Riesengroßer Tumor erfolgreich entfernt

Pressemitteilung

Vor gut zwei Wochen wurde einem Obersteirer an der Univ.-Klinik fĂŒr Chirurgie des Klinikum Graz ein elf Kilogramm schwerer Tumor aus dem Bauchraum entfernt. Da das Liposarkom bereits mehrere Organe angegriffen hatte, mussten u. a. eine Niere sowie Teile der Leber entfernt werden. Der Patient ist wohlauf. (Graz, Juli 2018)

(v. li.): Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger, Vorst. Univ.-Klinik fĂŒr Chirurgie, OA Dr. Wolfgang Sturm, Klin. Abt. fĂŒr Allg. AnĂ€sthesiologie, Notfall- und Intensivmed., OA Univ.-Prof. Dr. Peter Kornprat, Klin. Abt. fĂŒr Allgemeinchir., Univ.-Prof. DDr. Philipp Metznitz, Leiter Klin. Abt. fĂŒr Allgemeine AnĂ€sthesiologie, Notfall- und Intensivmedizin, sitzend: Patient Herr Funkl│©Martin Stelzer / LKH-Univ. Klinikum Graz

Begonnen hat alles mit einem ganz normalen Husten, der um die Weihnachtszeit aufgetreten war. „Und weil ich ihn zu Ostern immer noch gehabt hab‘, bin ich zum Arzt gegangen“, erzĂ€hlt Siegmund Funkl knapp zwei Wochen nachdem ihm ein elf Kilogramm schwerer Tumor entfernt worden ist. Der Hausarzt habe ihn dann zum Internisten und der wiederum ans LKH-Leoben ĂŒberwiesen. „Dort haben’s dann den Tumor entdeckt. Bei so einer Diagnose schaust echt einmal, kann ich Ihnen sagen“, fĂ€hrt der Obersteirer fort und schĂŒttelt heute noch den Kopf, wenn er an die damalige Hiobsbotschaft denkt.

Die Leobner Ärzte schickten ihn dann ans Klinikum Graz, da derartige Eingriffe nur hier gemacht werden. Ab dann ging’s Schlag auf Schlag: Eine Biopsie wies das Gewebe als Weichteiltumor aus, dessen Behandlung wurde im Tumorboard des Klinikum diskutiert. „Das ist ein Gremium, in dem Experten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen zusammenkommen, um die fĂŒr den jeweiligen Patienten bestmögliche Therapie zu besprechen“, erklĂ€rt Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger, Vorstand der Univ.-Klinik fĂŒr Chirurgie.

Komplettentfernung als einzige Therapie

Der Tumor hatte elf Kilogramm│©Martin Stelzer / LKH-Univ. Klinikum Graz

In Herrn Funkls Fall habe sich die Komplettentfernung des Tumors als einzig wirksame Behandlung herauskristallisiert. Eine Chemotherapie hĂ€tte den gewĂŒnschten Erfolg nicht gebracht.

Dennoch: Der komplexe Eingriff war durchaus riskant. „Man hat mich aber darĂŒber aufgeklĂ€rt, ihn deshalb aber nicht machen zu lassen, ist fĂŒr mich nie infrage gekommen“, sagt der Patient. Der erfahrene Chirurg Univ.-Prof. Dr. Peter Kornprat nahm in der Folge die Herausforderung an und entfernte den Tumor am 26. Juni 2018 in einer vierstĂŒndigen Operation.

Spezieller Weichteiltumor, der im Fettgewebe entsteht

Der Tumor befand sich im Bauchraum des Patienten│©Martin Stelzer / LKH-Univ. Klinikum Graz

„Bei Herrn Funkls Tumor handelt es sich um ein Liposarkom, d. h. eine Unterart der Weichteiltumore, die im Fettgewebe entsteht. Sie sind extrem selten, wir haben etwa einen Fall pro Jahr, allerdings sehr aggressiv und infiltrieren die Organe“, erklĂ€rt Kornprat. Bei seinem Patienten seien Gallenblase, Leber, Niere und Nebenniere (rechte Seite) sowie die untere Hohlvene betroffen gewesen. „Daher mussten wir vieles mitentfernen: Gallenblase, Niere, Nebenniere und die untere Hohlvene wurden ganz herausgenommen, auch Teile der Leber haben wir herausgeschnitten“, erklĂ€rt er. Direkt im Anschluss an den Eingriff sei der Bereich noch im Operationssaal bestrahlt worden. „In unseren neuen OPs steht uns diese Technologie zur VerfĂŒgung. Eine tolle Sache“, sagt der Chirurg.

Kontakt

Pressestelle des LKH-Univ. Klinikum Graz
Mag. Simone Pfandl-Pichler
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz

Telefon: +43 316 385-87791
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