Universitäres Comprehensive Cancer Center

Universitäres CCC-Subzentrum Kopf-Hals | Neuro

Zentrumsleitung Schwerpunkt Kopf-Hals

Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher

Zentrumsleitung Schwerpunkt Neuro

Univ.-Prof. Dr. Stefan Wolfsberger

Das Subzentrum KOPF-HALS | NEURO ist eine Einrichtung des Universitären Krebszentrum Graz (Universitäres Comprehensive Cancer Center Graz).

  • Das Behandlungsspektrum im Kopf-Hals-Bereich umfasst alle Krebserkrankungen, die den Kehlkopf, den Rachen, die Mundh√∂hle, die Speicheldr√ľsen, Nase und Kiefer betreffen.
  • Das Behandlungsspektrum im zentralen Nervensystem umfasst alle Krebserkrankungen, die das Gehirn beziehungsweise das R√ľckenmark betreffen.

Unsere ganzheitliche Versorgung von Krebspatient*innen ist leitlinienorientiert, standardisiert sowie qualitätsgesichert. Die Behandlungen erfolgen unter Einsatz modernster Technik in Diagnostik und Therapie. Wir achten auf die kontinuierliche Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit und Kommunikation der beteiligten Expert*innen. Gezielte wissenschaftliche Aktivitäten ermöglichen Teilnahme an zahlreichen klinischen Studien. Die am Subzentrum KOPF-HALS | NEURO beteiligten Einrichtungen und Berufsgruppen engagieren sich aktiv in Wissenschaft und Lehre.

Tumorerkrankungen

Ein Tumor ist eine Ansammlung von entarteten Körperzellen, die sich deutlich schneller vermehren als gesunde Zellen. Dadurch werden gesunde Zellen verdrängt beziehungsweise getötet.

B√∂sartige Tumoren k√∂nnen im K√∂rper wandern, das hei√üt, dass sich dabei Tumorzellen aus dem Gewebe l√∂sen. Diese gelangen √ľber den Blutkreislauf oder √ľber das Lymphsystem in entfernte Organe und siedeln sich dort an. Siedeln sich Tumorzellen in anderen Geweben und Organen an, so spricht man von einer Metastase.

Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich

Zu den b√∂sartigen Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich z√§hlt man Tumoren im Bereich der Mundh√∂hle, des Rachens und des Kehlkopfs. Ebenso k√∂nnen sich b√∂sartige Erkrankungen im Bereich der Nase inklusive der Nasennebenh√∂hlen sowie der Halslymphknoten bilden. Auch im Kieferbereich und den Speicheldr√ľsen sind Tumorerkrankungen m√∂glich.

Risikofaktoren

  • Durch das Trinken von Alkohol und durch das Rauchen von Zigaretten o.√§. k√∂nnen Tumoren im Kopf- und Halsbereich entstehen.
  • Eine schlechte Mundhygiene oder regelm√§√üig offene Wunden z√§hlen ebenso zu den Risikofaktoren.
  • Wer in seinem Beruf krebserregende Schadstoffe einatmet, hat ein erh√∂htes Risiko, an Krebs bei den Atemwegen zu erkranken. Unter diese krebserregenden Schadstoffe fallen zum Beispiel Asbest, Arsen, Cadmium, Chromate und Nickel. Aber auch das Einatmen von Holzsp√§nen kann das Risiko erh√∂hen.
  • Eine weitere Ursache, die im Zusammenhang mit Kopf-Hals-Tumoren steht, ist das Humane Papillomvirus (kurz HPV). Dieses Virus wird unter anderem durch Geschlechtsverkehr √ľbertragen.

Die Mundh√∂hle bildet den ersten Abschnitt des Verdauungstrakts und ist mit Mundschleimhaut ausgekleidet. Sie besteht aus besonders stabilen Zellen, welche die Mundh√∂hle vor zahlreichen Einfl√ľssen sch√ľtzen. Dieser Zellverbund wird auch als Plattenepithel bezeichnet.

Erkrankung und Symptome

Tumorerkrankungen in der Mundhöhle betreffen vor allem die Mundschleimhaut. Tumoren treten hierbei im Mundboden, der Zunge sowie im Gaumen- oder Wangenbereich auf. Der häufigste Tumor ist das Plattenepithelkarzinom.
Wunde Stellen oder wei√üliche Schleimhautver√§nderungen in der Mundh√∂hle k√∂nnen ein Anzeichen f√ľr einen Tumor sein. Auch Probleme beziehungsweise Schmerzen beim Sprechen k√∂nnen Hinweise sein. Sollte die Wunde oder die Ver√§nderung nach zwei Wochen nicht verheilt sein, ist eine √§rztliche Abkl√§rung notwendig!

