Neues Zentrum für bildgebende Verfahren am Uniklinikum: feierliche Eröffnung der neuen Univ.-Klinik für Radiologie
Heute Vormittag lud der KAGes-Vorstand zur Eröffnung des ersten Bauteils der neuen Univ.-Klinik für Radiologie. Damit verfügt das Uniklinikum Graz über eines der modernsten und größten Zentren für bildgebende Medizin in ganz Österreich. Der Einladung zur feierlichen Veranstaltung folgten neben Vertreter*innen aus der Politik, der KAGes, dem Rektorat der Med Uni Graz und dem Direktorium des Uniklinikum Graz auch zahlreiche Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Medizin, Pflege und Medizinisch-Diagnostisch-Therapeutische Gesundheitsberufe. Investiert werden rund 173 Millionen Euro, die Bauzeit beträgt 3,5 Jahre.
Zwei Computer- und drei Magnetresonanz-Tomographen (MRT), dazu ein spezielles Forschungs-MRT sowie drei Angiographie-Anlagen und acht Geräte für nuklearmedizinische Verfahren plus vier speziell vorbereitete Räume, in denen künftig weitere moderne bildgebende High-End-Technologien installiert werden können: Sie alle finden Platz in der neuen Univ.-Klinik für Radiologie des LKH-Univ. Klinikum Graz, die heute Vormittag feierlich eröffnet wurde.
„Die neue Universitätsklinik für Radiologie steht für das, was moderne Gesundheitsversorgung ausmacht: medizinische Spitzenleistung und Menschlichkeit. Dieses Haus wurde nicht nur mit modernster Technik ausgestattet, sondern vor allem für die Menschen geplant. Hier sieht man: Investitionen in öffentliche Infrastruktur sind Investitionen in die Lebensqualität, den Zusammenhalt und die Zukunft unseres Landes“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom.
Dr. Karlheinz Kornhäusl, Landesrat für Gesundheit, Pflege und Kultur, ergänzte: „Mit der neuen Universitätsklinik für Radiologie investieren wir in einen Bereich, der für jede medizinische Fachrichtung unverzichtbar ist. Moderne Bildgebung ermöglicht frühere Diagnosen, gezieltere Therapien und stärkt damit die Gesundheitsversorgung nachhaltig. Gleichzeitig investieren wir in den Medizinstandort Steiermark und schaffen beste Voraussetzungen für die Versorgung der Menschen – heute und in Zukunft.“
Und Klubobmann-Stellvertreter, Philipp Könighofer erklärte: „Mit der Eröffnung der neuen Universitätsklinik für Radiologie wird einmal mehr deutlich, dass Investitionen in eine moderne Gesundheitsinfrastruktur unmittelbar den Patient*innen zugutekommen. Die neue Radiologie setzt neue Maßstäbe und stärkt den Medizinstandort Steiermark nachhaltig. Mein Dank gilt allen Mitarbeiter*innen, die dieses Projekt über viele Jahre mit großem Engagement begleitet haben. Gleichzeitig ist diese Investition ein klares Bekenntnis dazu, dass wir auch künftig beste Rahmenbedingungen für Spitzenmedizin und eine hochwertige Gesundheitsversorgung in unserem Bundesland schaffen wollen.“
„Dieser in so vielen Facetten herausragende Neubau der Univ.-Klinik für Radiologie bildet einen der wichtigsten Knotenpunkte für die bestmögliche Versorgung von Patient*innen am LKH-Univ.-Klinikum im Sinne der Kooperation mit nahezu allen Sonderfächern dieses Standortes und darüber hinaus. Mit der ebenfalls großzügigen Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung wurde damit die Grundlage für die bestmögliche Entfaltung des Wissenschaftspotenzials dieser Univ.-Klinik geschaffen“, betonte KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark bei der Eröffnung des Gebäudes, das direkt mit dem neuen Chirurgiekomplex und somit auch der allgemeinen Notaufnahme, also dem Zentrum für Akutmedizin, verbunden ist. Damit wurde nun auch der letzte große Neubau des Projekts „LKH 2020“ realisiert, der im Rahmen des bisher größten Bauprogramms in der 40-jährigen Geschichte der KAGes geplant war.
