesprochen werden, aber auch kleinere W√ľnsche der Eltern realisiert werden k√∂nnen, f√ľr die es sonst vom Spitalserhalter keine finanziellen Zuwendungen gibt.

Unter diesem Aspekt hat sich im Jahre 1996 die Initiative f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene, unser Elternverein, konstituiert. Es handelt sich um einen gemeinn√ľtzigen Verein, mit den g√§ngigen Vereinsstatuten, unter dem Vorsitz von Herrn Johann Tuisel bis 2001, unter Herrn Mathias Legat von 2001 bis 2007 und unter Frau Mag. Dina Hotter-Rahman von 2007 bis heute.
Seitdem wurden zahlreiche Veranstaltungen abgehalten: So z. B. ein Golfturnier, ein Flohmarkt in einem renommierten Möbelhaus, mehrere vorweihnachtliche Spendenaufrufe etc. Zweimal wurde auch vom diplomierten Pflegepersonal unserer Station am Grazer Hauptplatz ein Adventbazar veranstaltet, der sich bei den Eltern großer Beliebtheit erfreute.

Unsere finanziellen Zuwendungen kamen von Gro√üspendern, aber auch erfreulicherweise immer wieder von Eltern ehemaliger Fr√ľhgeborener, die uns dankbar verbunden geblieben sind.
Durch das gro√üe Engagement des gesamten Teams ist es gelungen, die Situation f√ľr die Eltern unserer Patient*innen immer weiter zu verbessern: So konnten zum Beispiel ‚ÄúKuschelst√ľhle‚Äú f√ľr die M√ľtter angeschafft werden, aber auch digitale Filmkameras, um den oftmals unmittelbar nach der Geburt gehunf√§higen Frauen ehebaldigst ein Bild von ihrem Baby zukommen lassen zu k√∂nnen.
Ein Teil der Geldmittel wurde auch f√ľr Fortbildungszwecke verwendet: So konnte zweier unserer Diplomkinderkrankenschwestern die Ausbildung zu diplomierten Laktationsberaterinnen erm√∂glicht werden, die nun den M√ľttern bei Stillproblemen versiert zur Seite stehen. Finanziert wurde auch die Teilnahme an lokalen und internationalen Kongressen, die der Kompetenzerweiterung dienten.
Am zweiten Adventsonntag organisieren die Diplomschwestern unserer Abteilung einen ‚ÄěSternenkindergottesdienst‚Äú, im Rahmen dessen wir zusammen mit den Eltern unserer verstorbenen Kinder gedenken. Dies ist unser Beitrag, um auch bei der notwendigen Trauerarbeit unterst√ľtzend zu wirken.

Die Liste der Aktivit√§ten unseres Elternvereins lie√üe sich noch beliebig lange fortsetzen. So sehen wir uns beispielsweise auch als eine Plattform zur Kommunikationsanbahnung: Betroffene Eltern k√∂nnen sich mit Eltern, die √Ąhnliches bereits gut √ľberstanden haben, kurzschlie√üen. Auf diese Weise lie√ü sich manches leichter ertragen und fruchtbare Bekanntschaften haben sich entwickelt.

Liebe Spenderin! Lieber Spender!

Zuallererst herzlichen Dank f√ľr Ihre Spendenbereitschaft. Sie haben die M√∂glichkeit, Ihre Spende auf unserem Spendenkonto zu t√§tigen.

"Initiative f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene"

Bank Austria Creditanstalt AG - Graz
IBAN: AT15 11000 0882 55500 00
BIC: BKAUATWW

Wir danken f√ľr Ihre Gro√üz√ľgigkeit!

"Initiative f√ľr Fr√ľh- und Neugeborene" der Klinischen Abteilung f√ľr Neonatologie der Univ.-Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde Graz

Historisches

Bereits Theodor Escherich (1857-1911) erkannte die Bedeutung der Neugeborenenmedizin f√ľr die Kinderheilkunde, weshalb er 1899 die erste Neugeborenenstation im Anna Kinderspital (Heinrichstra√üe, Graz) errichtete und Neugeborene aus der, in der Paulustorgasse befindlichen, Landesfindelanstalt √ľbernahm. Der Verdienst Escherichs kann gar nicht hoch genug bewertet werden, da S√§uglingsstationen in Kinderkrankenh√§usern jener Zeit wegen der hohen Sterblichkeit (60-70%) eher unerw√ľnscht waren.
Der negative Trend der Neugeborenensterblichkeit hielt bis in die fr√ľhen 70er-Jahre dieses Jahrhunderts an und bedauerlicherweise wies unser Bundesland einen weit √ľber den √∂sterreichischen Durchschnitt liegenden Wert von 23% auf. Mit gewaltigen Anstrengungen gingen medizinisch und politisch Verantwortliche daran, diesen Zustand zu verbessern. Nachdem 1974 erstmals Neugeborene in der Steiermark k√ľnstlich beatmet wurden, wurde 1975 ein Abholdienst aus ausw√§rtigen Spit√§lern eingerichtet. 1977 erfolgt die Adaptierung f√ľnf einfacher Krankenzimmer zur Neonatologischen Intensiv-Station im 3. Stock der Univ. Klinik f√ľr Kinder- und Jugendheilkunde. 1993 wurde mit der Planung eines neuen Intensiv-Behandlungs- und Ambulanzbereiches begonnen, welcher nun seit Ende 1997 in Betrieb ist. Somit z√§hlt die I-Station der Klinischen Abteilung f√ľr Neonatologie baulich zu den modernsten in Europa. 1998 wurde die Abteilung f√ľr peripartale P√§diatrie sanit√§tsbeh√∂rdlich der Klinischen Abteilung f√ľr Neonatologie zugeordnet. Es ist geplant diese Abteilung mit etwas reduzierter Bettenanzahl (zwei Betten) als intensivmedizinische Erstversorgungsstation auszubauen, welche an den Krei√üsaal angrenzt. Dies soll helfen, intensivmedizinische Transporte von extrem kleinen Fr√ľhgeborenen in den ersten Lebenstagen in Zukunft zu vermeiden.
Nur die Zentralisierung neonatologischer Spitzenmedizin auf eine Abteilung mit großem Einzugsgebiet sichert uns jene Erfahrung und Routine in der Behandlung oft schwierigster Krankheitsbilder. Der erzielte Erfolg kann sich auch heute sehen lassen und ist dokumentiert: Die Steiermark ist seit Jahren jenes Bundesland, welches mit durchschnittlich 3% die niedrigste Neugeborenen- und Säuglingssterblichkeit aller österreichischen Bundesländer aufweist.