Der Rachen ist ein muskelf√∂rmiger Schlauch und verbindet Mundh√∂hle, Ohr, Nase, Kehlkopf und Speiser√∂hre. Er wird in die Abschnitte Nasenrachen, Mundrachen und Kehlkopfrachen unterteilt und ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Hauptfunktion des Rachens ist das Schlucken von Fl√ľssigkeiten und Nahrung.

Erkrankung und Symptome

Erste Anzeichen einer Tumorerkrankung sind unter anderem (schmerzhafte) Schluckbeschwerden oder das Gef√ľhl, einen Fremdk√∂rper im Hals zu haben.

Auch Symptome von Entz√ľndungen und anderen Erkrankungen k√∂nnen auftreten. Zu diesen Anzeichen z√§hlen beispielsweise Heiserkeit, Husten oder auch Halskratzen. Sollten diese Symptome nach zwei Wochen nicht abgeklungen sein, ist eine √§rztliche Abkl√§rung notwendig!

Der Kehlkopf bildet den √úbergang vom Rachen zur Luftr√∂hre. Dabei verhindert der Kehldeckel, dass der Nahrungsbrei beim Schlucken in die Luftr√∂hre gelangt. Zudem ist der Kehlkopf an der Stimmbildung beteiligt. Die Muskeln des Kehlkopfs und die Stimmb√§nder sind f√ľr das √Ėffnen und Schlie√üen die Stimmlippen zust√§ndig. Die Stimmlippen versetzen je nach Anspannung und Stellung die Atemluft in unterschiedliche Schwingungen.

Erkrankung und Symptome

Tumorerkrankungen des Kehlkopfs betreffen oft die Stimmlippen (‚ÄěStimmb√§nder‚Äú), was sehr fr√ľh mit Heiserkeit einhergeht. Es k√∂nnen aber auch andere Bereiche des Kehlkopfes, wie zum Beispiel der Kehldeckel, betroffen sein. Heiserkeit oder Halsschmerzen, die l√§nger als zwei Wochen bestehen, sollen daher unbedingt medizinisch abgekl√§rt werden.

Die Nase ist ein wichtiger Bestandteil der oberen Atemwege. Neben der Geruchswahrnehmung reinigt die Nase die Atemluft und reguliert sie hinsichtlich Temperatur und Feuchtigkeit.

Aufgebaut ist die Nase aus einem fixierten Knochenteil und einen beweglichen Knorpelteil. Der Knorpelteil besteht dabei aus mehreren einzelnen Knorpeln. Diese beiden Teile bilden gemeinsam die √§u√üere Nase. Die innere Nase f√§ngt bei den Nasenl√∂chern an. Die eingeatmete Luft gelangt √ľber den Vorhof in die Nasenhaupth√∂hle. Diese wird durch die Nasenscheidewand abgetrennt. √úber die sogenannten Naseng√§nge gelangt man zu den Nasennebenh√∂hlen. Die Nasennebenh√∂hlen sind luftgef√ľllte, mit Schleimhaut ausgekleidete Hohlr√§ume und befinden sich im Sch√§delknochen.

Erkrankung und Symptome

Tumoren k√∂nnen sowohl in den Nasenhaupt- und ‚Äďnebenh√∂hlen auftreten als auch im Bereich der Nasenscheidewand. Das Gef√ľhl einer verstopften Nase, Probleme beim Riechen oder aber auch Nasenbluten k√∂nnen Anzeichen sein.

Der Kiefer besteht aus Ober- und Unterkiefer und ist Teil der Sch√§delknochen. Der Unterkiefer ist der einzige bewegliche Knochen des Sch√§dels. Er ist haupts√§chlich f√ľr die Kaubewegung und somit f√ľr die Nahrungsaufnahme zust√§ndig.

Erkrankung und Symptome

Tumoren im Bereich des Kiefers machen sich durch Kieferschmerzen und Druckempfindlichkeit bemerkbar. Auch √ľber Schwellungen wie zum Beispiel im Gesicht oder am Gaumen sind sie erkennbar. Oft werden Tumorerkrankungen in diesem Bereich nur durch einen Zufallsbefund gefunden (zum Beispiel R√∂ntgen beim Zahnarzt). Sollten Sie unter einem dieser Symptome leiden, ist eine rasche medizinische Abkl√§rung notwendig!

Tumorerkrankungen im Zentralnervensystem

Das Zentralnervensystem (abgek√ľrzt ZNS) besteht aus Gehirn und R√ľckenmark. Es steuert und reguliert die K√∂rperfunktionen und l√§sst den K√∂rper auf Umgebungsreize reagieren. Unter neuroonkologischen Tumoren versteht man b√∂sartige Tumoren des Gehirns und des R√ľckenmarks. Die meisten Erkrankungen betreffen dabei das Gehirn.

