RSV: Warum Eltern ihre Babys jetzt schützen lassen sollten

Pressemitteilung
Zurück zur Übersicht

Eine aktuelle Untersuchung am Uniklinikum Graz zeigt: Bei Säuglingen mit RSV-Immunschutz ist das Risiko einer RSV-bedingten Krankenhausaufnahme um rund 77 Prozent geringer als bei ungeschützten Kindern. Der Schutz ist kostenlos und kann auch bei niedergelassenen Kinderärzt*innen in Anspruch genommen werden.

Ein lächelnder Arzt mit kurzen grauen Haaren steht in einem hellen Gang des Uniklinikums Graz und lehnt an einer Glaswand. Er trägt einen weißen Arztkittel über einem grauen Poloshirt und hat beide Hände in den Kitteltaschen. In der Glaswand spiegelt sich sein Oberkörper.
Assoz.-Prof. Dr. Volker Strenger, Kinderarzt und Infektiologe am Uniklinikum Graz | ©Uniklinikum Graz / Kanizaj

Für Babys kann schon eine vermeintlich harmlose Erkältung gefährlich werden. Denn hinter Schnupfen und Husten kann das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) stecken, das gerade bei den Kleinsten schwere Atemwegsinfektionen auslösen kann. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation notwendig. Die gute Nachricht: Es gibt eine wirksame Möglichkeit, Säuglinge davor zu schützen. Wie groß der Nutzen der RSV-Immunisierung ist, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Untersuchung der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Uniklinikum Graz.

Für die Untersuchung wurden die Daten von 1.805 Neugeborenen ausgewertet, die zwischen Oktober 2025 und März 2026 an der Grazer Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zur Welt kamen. Rund 70 Prozent der Kinder erhielten einen RSV-Immunschutz – überwiegend durch die Gabe schützender Antikörper nach der Geburt, in Einzelfällen durch eine Impfung der Mutter während der Schwangerschaft.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Während 2,8 Prozent der nicht immunisierten Säuglinge wegen einer RSV-Infektion in den ersten Lebensmonaten ins Krankenhaus mussten, waren es bei den immunisierten Kindern nur 0,6 Prozent. Damit war die Immunisierung mit einem um rund 77 Prozent geringeren Risiko für eine RSV-bedingte Krankenhausaufnahme verbunden. Anders 

ausgedrückt: Statistisch gesehen lässt sich damit pro 46 immunisierten Kindern eine RSV-bedingte Krankenhausaufnahme verhindern. Die Grazer Ergebnisse bestätigen damit auch internationale Erfahrungen zur Wirksamkeit des RSV-Schutzes.

„Unsere Untersuchung zeigt, dass wir mit der RSV-Immunisierung viele Säuglinge vor einer schweren Infektion und einem Krankenhausaufenthalt schützen können. Gerade bei den Kleinsten kann RSV gefährlich werden. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Eltern dieses kostenlose Angebot nutzen“, betont Assoz.-Prof. Dr. Volker Strenger von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Uniklinikum Graz.

Schutz von Anfang an

Während der RSV-Saison, die in Österreich üblicherweise von Oktober bis März dauert, wird Neugeborenen am Uniklinikum Graz die kostenlose Immunisierung möglichst noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus angeboten. Dabei erhalten die Babys fertige Antikörper, die unmittelbar wirken und mehrere Monate lang schützen.

Babys, die zwischen April und September geboren wurden, sollten im Herbst vor Beginn ihrer ersten RSV-Saison immunisiert werden. Für sie ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Immunisierung durchführen zu lassen. Diese ist auch bei niedergelassenen Kinderärzt*innen kostenlos möglich.

Die Grazer Daten unterstreichen, wie wirksam die einmalige Antikörpergabe Säuglinge im ersten Lebensjahr vor schweren RSV-Erkrankungen und damit verbundenen Krankenhausaufenthalten schützen kann. Seit Dezember 2024 ist sie Teil des kostenlosen österreichischen Kinderimpfprogramms.

Presseanfragen

Pressestelle des LKH-Univ. Klinikum Graz
Mag. Simone Pfandl-Pichler
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz

Telefon: +43 316 385-87791
Fax: +43 316 385-16942

simone.pichler@uniklinikum.kages.at

Downloads

Abdruck kostenfrei unter korrekter Angabe des Fotocredits: