Internationaler Immunologie-Kongress rĂŒckt Healthy Aging und Zelltherapien in den Fokus
Am 8. und 9. Mai 2026 wird Graz zum internationalen Treffpunkt der modernen Immunmedizin: Beim âGrazer Kongress der klinischen Immunologieâ diskutieren fĂŒhrende Expert*innen neueste Entwicklungen rund um Autoimmunerkrankungen, chronische EntzĂŒndungen und innovative Zelltherapien. Im Mittelpunkt steht dabei das Zukunftsthema âHealthy Agingâ â also die Frage, wie moderne Medizin dazu beitragen kann, Gesundheit, SelbststĂ€ndigkeit und LebensqualitĂ€t bis ins hohe Alter zu erhalten.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jens Thiel und Assoz-Prof. Dr. Martin Stradner von der Klinischen Abteilung fĂŒr Rheumatologie und Immunologie am Uniklinikum Graz widmet sich der Kongress insbesondere der Rolle chronischer EntzĂŒndungen bei Alterungsprozessen und Autoimmunerkrankungen.
Denn viele altersassoziierte Erkrankungen entstehen, wie man heute weiĂ, nicht plötzlich. Sie entwickeln sich oft ĂŒber Jahre hinweg durch unterschwellige EntzĂŒndungsprozesse im Körper. Forscher*innen sprechen in diesem Zusammenhang von âInflammagingâ â einer chronischen EntzĂŒndung, die Alterungsprozesse und Autoimmunerkrankungen mitbegĂŒnstigen kann. Wer diese Mechanismen besser versteht und gezielt beeinflusst, schafft neue Perspektiven fĂŒr gesunde Lebensjahre.
Unter dem Titel âNeue Perspektiven bei AutoimmunitĂ€t, EntzĂŒndung und Zelltherapienâ diskutieren internationale Fachleute aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und klinischer Anwendung.
Schwerpunkt auf zellulÀren Therapien
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sogenannten zellulĂ€ren Therapien â insbesondere auf CAR-T-Zellen. Dabei werden patient*inneneigene Immunzellen im Labor gezielt verĂ€ndert, um krankmachende Prozesse zu erkennen und zu stoppen. Was bislang vor allem in der Krebstherapie eingesetzt wurde, eröffnet nun auch fĂŒr schwere Autoimmunerkrankungen neue Perspektiven. Mit Univ.-Prof. Dr. Georg Schett aus Erlangen kommt einer der international prĂ€genden Forscher auf diesem Gebiet nach Graz. In seinem Keynote-Vortrag zeigt er, wie zellulĂ€re Therapien die Rheumatologie und klinische Immunologie nachhaltig verĂ€ndern könnten.
âWir erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen. ZellulĂ€re Therapien eröffnen erstmals die Möglichkeit, fehlgeleitete Immunreaktionen langfristig neu zu programmieren â und nicht nur Symptome zu kontrollierenâ, betont Univ.-Prof. Dr. Jens Thiel.
Die innovativen Therapien haben am Uniklinikum Graz inzwischen bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen Einzug gehalten. In der HĂ€matologie werden sie bereits seit lĂ€ngerem erfolgreich bei bösartigen Erkrankungen eingesetzt. âDass diese hochinnovativen Therapien inzwischen auch in der Versorgung am Uniklinikum Graz eingesetzt werden, zeigt die enge Verbindung von Spitzenmedizin, Forschung und klinischer Versorgungâ, so Thiel. âGraz positioniert sich damit als wichtiger Standort fĂŒr PrĂ€zisionsimmunologie in Europa.
Cellular Therapies Hub: interdisziplinĂ€res Zentrum fĂŒr Zelltherapien
Eine zentrale Rolle spielt dabei der neue âCellular Therapies Hubâ, der in enger Zusammenarbeit zwischen Klinischer Abteilung fĂŒr HĂ€matologie, UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin sowie der Klinischen Abteilung fĂŒr Rheumatologie und Immunologie am Uniklinikum Graz aufgebaut wurde. Ziel ist die Entwicklung maĂgeschneiderter und nachhaltig wirksamer Behandlungsstrategien â von der Kontrolle ĂŒberschieĂender Immunreaktionen bis hin zur gezielten Aktivierung des Immunsystems gegen Krebszellen.
âNew Horizons in Autoimmunity, (Auto-) Inflammation, Immunodeficiency and Cellular Therapies Fortschritte in Klinik und Forschungâ,
08.â09. Mai 2026,
Graz, Med Campus Graz
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