Risikofaktoren

Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen sind ausl√∂sende Faktoren bei Hirntumoren nicht bekannt. Auch erbliche Veranlagungen sind selten und spielen keine √ľbergeordnete Rolle. F√ľr die Entstehung von R√ľckenmarkstumoren gibt es aktuell keine Hinweise f√ľr √§u√üerliche Einfl√ľsse. Auch bei Tumoren der Sch√§delbasis und der Wirbels√§ule gibt es keine bekannten Umwelteinfl√ľsse, die f√ľr die Entstehung eine Rolle spielen. Oft vermutete Zusammenh√§nge mit Alkohol, Rauchen, Hirnverletzungen oder Handystrahlung konnten f√ľr Tumorerkrankungen des ZNS nicht nachgewiesen werden.

Das Gehirn befindet sich im Sch√§del und stellt die zentrale Steuerungseinheit des K√∂rpers dar. Grundlegende Funktionen wie zum Beispiel die Atmung und Herzfrequenz werden von hier aus gesteuert. Aber auch Reflexe wie Schlucken oder der Lidschluss werden vom Gehirn √ľbernommen. Bei einem erwachsenen Menschen wiegt das Gehirn durchschnittlich 1,3 Kilogramm.

Erkrankung und Symptome

Generell wird zwischen zwei Arten von Hirntumoren unterschieden. Dabei wird ber√ľcksichtigt, welchen Ursprung die Erkrankung besitzt.

Primäre Hirntumoren können aus den Zellen der Gehirnsubstanz oder aus den Hirnhäuten entstehen. Diese Tumoren betreffen vor allem folgende Bereiche:

  • St√ľtzzellen: St√ľtzzellen oder auch Gliazellen machen ungef√§hr 50 Prozent aller Zellen im Gehirn aus. Sie besitzen zahlreiche wichtige Funktion wie zum Beispiel die St√ľtzung der Nervenzellen. Nach neuesten Erkenntnissen sind sie auch an der Informationsverarbeitung beteiligt.
  • Hirn-und R√ľckenmarkshaut: Das Gehirn und das R√ľckenmark werden von H√§uten umschlossen. Sie sch√ľtzen vor mechanischer Einwirkung und gro√üen Temperaturunterschieden.
  • Hirnanhangsdr√ľse: Die Hirnanhangsdr√ľse oder auch Hypophyse ist f√ľr die Hormonproduktion im K√∂rper verantwortlich.
  • Hirnnerven: Insgesamt gibt es zw√∂lf Hirnnerven, jeder mit einer unterschiedlichen Funktion. Mit Hilfe dieser Nerven kann das Gehirn Umgebungsreize erfassen und darauf reagieren. H√§ufig ist der achte Hirnnerv, welche f√ľr Geh√∂r und Gleichgewicht zust√§ndig ist, bei Tumorerkrankungen betroffen.

Hirntumoren können aber auch aus Absiedelungen anderer Krebserkrankungen entstehen (Metastasen). Diese Art wird auch sekundärer Hirntumor genannt. Die Symptome hängen von der Größe und von dem Bereich, in welchem sich der Tumor befindet, ab.

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Kopfschmerzen, vor allem in der Nacht und am Morgen
  • Schwindel
  • √úbelkeit, welche nicht mit dem Magen oder Darm in Verbindung steht
  • Probleme mit Konzentrations- und Merkf√§higkeit
  • Anf√§lle, die unter anderem von Kr√§mpfen begleitet werden
  • L√§hmungserscheinungen
  • Seh- und Sprachst√∂rungen

Sollten Sie unter einem dieser Symptome leiden, ist eine rasche medizinische Abklärung notwendig!

Als Sch√§del werden die 22 miteinander verbundenen Knochen des Kopfs bezeichnet. Grunds√§tzlich wird zwischen Hirnsch√§del und Gesichtssch√§del unterschieden. Der Hirnsch√§del umfasst das Gehirn und bietet Schutz bei St√ľrzen und Schl√§gen. Die Sch√§delbasis befindet sich am unteren Teil des Hirnsch√§dels. Der Gesichtssch√§del bildet die Grundlage f√ľr die Struktur im Gesicht und besitzt H√∂hlen f√ľr Augen, Nase und Mund.

