Erkrankungen des Gehirns, des RĂŒckenmarks sowie des peripheren Nervensystems und der Muskulatur fĂŒhren zu einer Vielzahl von Beschwerden und Symptomen. Diese können von Kopfschmerzen, Kreuzschmerzen, GefĂŒhlsstörungen und LĂ€hmungen, Sprach- und Sehstörungen, Störungen des GedĂ€chtnisses und anderer intellektueller Abbausyndrome, bis zu Störungen des Bewusstseins und dem Auftreten unwillkĂŒrlicher Bewegungen reichen.

Die UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Neurologie versorgt alle Patient*innen mit derart akut aufgetretenen und auch lĂ€nger bestehenden gesundheitlichen Problemen aus dem Raum Graz und Graz Umgebung östlich der Mur. Die Univ.-Klinik ist weiters Referenzzentrum fĂŒr spezielle Fragestellungen (ProblemfĂ€lle) aus der gesamten Steiermark und dem ĂŒbrigen SĂŒdösterreich, Zuweisungen fĂŒr besondere Fragestellungen erfolgen aber auch aus anderen BundeslĂ€ndern und von auslĂ€ndischen Institutionen.

Aufnahme und Ambulanzen

FĂŒr die ambulante Betreuung unserer Patient*innen stehen eine Akutaufnahme und Bestellambulanzen zur VerfĂŒgung.

Die Akutaufnahme befindet sich gemeinsam mit jenen der Univ.-Klinik fĂŒr Innere Medizin und der Univ.-Klinik fĂŒr Radiologie in der sogenannten EBA (Erstuntersuchung, Bobachtung, Aufnahme) im Westteil des Klinikum (Auenbruggerplatz 41).

Die EBA kann von allen Patient*innen mit plötzlich aufgetretenen, schwerwiegenden neurologischen Symptomen rund um die Uhr kontaktiert werden. Die unmittelbare NĂ€he zu diagnostischen Methoden wie bildgebenden Techniken und Laboreinrichtungen garantiert eine rasche und effiziente Versorgung.

FĂŒr die stationĂ€re Versorgung verfĂŒgt die Klinik ĂŒber eine Intensivstation, eine sogenannte Stroke-Unit (Schlaganfall-Einheit), zwei allgemeine Bettenstationen sowie eine Station fĂŒr Neurorehabilitation. Unser umfassendes Versorgungsangebot reicht vom schweren Notfall bis hin zur funktionellen Wiederherstellung durch neurorehabilitative Maßnahmen.

Unsere Ambulanzen werden als Bestellambulanzen (mit entsprechender fachĂ€rztlicher Zuweisung) gefĂŒhrt.

Forschung und Lehre

Als Teil der Medizinischen UniversitĂ€t Graz ist die UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Neurologie ein wesentlicher Forschungsmotor, wobei die Zusammenarbeit mit anderen HĂ€usern des Klinikum aber auch mit nationalen und internationalen Einrichtungen großgeschrieben wird.

Dementsprechend gewĂ€hrleistet die UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Neurologie auch die neuesten Diagnose- und Therapiestandards und kann fĂŒr ihre Schwerpunkte auch regelmĂ€ĂŸig Behandlungsmethoden anbieten, die erst in Erprobung sind. 
Eine weitere wesentliche Aufgabe kommt der UniversitĂ€tsklinik im Rahmen der Ausbildung zu. Dies gilt fĂŒr die studentische Ausbildung im Rahmen des Medizinstudiums mit regelmĂ€ĂŸigen Vorlesungen und praktischen Übungen sowie auch fĂŒr die Ausbildung zur/zum FachĂ€rzt*in fĂŒr Neurologie.
Zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen sowie die Organisation von Workshops, Symposien und Kongressen komplettieren das Ausbildungsangebot.

Gemeinsame Einrichtungen

Neben unseren zwei Klinischen Abteilungen verfĂŒgt unsere Klinik auch ĂŒber einen von beiden Abteilungen gemeinsam genutzten Bereich.

Die Intensivstation verfĂŒgt ĂŒber acht Betten zur Akutversorgung meist schwerstkranker, bewusstseinsgetrĂŒbter, neurologischer Patient*innen, wovon fĂŒnf Betten mit der Möglichkeit zur kĂŒnstlichen Beatmung ausgestattet sind.
Dies betrifft meist Patient*innen mit schweren SchlaganfĂ€llen (oft auf Grund einer Hirnblutung), mit massiven EntzĂŒndungen von Gehirn, HirnhĂ€uten und RĂŒckenmark oder mit unstillbaren KrampfanfĂ€llen, aber auch Personen, bei denen auf Grund von Erkrankungen des peripheren Nervensystems oder der Muskulatur eine AtemlĂ€hmung besteht oder droht.
Ihre Betreuung erfolgt durch Neurolog*innen mit einer Spezialisierung in Intensivmedizin sowie durch speziell geschultes Pflegepersonal.

Die Einheit arbeitet eng mit den anderen Intensivstationen des Klinikum zusammen und ĂŒbernimmt bei Bedarf auch Patient*innen aus den ĂŒbrigen Neurologischen Abteilungen der Steiermark und dem sĂŒdlichen Burgenland.
Unserem Team gehören Ärzt*innen, Pflegepersonen, Physiotherapeut*innen, LogopĂ€d*innen, Ergotherapeut*innen, DiĂ€tolog*innen, Sozialarbeiter*innen, und klinische Psycholog*innen an. Wir sind stets bemĂŒht, auch Angehörige in die Betreuung unserer Patient*innen miteinzubeziehen.

Schwerpunkt Neurorehabilitation

Die Station Neurorehabilitation hat die Wiederherstellung nach SchĂ€digung von Gehirn, RĂŒckenmark und peripherem Nervensystem zum Ziel.
Unser Schwerpunkt liegt in der Neurorehabilitation von Patient*innen nach einem Schlaganfall oder einer anderen Form der nicht-traumatischen SchÀdigung des Gehirns (z. B. Encephalitis), aber auch von Patient*innen nach einer schweren SchÀdigung des peripheren Nervensystems (z. B. Guillain Barree Syndrom).

Ein spezielles Phasenmodell berĂŒcksichtigt den unterschiedlichen Schweregrad der SchĂ€digung, den Allgemeinzustand und Belastbarkeit sowie auch die Möglichkeiten der Wiederherstellung von Patient*innen. Betten der Phase B ermöglichen die gezielte Behandlung von Patient*innen deren Schweregrade der SchĂ€digung eine Rehabilitation nur eingeschrĂ€nkt und unter begleitender intensiver Überwachung und pflegerischer Betreuung möglich macht. Ein Großteil dieser Patient*innen wird zuvor an unserer Intensivstation oder Stroke Unit behandelt. Patient*innen, welche bei klarem Bewusstsein sind und ĂŒber den Tag verteilt zumindest drei Stunden an therapeutischen Maßnahmen teilnehmen können, sind fĂŒr die Phase C der Neurorehabilitation geeignet.