Lange Nacht der Urologie: ohne Tastuntersuchung, aber mit âKochonesâ!
Ein Prostata-Check ohne die gefĂŒrchtete Tastuntersuchung? Ja, tatsĂ€chlich! Bei der FrĂŒherkennung von Prostatakrebs setzt man heute vor allem auf die Bestimmung des PSA-Werts mittels Bluttest. Die âLange Nacht der Urologieâ am 9. November 2026 bietet MĂ€nnern zwischen 50 und 70 Jahren die Gelegenheit, sich am Uniklinikum Graz unkompliziert beraten und auf Wunsch ihren PSA-Wert bestimmen zu lassen. Und ein eigens gebrautes Bier namens âKochonesâ gibt es obendrein.
âUnser Ziel ist es, fĂŒr die Lebenszeit eines Mannes relevanten, also aggressiven Prostatakrebs ausreichend frĂŒh zu entdecken bzw. auszuschlieĂenâ, erklĂ€rt Univ.-Prof. Dr. Sascha Ahyai, Vorstand der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Urologie am Uniklinikum Graz. Wie wichtig die FrĂŒherkennung ist, zeigen die Zahlen: Prostatakrebs ist die hĂ€ufigste Krebserkrankung bei MĂ€nnern. Etwa 10 bis 15 Prozent aller MĂ€nner erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Bei rund 20 Prozent der neu diagnostizierten FĂ€lle hat der Krebs bereits Metastasen gebildet. Dennoch nehmen viele MĂ€nner die FrĂŒherkennung nicht in Anspruch â hĂ€ufig aus Scheu vor der rektalen Tastuntersuchung.
Ein Bluttest statt Tastuntersuchung
Warum die Tastuntersuchung bei der FrĂŒherkennung heute kaum noch eine Rolle spielt, erklĂ€rt der Urologe so: âDie Tastuntersuchung entdeckt nur sehr selten einen Prostatakrebs und hĂ€lt gleichzeitig viele MĂ€nner von der FrĂŒherkennung ab. Mit dem PSA-Test haben wir eine deutlich bessere Möglichkeit, ein mögliches Krebsrisiko frĂŒhzeitig zu erkennenâ, erklĂ€rt Ahyai.
Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet allerdings keineswegs automatisch Krebs. Auch gutartige VerĂ€nderungen oder EntzĂŒndungen können den Wert ansteigen lassen. WĂ€hrend frĂŒher bei einem auffĂ€lligen PSA-Wert hĂ€ufig direkt eine Gewebeprobe entnommen wurde, ermöglichen die modernen Leitlinien heute eine gezieltere AbklĂ€rung. âLiegt der PSA-Wert ĂŒber 3 ng/ml, wird das Ergebnis zunĂ€chst individuell beurteilt und gegebenenfalls kontrolliert. Besteht weiterhin ein Verdacht, folgt in der Regel ein hochauflösendes MRT der Prostata â nicht sofort eine Biopsieâ, so Ahyai. Die Magnetresonanztomografie ermöglicht es, verdĂ€chtige VerĂ€nderungen genauer zu beurteilen. âIst das MRT unauffĂ€llig und das individuelle Krebsrisiko gering, kann hĂ€ufig auf eine Biopsie verzichtet werden. Das erspart den MĂ€nnern unnötige Eingriffe und mögliche Komplikationen.â
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein EiweiĂ, das von der Prostata gebildet wird und in geringen Mengen ins Blut gelangt. Bei Prostatakrebs kann die PSA-Konzentration erhöht sein. Ein erhöhter Wert bedeutet jedoch nicht automatisch Krebs: Auch eine gutartige ProstatavergröĂerung oder EntzĂŒndungen können dafĂŒr verantwortlich sein. Wichtig ist deshalb nicht nur der einzelne Messwert, sondern auch seine Entwicklung im Laufe der Zeit. Ein rascher Anstieg kann ein Warnsignal sein. âGerade deshalb ist es so wichtig, dass MĂ€nner ihren Ausgangswert kennenâ, erklĂ€rt Ahyai. âPSA ist kein Tumormarker, sondern ein Organmarker. Er hilft uns, jene Patienten zu identifizieren, bei denen ein erhöhtes Risiko fĂŒr Prostatakrebs besteht.â
Warum gerade zwischen 50 und 70 Jahren?