Die Wirbels√§ule ist ein wichtiger Teil des Skeletts und h√§lt den K√∂rper aufrecht. Sie besteht aus einer Aneinanderreihung von mehreren Knochen, welche man Wirbel nennt. Diese Wirbel wiederum sind √ľber Gelenke miteinander verbunden, sodass die Wirbels√§ule beweglich ist. Der erste Wirbel setzt an der Sch√§delbasis an und endet mit dem Stei√übein. Durch diesen Aufbau wird dem K√∂rper die Bewegung in verschiedenen Richtungen erm√∂glicht.

Das R√ľckenmark ist ein Nervenstrang und verl√§uft durch die Wirbels√§ule. Gesch√ľtzt wird es einerseits durch die umgebende R√ľckenmarkshaut und das darin befindliche Nervenwasser (Liquor). Aber auch durch die Wirbelknochen der Wirbels√§ule wird das R√ľckenmark gesch√ľtzt. √úber R√ľckenmarksnerven (sogenannte Spinalnerven) werden Informationen und Empfindungen des K√∂rpers an das Gehirn weitergeleitet. Zusammen bilden das Gehirn und das R√ľckenmark das zentrale Nervensystem.

Erkrankung und Symptome

Je nach Art und Lage können unterschiedliche Symptome auftreten.
Beispielsweise können folgende Symptome auftreten:

  • R√ľckenschmerzen
  • L√§hmungserscheinungen (unter anderem Versteifung im Bein)
  • Probleme beim Gehen
  • Sensibilit√§tsst√∂rungen (Wahrnehmungsst√∂rungen von Temperatur, Druck und Schmerz)
  • St√∂rung der Blasenentleerung

Tumoren k√∂nnen im R√ľckenmark selbst oder au√üerhalb (zum Beispiel auf der R√ľckenmarkshaut) entstehen. Zu den selteneren Erkrankungen z√§hlen Tumoren der Sch√§delbasis und der Wirbels√§ule. Sie entstehen aus dem Knochengewebe und machen sich je nach Position unterschiedlich bemerkbar. Krebserkrankungen, die ihren Ursprung in den Knochen oder im Weichgewebe haben, nennt man Sarkome. Liegen diese in der N√§he der Sch√§delbasis, treten vor allem Doppelbilder und Kopfschmerzen auf. Ist die Wirbels√§ule betroffen, k√∂nnen Schmerzen, Sensibilit√§tsst√∂rungen oder Probleme der Blasen- und Darmentleerung entstehen.

Diagnose

Bei der Diagnose einer Krebserkrankung m√ľssen zur Festlegung des Krankheitsstadiums verschiedene Untersuchungen durchgef√ľhrt werden.
Der Universit√§tsklinik f√ľr Radiologie obliegt die gesamte radiologische Diagnostik im Erwachsenenalter f√ľr das Subzentrum Kopf-Hals | Neuro. F√ľr eine feingeweblichen Untersuchung und gezielte Therapieplanung ist eine Probenentnahme (Biopsie) aus dem Tumor wichtig. Aus Gewebs- oder Zellproben von verd√§chtigen Ver√§nderungen ist es den Patholog*innen m√∂glich, im Labor die Gutartigkeit oder B√∂sartigkeit eines Gewebes zu bestimmen.Die Diagnosestellung von Krankheiten am entnommenen Gewebe ist die zentrale Aufgabe der Patholog*innen. Die Befundung des entnommenen Gewebes erfolgt durch das Institut f√ľr Pathologie.

Die unten angef√ľhrten Untersuchungen sind jedoch nicht bei allen Patient*innen zwingend notwendig. Je nach individueller Krankheitssituation k√∂nnen noch weitere Untersuchungen oder Kombinationen einzelner Untersuchungen notwendig sein.

Bei der Diagnose von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich können in der Regel

  • eine Ultraschalluntersuchung
  • eine Magnetresonanztomographie (MRT)
  • eine Computertomographie (CT)
  • eine PET-Untersuchung
  • und eine Knochen- oder Skelettszintigraphie

durchgef√ľhrt werden.

Bei Tumoren des Zentralen Nervensystems können in der Regel

  • eine (funktionelle) Magnetresonanztomographie (MRT oder fMRT)
  • eine Computertomographie (CT)
  • Knochen- oder Skelettszintigraphie
  • eine Angiographie
  • ein Elektroenzephalogramm (EEG)
  • eine Lumbalpunktion

durchgef√ľhrt werden.

Was ist eine Tumorkonferenz?

