Schlaf als Gesundheitsfaktor: KAGes macht auf Risiken von Schlafmangel aufmerksam
Schlaf als Schlüssel zur Gesundheit: Expert*innen aus den Schlaflaboren des LKH Hochsteiermark und des LKH Graz II informieren zum Internationalen Tag des Schlafes über Ursachen von Schlafstörungen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Schlaf ist ein zentraler Baustein für körperliche und mentale Gesundheit. Dennoch leiden viele Menschen an Schlafproblemen. Anlässlich des Internationalen Tags des Schlafes am 14. März macht die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft auf die Bedeutung von gesundem Schlaf und die Möglichkeiten moderner Schlafmedizin aufmerksam. In den Schlaflaboren der KAGes werden Schlafstörungen umfassend diagnostiziert und behandelt.
„Guter Schlaf ist zwar eine subjektive Einschätzung, medizinisch sprechen wir jedoch von nicht erholsamem Schlaf, wenn Schlafstörungen zu Beeinträchtigungen im Alltag führen“, erklärt Otmar Schindler, Primar am LKH Hochsteiermark. Zu den häufigsten Schlafstörungen zählen Insomnien mit Ein- und Durchschlafproblemen sowie Hypersomnie mit ausgeprägter Tagesschläfrigkeit. Besonders häufig stecken jedoch schlafbezogene Atemstörungen dahinter, bei denen es im Schlaf zu Atempausen oder eingeschränkter Atmung kommt.
Woran man guten Schlaf erkennt
Ein gesunder Schlaf ist durch mehrere Merkmale gekennzeichnet: Die Einschlafdauer liegt meist unter 30 Minuten, der Schlaf verläuft mit der typischen Abfolge aus Leicht-, Tief- und Traumschlafphasen und am Morgen stellt sich ein Gefühl der Erholung ein. Auch die Leistungsfähigkeit während des Tages ist ein wichtiger Hinweis.
„Die benötigte Schlafdauer ist individuell unterschiedlich, liegt im Durchschnitt jedoch bei etwa sieben Stunden“, sagt Eveline Kink, Primaria am LKH Graz II. „Ein gutes Zeichen für ausreichend Schlaf ist, wenn man sich morgens ausgeruht fühlt und tagsüber keine ausgeprägte Einschlafneigung verspürt.“
Folgen von Schlafmangel
Bleibt erholsamer Schlaf aus, zeigen sich zunächst typische Zeichen mangelnder Regeneration. Dazu zählen Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit und Reizbarkeit. Auch das Risiko für Fehler oder Unfälle steigt.
Langfristig kann Schlafmangel jedoch auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. „Schlafdefizite beeinflussen hormonelle und immunologische Prozesse im Körper“, erklärt Schindler. Dadurch treten Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck häufiger auf. Auch das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte steigt. Darüber hinaus werden Schlafmangel und unbehandelte schlafbezogene Atemstörungen mit einer erhöhten Sterblichkeit sowie mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht.
Moderne Diagnostik im Schlaflabor
Ob die Schlafqualität ausreichend ist, lässt sich oft bereits an einfachen Kriterien erkennen: Wer sich morgens erholt fühlt und abends rasch einschlafen kann, schläft in der Regel ausreichend. Hinweise auf Schlafstörungen können jedoch auch Schnarchen, Atemaussetzer oder starke Tagesschläfrigkeit sein.
„In solchen Fällen empfiehlt sich eine medizinische Abklärung“, betont Kink. Diese erfolgt zunächst im niedergelassenen Bereich bei Lungenfachärzt*innen über Fragebögen und eine sogenannte Polygraphie, bei der unter anderem Schlafdauer, Atmung, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung aufgezeichnet werden. Bei Bedarf folgt eine weiterführende Untersuchung im Schlaflabor.
Schlafhygiene als wichtige Grundlage
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sind sogenannte schlafhygienische Maßnahmen. Dazu zählen regelmäßige Schlafzeiten, ein ruhiges und eher kühles Schlafzimmer sowie die Nutzung des Bettes ausschließlich zum Schlafen. Bildschirmarbeit und Smartphone-Nutzung sollten idealerweise ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen beendet werden.
Auch auf intensive sportliche Aktivitäten kurz vor dem Schlafengehen sowie auf Alkohol, Koffein und schwere Mahlzeiten am Abend sollte verzichtet werden. Entspannungsübungen wie Meditation oder progressive Muskelrelaxation können zusätzlich helfen.
„Je nach Ursache kommen darüber hinaus verhaltenstherapeutische Ansätze, eine nächtliche Atemunterstützung oder – in seltenen Fällen – auch Medikamente oder operative Maßnahmen zum Einsatz“, so Kink.
Mit ihren spezialisierten Schlaflaboren bietet die KAGes umfassende Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Gesundheit und Lebensqualität.
Wissen kompakt: Schlafmedizin – erholsamer Schlaf
Einschlafdauer unter 30 Minuten und erholtes Aufwachen
Rund sieben Stunden Schlaf (individuell unterschiedlich)
Keine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit
Regelmäßige Schlafzeiten und schlaffördernde Umgebung
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MMag. Andrea Sittinger
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
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