Vor allem MĂ€nner zwischen 50 und 70 Jahren können von der FrĂŒherkennung profitieren. Bei starker familiĂ€rer Vorbelastung kann eine FrĂŒherkennung bereits ab 40 oder 45 Jahren sinnvoll sein. âZwischen 50 und 70 Jahren ist die FrĂŒherkennung besonders sinnvoll, weil wir in diesem Alter vor allem jene Tumoren rechtzeitig entdecken können, die unbehandelt die Lebenserwartung verkĂŒrzen wĂŒrdenâ, erklĂ€rt Ahyai. âDenn nicht jeder Prostatakrebs wĂ€chst aggressiv und nicht jeder entdeckte Tumor muss sofort behandelt werden.â
Umso wichtiger ist fĂŒr Ahyai, eine systematische, am individuellen Risiko orientierte Prostatakrebs-FrĂŒherkennung in Ăsterreich. Sein Ziel: Jeder Mann sollte um das 50. Lebensjahr seinen PSA-Ausgangswert kennen. Je nach Ergebnis und individuellem Risiko könnten weitere Kontrollen alle zwei oder fĂŒnf Jahre folgen.
Rekordandrang bei der Premiere
Die âLange Nacht der Urologieâ ist eine österreichweite Initiative der Ăsterreichischen Krebshilfe, an der sich zahlreiche urologische Einrichtungen beteiligen. Auch in der Steiermark sind neben dem Uniklinikum Graz weitere urologische Ordinationen mit dabei. Die Aktion findet bewusst im âMovemberâ statt, der weltweit auf MĂ€nnergesundheit aufmerksam macht. Bei der Premiere 2025 kamen allein ans Uniklinikum Graz 110 MĂ€nner zum Prostata-Check â so viele wie an keinem anderen teilnehmenden Standort in Ăsterreich. Wegen des groĂen Andrangs im Vorjahr ist heuer erstmals eine Terminvereinbarung per QR-Code erforderlich. Zwischen 17 und 21 Uhr stehen die Experten der Urologischen Ambulanz fĂŒr BeratungsgesprĂ€che und gegebenenfalls eine PSA-Blutabnahme bereit.
Und auch ein Freibier darf nicht fehlen: Jeder Teilnehmer bekommt ein eigens fĂŒr die Lange Nacht der Urologie gebrautes âKochonesâ. Der Name ist eine augenzwinkernde Anspielung auf das spanische Wort âCojonesâ â umgangssprachlich fĂŒr âEierâ.
Die Lange Nacht der Urologie 2026
Wann: Montag, 9. November 2026, 17:00â21:00 Uhr
Wo: UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Urologie, LKH-Univ. Klinikum Graz,
Auenbruggerplatz 5/6, 2. OG, links (Urologische Ambulanz)
FĂŒr wen: MĂ€nner zwischen 50 und 70 Jahren, insbesondere jene ohne bisherige Prostatakrebs-FrĂŒherkennung. Bei starker familiĂ€rer Vorbelastung auch jĂŒngere MĂ€nner ab 40 bzw. 45 Jahren.
Was: FachĂ€rztliche Beratung und auf Wunsch PSA-Bestimmung mittels Blutabnahme â ohne routinemĂ€Ăige Tastuntersuchung.
Wie: Vorherige Terminvereinbarung erforderlich: Lange Nacht der Urologie am 09.11.2026 | TERMINO
Anreise: StraĂenbahnlinie 7, Haltestelle Klinikum SĂŒd â Odilieninstitut
Weitere Informationen: www.loosetie.at/loose-tie/lange-nacht-der-urologie
Das Univ. Comprehensive Cancer Center wird auch heuer wieder bei der Aktion âMovemberâ dabei sein. Wer mitmacht, kann gewinnen â verschiedene Frisörgutscheine im Wert von mehr als 300 Euro stehen zur Verlosung bereit. Einfach ein Portraitfoto mit Moustache/Schnauzer schicken an: peter.tiefenbacher@uniklinikum.kages.at
Einsendeschluss: 27. M(N)ovember 2026
Mit der Einsendung des Fotos stimmen Sie zu, dass Ihr Bild auf den Social-Media- und Internetseiten veröffentlicht werden darf. Die Preise werden unter den Einsendern verlost.
Presseanfragen
Pressestelle des LKH-Univ. Klinikum Graz
Mag. Simone Pfandl-Pichler
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz
Telefon: +43 316 385-87791
Fax: +43 316 385-16942
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