Eine Tumorkonferenz (auch ‚ÄěTumorboard‚Äú genannt) ist eine Besprechung, an der √Ąrzt*innen aus verschiedenen Fachgebieten teilnehmen. Die Teilnehmer*innen setzen sich aus der Radiologie, der Strahlentherapie-Radioonkologie, der Onkologie, der Pathologie, der Neuropsychologie und dem jeweiligen Organfach (z.B. HNO, Neurochirurgie oder Neurologie) zusammen. Ziel dieser Besprechung ist es, gemeinsam die besten diagnostischen Schritte oder Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr eine*n Patient*in festzulegen. Das Ergebnis des Tumorboards ist ein auf den Patienten*die Patientin abgestimmter Therapievorschlag. Dieser wird mit den Patient*innen besprochen.

Terminplan Tumorkonferenzen/Interdisziplinäre Fallbesprechung:

  • Tumorboard Kopf-Hals: jeden Dienstag 13:30‚Äď15:00 Uhr
  • Tumorboard ZNS: jeden Mittwoch 13:00‚Äď14:00 Uhr
  • Terminplan Skull-Base-Board (Sch√§delbasis-Konferenz): jeden Dienstag 13:00‚Äď13:30 Uhr

 

Therapie

Zu den gängigsten Therapiearten in der Krebsbehandlung zählen der operative Eingriff, die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Oftmals kommt auch eine Kombination verschiedener Therapien zum Einsatz.

Eine Schmerztherapie wird bestm√∂glich auf die Bed√ľrfnisse der Patient*innen abgestimmt. Bei fast allen Krebsarten kann durch eine entsprechende Therapie der Schmerz reduziert oder teilweise auch zur G√§nze beseitigt werden. Bei der Schmerztherapie wird nicht nur der k√∂rperliche Schmerz betrachtet, sondern es werden auch seelische und soziale Umst√§nde sowie pers√∂nliche Bed√ľrfnisse in die Entscheidung mit einbezogen.

Bitte sprechen Sie auch √ľber Ihre Schmerzen mit Ihrem Behandlungsteam!

Ziel jeder Operation ist es, den Tumor vollst√§ndig zu entfernen. Dies gelingt oft, wenn sich der Tumor noch in einem fr√ľhen Stadium befindet. Immer h√§ufiger kommt die operative Metastasen-Entfernung abh√§ngig von der Art des Tumors vor. Nach einer Operation ben√∂tigen viele Patient*innen als weitere Therapie eine medikament√∂se Tumortherapie oder Strahlentherapie.

Die Strahlentherapie ist ein wesentlicher Teil einer Behandlung von Tumoren und kann vor oder auch nach einer Operation zum Einsatz kommen. Sie wird an der Universit√§tsklinik f√ľr Strahlentherapie und Radioonkologie durchgef√ľhrt und kann alleine oder zeitgleich mit einer Chemotherapie durchgef√ľhrt werden. Bei einer Strahlentherapie treffen Strahlen auf den Tumor. Diese Strahlen sch√§digen die Krebszellen so, dass sie sich nicht mehr teilen und absterben. Die Bestrahlung selbst ist schmerzfrei, nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und wird von Montag bis Freitag durchgef√ľhrt. Die Strahlenbehandlung wird dabei f√ľr jede*n Patient*in individuell geplant.

F√ľr die Strahlentherapie gibt es an unserer Klinik zwei grunds√§tzliche Methoden:

  • Die Teletherapie ist die Bestrahlung von au√üen
  • Die Brachytherapie ist das vor√ľbergehende Einbringen einer radioaktiven Quelle in den K√∂rper

Teletherapie

Brachytherapie

Tumorzellen entstehen aus k√∂rpereigenen Zellen, die vom Immunsystem nicht erkannt werden k√∂nnen. Dadurch k√∂nnen sie auch nicht angegriffen werden und wachsen unkontrolliert weiter. Unter Chemotherapie versteht man die Verabreichung von Medikamenten, die dieses unkontrollierte Wachsen st√∂ren. M√∂gliche Nebenwirkungen von Chemotherapien richten sich nach den verwendeten Substanzen. Dies wird in einem ausf√ľhrlichen Gespr√§ch mit der*dem √Ąrztin*Arzt erkl√§rt.
Die Chemotherapie wird auf den Ambulanzen der Universit√§tsklinik f√ľr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, der Universit√§tsklinik f√ľr Neurologie und der Klinischen Abteilung f√ľr Onkologie der Universit√§tsklinik f√ľr Innere Medizin durchgef√ľhrt.

Eine Immuntherapie hat das Ziel, die Krebszellen mit den eigenen Immunzellen zu bekämpfen. Durch die verwendeten Medikamente werden nicht die Krebszellen direkt angegriffen. Stattdessen bewirken die Medikamente, dass unsere Immunzellen die Krebszellen erkennen und diese angreifen und zerstören.