Die KAGes trägt damit auch der besonders dynamischen Entwicklung im Bereich dieser medizinischen Fachdisziplin Rechnung, die der bisherige Standort – das ehemalige Zentralröntgeninstitut – nicht mehr gewährleisten konnte. „Das bauliche wie medizinische Upgrade macht die neue Radiologie zukunftsfit und stärkt ihre Position im nationalen wie internationalen Vergleich. Besonders erfreulich ist in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche, dass rund zwei Drittel der Bauaufträge – somit mehr als 100 Millionen Euro – an steirische Unternehmen vergeben werden konnten“, erklärte Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA, Vorstand für Finanzen und Technik der KAGes, in seiner Ansprache.
Gemeinsam entwickelt
Konkret gliedert sich das Neubauprojekt, das nun Platz für drei Klinische Abteilungen der Univ.-Klinik für Radiologie (siehe Infokasten) bietet, in zwei wesentliche Hauptbauteile. Die Grundlagen für den Neubau wurden bereits 2014 gelegt, der Spatenstich erfolgte im November 2022 und nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit gehen heuer beide Bauteile in Betrieb.
In Summe umfasst das Gesamtprojekt eine Nettogeschoßfläche von knapp 20.000 Quadratmetern. In Bauteil 1 sind das klinikeigene Brustgesundheitszentrum sowie Ultraschall-, CT- und MRT-Bereiche, Angiographie-Anlagen sowie Flächen für Forschung, Lehre und Verwaltung untergebracht. Bauteil 2, der diesen Herbst eröffnet wird, bietet ausreichend Raum für nuklearmedizinische Verfahren mit SPECT- und PET-Geräten, einer Hochdosisstation mit sechs Betten, Radiopharmazie und das Zyklotron.
Der Neubau bietet ausreichend Flächen für Lehre und Forschung. Neben der präklinischen Bildgebung (Preclinical Imaging) stehen dafür das 3-Tesla-Forschungs-MRT – die erste Installation dieser Art in Österreich – sowie ein neuer Hörsaal zur Verfügung. Dieser bietet optimale Voraussetzungen für Ausbildung, wissenschaftlichen Austausch und die Weiterentwicklung bildgebender Verfahren. „Denn eine Universitätsklinik vereint immer Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Die neue Radiologie schafft dafür die besten und modernsten Rahmenbedingungen. Davon profitieren Forschung und Ausbildung hier am Standort der Medizinischen Universität Graz“, brachte es Assoz.-Prof.in Dr.in Andrea Kurz, Rektorin der Med Uni Graz, auf den Punkt. „Der Neubau ist ein architektonisch und technisch zukunftsweisendes Zentrum für bildgebende Medizin und ein nachhaltiger Gewinn für die Gesundheitsversorgung der Menschen im süd- und südostösterreichischen Raum“, betonte man seitens des Direktoriums des Uniklinikum Graz.
Die helle und freundliche Atmosphäre ist der größte Pluspunkt des Neubaus, die den Planer*innen von Beginn an besonders am Herzen lag, erklärte Klinikvorstand Univ.-Prof. Dr. Michael Fuchsjäger: „Wir haben dieses Gebäude nicht um Geräte herum geplant, sondern um die Menschen. Mehrere Jahre lang haben wir gemeinsam jeden Ablauf hinterfragt und weiterentwickelt. Das Ergebnis ist eine Radiologie, die modernste Technologien mit durchdachten Abläufen und einer Umgebung verbindet, in der sich Patient*innen gut aufgehoben fühlen und die für unsere Mitarbeiter*innen ein attraktives Arbeitsumfeld bietet. Genau das verstehen wir unter einer zeitgemäßen Radiologie. Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, das Projekt zu realisieren.“
Ein Stück Geschichte: der Eichholzer-Raum
Ein ganz besonderes architektonisches Detail im neuen Gebäude bewahrt auch ein Stück Geschichte des Standorts: Der „Eichholzer-Raum“ – ein Multifunktionsraum – würdigt das ehemalige „Haus Albrecher-Leskoschek“, das der Grazer Architekt Herbert Eichholzer, ein bedeutender Vertreter der Grazer Moderne, 1938 auf dem heutigen Bauplatz errichtete.
Projektbeginn: 2014
Spatenstich: 17. November 2022
Fertigstellung Gesamtprojekt: Herbst 2026
Gesamtinvestition: rund 173 Millionen Euro
Nettogeschoßfläche: 19.856 m²
877 Räume
In der neuen Univ.-Klinik für Radiologie sind die Klinische Abteilung für Allgemeine Radiologische Diagnostik, die Klinische Abteilung für Neuroradiologie, Vaskuläre und interventionelle Radiologie und die Klinische Abteilung für Nuklearmedizin untergebracht. Die Klinische Abteilung für Kinderradiologie bleibt im Kinderzentrum des Uniklinikum Graz.
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