Die Immuntherapie wird auf den Ambulanzen der Universit√§tsklinik f√ľr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, der Universit√§tsklinik f√ľr Neurologie und der Klinischen Abteilung f√ľr Onkologie der Universit√§tsklinik f√ľr Innere Medizin durchgef√ľhrt.

Die zielgerichtete Krebstherapie hemmt das Tumorwachstum ‚Äěpunktgenau‚Äú. Die Therapie findet in der Regel in Form von Tabletten statt. Die Medikamente richten sich gegen die Eigenschaften der Tumorzellen, die f√ľr das Wachstum wichtig sind. Sie sind auf biologische Merkmale des Tumors ausgerichtet.

Die zielgerichtete Krebstherapie wird auf den Ambulanzen der Universit√§tsklinik f√ľr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, der Universit√§tsklinik f√ľr Neurologie und der Klinischen Abteilung f√ľr Onkologie der Universit√§tsklinik f√ľr Innere Medizin durchgef√ľhrt.

Bestimmte Inhaltsstoffe von Pflanzen, beeinflussen die Medikamente der Chemotherapie, die gegen bösartige Tumoren eingesetzt werden.
Wenn Sie sich f√ľr komplement√§re Methoden interessieren, dann besprechen Sie dies bitte vor dem Einsatz immer mit Ihrem behandelnden Arzt*Ihrer behandelnden √Ąrztin!

Palliativversorgung

Wenn eine Krebserkrankung trotz Behandlung voranschreitet und nicht mehr heilbar ist, k√∂nnen auf verschiedenen Ebenen Belastungen entstehen, die weitere Unterst√ľtzungsangebote erforderlich machen.
Dabei kann es sich um körperliche Symptome handeln (z. B.: Schmerzen, Übelkeit, Atemnot), um psychische Belastungen. aber auch um soziale Belastungen (z. B.: Sorge um die Familie, Verlust des Berufes).
Die Palliativversorgung bzw. Palliativmedizin zielt darauf ab, die Lebensqualit√§t von Patient*innen und deren Familien zu verbessern. Eine palliative Versorgung kann in Abh√§ngigkeit der vorliegenden Symptomlast bereits parallel zur Krebsbehandlung durchgef√ľhrt werden. Die Entscheidung zur palliativmedizinischen Mitbetreuung wird gemeinsam mit Ihrer Onkologin*Ihrem Onkologen getroffen.

Nachsorge

Wenn die medizinische Behandlung der Tumorerkrankung abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Nachsorge.
Sie dient dazu, um ...

  • ein Wiederauftreten der Krebskrankheit rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln
  • Begleiterkrankungen festzustellen, zu behandeln und gegebenenfalls zu lindern
  • Langzeitfolgen zu behandeln. Langzeitfolgen sind Probleme, die auch 5 Jahre nach der aktiven Behandlung und Therapie noch bestehen.

Ihre √Ąrztin/Ihr Arzt je nach Stadium der Erkrankung, nach Art der durchgef√ľhrten Behandlung und aufgrund anderer Einflussfaktorenerstellt einen individuellen Nachsorgeplan.

FAQs

Sie sind Expert*in f√ľr Ihren K√∂rper. Sprechen Sie √ľber die Nebenwirkungen und die M√∂glichkeiten der Behandlung mit Ihren behandelnden √Ąrzt*innen!

Viele Krebspatient*innen f√ľrchten sich vor den Nebenwirkungen ihrer Krebstherapie. Sorgen k√∂nnen auch m√∂gliche Langzeitfolgen der Krebserkrankung oder der Therapie machen.

Wichtig ist aber zu wissen, dass nicht alle Patient*innen gleich auf diese Therapien reagieren und bei jedem Patienten*bei jeder Patientin unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Und auch die Nebenwirkungen, die auftreten, werden von Patient*innen unterschiedlich stark empfunden.

Allgemein gilt:

Welche Nebenwirkungen bei jedem einzelnen Patienten*bei jeder einzelnen Patientin tatsächlich auftreten, ist unter anderem abhängig von der Therapie, vom Allgemeinzustand sowie eventuell vorhandene Vorerkrankungen. Selten gibt es Nebenwirkungen, die dauerhaft sind.

Viele Nebenwirkungen lassen sich h√§ufig lindern oder ganz vermeiden. Zus√§tzlich erhalten die Patient*innen vorbeugend Medikamente, welche zum Beispiel eine √úbelkeit erst gar nicht entstehen lassen. Scheuen Sie sich nicht davor, dieses Thema mit Ihrem Arzt*Ihrer √Ąrztin vor Ihrer Therapie zu besprechen!

So √ľberraschend es klingt: Auch bei anhaltender M√ľdigkeit hilft vielen Betroffenen Bewegung mehr als Schonung. ABER: √úberanstrengen Sie sich nicht, planen Sie auch regelm√§√üige Pausen ein!

Sie werden immer ausf√ľhrlich √ľber etwaige Nebenwirkungen aufgekl√§rt. Au√üerdem ist das Team des Universit√§ren Subzentrums KOPF-HALS | NEURO f√ľr Sie rund um die Uhr erreichbar, sollten Nebenwirkungen auftreten! In diesem Fall steht immer ein*e Arzt*√Ąrztin f√ľr Sie als Ansprechperson bereit.

Chemotherapie und Bestrahlung zerstören die Tumorzellen. Dabei ist es möglich, dass gesunde Zellen geschädigt werden. Sind die Eierstöcke, Ei-oder Samenzellen betroffen, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein.

Viele Frauen*M√§nner k√∂nnen nach √ľberstandener Krebstherapie auf nat√ľrlichem Wege wieder schwanger werden bzw. Kinder zeugen. Voraussetzung ist, dass Hormonzyklus und Fortpflanzungsorgane wieder vollst√§ndig funktionieren. Abh√§ngig von der erfolgten Therapie und dem Alter ben√∂tigt der K√∂rper daf√ľr unterschiedlich lange Erholungszeiten. Au√üerdem kann ein Kinderwunsch bei der Therapieauswahl ber√ľcksichtigt werden.

Die folgenden Tipps sollen dazu dienen, Ihnen und Ihren Angeh√∂rigen eine Hilfestellung zu geben, wie Sie sich w√§hrend oder nach der Durchf√ľhrung einer Krebstherapie verhalten sollen.

  • Essen und Trinken: Achten Sie auf eine ausreichende und ausgewogene Nahrungs- und Fl√ľssigkeitsaufnahme.
  • Hygiene: Achten Sie insgesamt auf Ihre Hygiene! Waschen Sie regelm√§√üig Ihre H√§nde. Vermeiden Sie Verletzungen der Haut und Schleimh√§ute, indem Sie beim Rasieren und der Manik√ľre sehr vorsichtig vorgehen. Achten Sie auf eine sorgf√§ltige und regelm√§√üige K√∂rperpflege.
  • Sonne: Bei speziellen Medikamenten ist es wichtig, direkte Sonne zu vermeiden. Sorgen Sie f√ľr den entsprechenden Sonnenschutz. ACHTUNG im Bestrahlungsfeld: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Verwenden Sie keine Sonnencreme, keine K√∂rpercremen, keine Lotionen und kein Deo. T√§gliche Reinigung des Bestrahlungsfeldes mit lauwarmen Wasser.
  • Tagesablauf: Planen Sie ‚ÄěErholungsphasen‚Äú ein, in denen Sie Kraft tanken k√∂nnen.
  • Rauchen: Geben Sie das Rauchen bitte auf! TIPP: Ein Rauchausstieg lohnt sich in jedem Fall - f√ľr die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen. Die √Ėsterreichische Gesundheitskasse (√ĖGK) bietet das Programm ‚ÄěRauchfrei in 6 Wochen‚Äú in der Gruppe, im Betrieb oder als Einzelentw√∂hnung an (endlich-aufatmen.at).
  • Alkohol: Auch das Trinken von Alkohol f√∂rdert die Bildung von Krebs. Reduzieren Sie den Konsum deshalb auf ein Minimum.

Bitte seien Sie kritisch Informationen gegen√ľber, die Sie aus dem Internet erhalten! F√ľr Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden ist wichtig zu wissen, welchen Informationen sie vertrauen k√∂nnen. Neben k√∂rperlichen Einschr√§nkungen und Schmerzen versp√ľren viele Patient*innen Unsicherheit und Angst. Gerade in dieser Situation ist man besonders empf√§nglich f√ľr gef√§hrliche Gesundheitsinformationen, zum Beispiel √ľber vermeintliche Wundermittel. Besprechen Sie Angebote, von denen Sie im Internet erfahren, mit Ihrem behandelnden Arzt*Ihrer behandelnden √Ąrztin und gehen Sie kein Risiko ein!

Die Universit√§re Kompetenzeinheit f√ľr endoskopische Sch√§delbasischirurgie ist eine Einrichtung am Univ. CCC Subzentrum KOPF-HALS | NEURO. Hier werden gut- oder b√∂sartige Tumoren des Hirns, welche sich in der N√§he der Sch√§delbasis befinden, durch die Nase operiert. Die Hauptakteure sind hier die Univ.-Klinik f√ľr HNO und die Univ.-Klinik f√ľr Neurochirurgie. Das Kernst√ľck ist hierbei das Skull-Base-Board.

Das Skull-Base-Board (Sch√§delbasis-Konferenz) ist √§hnlich wie das Tumorboard eine Besprechung, an der √Ąrzt*innen aus verschiedenen Fachgebieten teilnehmen. Im Skull-Base-Board werden unter anderem Patient*innen besprochen, deren Erkrankung Tumoren in der N√§he der Sch√§delbasis betreffen. Auch hier ist das oberste Ziel, weitere diagnostische Schritte oder Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr die Patient*innen zu finden. Das Ergebnis wird auch hier mit den Patient*innen besprochen.

Die psychologische Betreuung unterst√ľtzt Betroffenen und deren Angeh√∂rige und steht Ihnen in verschiedensten Phasen der Behandlung zur Seite.

Die Sozialarbeiter*innen bieten Patient*innen des LKH-Univ. Klinikum Graz Hilfestellung bei der Bewältigung von krankheitsbedingten Problemen im Alltag an.

Die Diätolog*innen des LKH-Univ. Klinikum Graz erstellen in interdisziplinärer Zusammenarbeit ein ernährungstherapeutisches Konzept. Eine bedarfsgerechte Ernährung kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen sowie die Lebensqualität verbessern.

Die Physiotherapie unterst√ľtzt bei der Mobilisation. Ziel ist die Erhaltung und Wiederherstellung der k√∂rperlichen Funktionen und die Vermeidung von Funktionsst√∂rungen, um nach dem Krankenhausaufenthalt den Alltag bestm√∂glich bew√§ltigen zu k√∂nnen.

Die Kernaufgaben der Logopädie sind die Vorbeugung, Beratung, Diagnose und Therapie von Störungen und Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens, der Atmung, der Stimme, des Schluckens und der Mundfunktionen.

Ergotherapeut*innen unterst√ľtzen dabei, um den Menschen die Handlungsf√§higkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung ihrer Lebensqualit√§t zu erm√∂glichen.

Sollte eine zus√§tzliche Betreuung von Ihnen oder Ihren Angeh√∂rigen gew√ľnscht werden, teilen Sie das bitte Ihren behandelnden √Ąrzt*innen mit. So wird ein Kontakt f√ľr Sie hergestellt werden!

Wissenschaftliche Ver√§nderungen in Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen haben √ľber die letzten Jahrzehnte die Vorhersage bei vielen Krebsarten verbessert. Die interdisziplin√§re Zusammenarbeit von Expert*innen an der Medizinischen Universit√§t Graz mit nationalen und internationalen Kolleg*innen ist daf√ľr ein wesentlicher Baustein.

Teilnahme an klinischen Studien

Die Teilnahme an einer klinischen Studie an der Med Uni Graz ist f√ľr Patient*innen mit vielen Vorteilen verbunden. Als Studienpatient*in haben Sie die Chance, neue Behandlungsmethoden fr√ľhzeitig zu erhalten, noch bevor sie in der klinischen Routine verf√ľgbar sind. Neue Wirkstoffe bieten viele Chancen, k√∂nnen im Gegenzug aber auch einige unbekannte Nebenwirkungen und Reaktionen hervorrufen. Ohne klinische Studien w√§ren die gro√üen Fortschritte in der Krebstherapie nicht m√∂glich. Daher ist jede*r Studienpatient*in ein wichtiger Teil dieser Entwicklung und hilft so auch aktiv mit, Diagnose und Therapieoptionen f√ľr zuk√ľnftige Patient*innen weiter zu verbessern.

Forschungsinfrastruktur

Neben modernst ausgestatteten Laborfl√§chen und weiteren Einrichtungen, verf√ľgt die Med Uni Graz beispielsweise √ľber eine der gr√∂√üten Biobanken Europas, einem wahren Datenschatz f√ľr die medizinische Forschung. Durch die Sammlung und Bereitstellung von biologischen Proben ‚Äď derzeit mehr als 20 Millionen aus den unterschiedlichsten Bereichen ‚Äď steht der Wissenschaft eine vielf√§ltige Datenquelle zur Verf√ľgung, um Forschungsprojekte voranzutreiben. Biobanken f√ľr die medizinische Forschung enthalten Gewebeproben, Blut und andere K√∂rperfl√ľssigkeiten sowie Zellen und DNA-Proben menschlichen Ursprungs. Mit diesen biologischen Proben wird die Forschung unterst√ľtzt. Diese Forschung erm√∂glicht eine schnellere und zielgerichtete Entwicklung von neuen und besseren Therapien - vor allem f√ľr Tumorpatient*innen.